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Bakterien nutzen Abwasser zur Stromerzeugung

01.03.2011
Forscher lassen Mikroorganismen Elektronen übertragen

Weltweit suchen Forscher nach Methoden der Energiegewinnung. Ein Wissenschaftlerteam der Technischen Universität Braunschweig prüft, wie man mit Hilfe von Mikroorganismen Energie aus Abwasser gewinnen kann.

"Mikrobielle Brennstoffzelle"

Die Technologie bezeichnen die Wissenschaftler als "Mikrobielle Brennstoffzelle". "Es ist eine Technologie, die noch nicht wirklich etabliert ist", sagt Falk Harnisch vom Institut für Ökologische und Nachhaltige Chemie in Braunschweig im Interview mit pressetext. Das Grundprinzip besteht darin, dass Bakterien Elektronen auf eine Elektrode übertragen. Diese Elektrode akzeptiert dann die Elektronen der Bakterie. Dadurch entsteht Energie.

"Man hilt es lange für unmöglich, dass Bakterien die Fähigkeit haben, Elektronen auf eine Elektrode zu übertragen", erklärt Harnisch. Das Forscherteam untersucht lange solche elektrokatalytisch aktiven Bakterien. Das Ziel der Forscher: Mit Hilfe dieser Mikroorganismen eine Technologie zu entwickeln, die etwa aus Abwasser Energie erzeugen kann.

Abwasser soll sich selber reinigen

Abwasser gilt als niedriggenerische Biomasse. "Wir haben im Abwasser sehr viel Energie, gleichzeitig verwendet man noch mehr Energie um es zu reinigen", sagt Harnisch. Man solle dazu übergehen, Abwasser als Ressource zu sehen. Die ganze Biogas- und Faulgasgewinnung sei schon etabliert, wenn auch das Prinzip ein anderes ist.

Im Abwasser finde man jede Menge organische Materie, Kohlenhydrate und Fette. Diese werde zwar als "verdünnte Energie" bezeichnet. Das benutzte Wasser ist dennoch ein Energieträger. "Wir wollen zunächst erreichen, dass der Reinigungprozess autarkt wird."

In einem ersten Schritt möchten die Forscher den Energiehaushalt der Abwasserreinigung neutral gestalten. "Es wäre schön, wenn man Energie zurückspeisen kann, das ist das höhere Ziel", sagt Harnisch. Der Weg vom Labor zur fertigen Technologie sei allerdings noch lang. Das Braunschweiger Team zeigt sich jedoch optimistisch, zumal die Wissenschaftler weltweit mit Forschern arbeiten.

Oranus Mahmoodi | pressetext.redaktion
Weitere Informationen:
http://www.tu-braunschweig.de

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