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Bakterien machen Biosprit aus Stahlwerksabgasen

13.08.2013
Siemens und das Biotechnologie-Unternehmen LanzaTech arbeiten zusammen, um aus Stahlwerksabgasen Biotreibstoffe und andere Basischemikalien zu erzeugen.

Grundlage ist ein von LanzaTech entwickeltes Verfahren, aus verschiedenen Stahlanlagen, also Konvertern, Kokereien oder Hochöfen, freigesetzte kohlenstoffreiche Gase zugleich als Grundstoff und Energiequelle nutzt.



Mit der patentierten Fermentierungstechnologie können Stahlerzeuger energiereiche Abgase wie CO, CO2 und Wasserstoff (H2) in umweltfreundliche Kraftstoffe und Chemikalien umwandeln. Das Verfahren reduziert den Kohlendioxid-Ausstoß des Stahlwerks und erschließt eine Quelle für Biokraftstoffe, die nicht in Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion steht.

Siemens Metals Technologies und LanzaTech schlossen kürzlich ein zehnjähriges Abkommen zur weltweiten Entwicklung und Vermarktung solcher Umweltlösungen für Stahlwerke.

Im Zentrum der Technologie stehen spezielle Mikroorganismen, die Kohlenmonoxid (CO) und Kohlendioxid (CO2)zu Ethanol, Essigsäure, Aceton und anderen Grundchemikalien umwandeln. Eine Besonderheit der Mikroben von LanzaTech ist, dass sie auch Stahlwerksabgase verarbeiten können, die nur wenig oder keinen Wasserstoff enthalten.

Der produzierte Ethanol kann Biokraftstoffe ersetzen, die heute aus landwirtschaftlichen Erzeugnissen wie Mais oder Zuckerrohr gewonnen werden. Die CO2-Bilanz, also der CO2-Ausstoß über den gesamten Lebenszyklus, ist für Ethanol aus Stahlwerksabgasen um 50 bis 70 Prozent geringer als für erdölbasierte Kraftstoffe. 2010 betrug die weltweite Ethanolproduktion knapp 70 Millionen Tonnen, derzeit wird der Weltmarkt auf mehr als 80 Millionen Tonnen geschätzt.

Im Schnitt entstehen bei der Herstellung einer Tonne Stahl 1,8 Tonnen Kohlendioxid (CO2). Auf die Eisen- und Stahlindustrie entfallen rund 6,7 Prozent der globalen CO2-Emissionen. Die Abgase werden abgefackelt oder zur Erzeugung von Strom und Wärme genutzt. Ein Stahlwerk, das heute seine Abgase verstromt, könnte mit dem neuen Fermentierungsverfahren seine CO2-Emissionen um ein Drittel senken.

Seit 2012 produzieren zwei von LanzaTech und Partnern entwickelte und betriebene Anlagen bei den chinesischen Stahlerzeugern Baosteel und Shougang jährlich rund 300 Tonnen Ethanol. 2014 sollen zwei weitere Anlagen in China den Betrieb aufnehmen. (IN 2013.08.4)

Dr. Norbert Aschenbrenner | Siemens InnovationNews
Weitere Informationen:
http://www.siemens.de/innovation

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