Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Australische Studenten entwickeln Robotersofa

12.09.2014

Diese Erfindung gibt dem Begriff „Couch surfing“ eine ganz neue Bedeutung. Ein Team von Ingenieurstudenten der University of New South Wales in Sydney hat eine Roboter-Couch entwickelt, die sich in jede Richtung bewegen kann und mithilfe eines Xbox-Gamepads steuern lässt.

Das bewegliche Robotersofa war die Idee des Computertechnik-Studenten Steph McArthur und des Elektrotechnik-Studenten Will Andrew. „Das Ganze begann als Spaß zwischen Freunden,“ so McArthur. „Wir hatten im Unterricht eine besondere Art von Rädern benutzt und dachten uns, wäre es nicht cool, wenn die Räder unter einer Couch wären?“ Das Projekt fand schnell Anklang und wurde durch die Fakultät für Elektrotechnik und Telekommunikation finanziell unterstützt.


Ingenieurstudenten Laura Hodges und Fred Westling steuern die RoboCouch.

Leilah Schubert


Die Couch wird mit einem Xbox-Gamepad gesteuert

University of New South Wales

Neun UNSW Ingenieurstudenten arbeiteten ein Jahr lang an dem Projekt, um die vielen notwendigen mechanischen und manuellen Montageaufgaben zu erledigen und Software zu entwickeln, um die Couch fertig zu stellen. Das Bauteam umfasste Laura Hodges, Munaum Muhammad, Hannes Firgau, John Lam, Fred Westling, Luke Macdonald und Hugh Braico.

Nach einigen erfolgreichen Testläufen ist die rote Zweisitzer-Couch nun bereit, der Öffentlichkeit vorgeführt zu werden. Sie kam auch bereits am Tag der offenen Tür an der UNSW am 6. September zum Einsatz. „Wir möchten zukünftigen Studenten zeigen wie es ist, eine Idee zu haben, etwas völlig Neues daraus zu entwickeln und Spaß daran zu haben es zu benutzen,“ meint Dr. Julien Epps, Dozent für Signalverarbeitung.

„Projekte wie dieses – die ihre ganz eigenen, sehr speziellen Probleme und Herausforderungen mit sich bringen – sind eine großartige Möglichkeit für Studenten, Ihre Fähigkeiten und Kenntnisse im Team weiterzuentwickeln, um sie dann auf größere Probleme in der Wirtschaft und Gesellschaft anzuwenden, nachdem sie ihren Abschluss erworben haben. Und möglicherweise gibt es auch einen Markt für bewegliche Roboter-Sitzecken.“

Unter dem Holzrahmen der Couch ist ein zugeschnittenes Stahl-Fahrgestell mit vier separat kontrollierten Mecanum-Rädern, einer speziellen Form von Rädern mit tonnenförmigen Rollen auf der Felge, die eine Bewegung in alle Richtungen ermöglichen. Elektrische Rollermotoren steuern die Räder.

Die Motoren sind mit einer zentralen Steuerung verbunden, die benutzt wird, um die Geschwindigkeit des Sofas zu kontrollieren. Die Steuerung kommuniziert außerdem mit einer Raspberry Pi, einem unter Hardware-Hackern bekannten kreditkartengroßen Computer, der sich in einer der Armlehnen befindet.

Die Studenten verbessern kontinuierlich das Design der Couch und suchen nach Möglichkeiten, um die Traktion der Räder auf unebenem oder sehr steilem Untergrund zu verbessern. „Wenn unter jedem Rad ein anderer Untergrund ist oder auf einem Rad mehr Belastung als auf einem anderen ist, fährt die Couch nicht so wie sie soll,“ sagt Andrew.

McArthur hofft außerdem, die Couch so weiterentwickeln zu können, dass sie selbstständig fährt. „Die Couch passt sehr gut in Korridore und Aufzüge, wenn wir sie also mit verschiedenen Sensoren zum Gebrauch in Innenräumen ausstatten können, könnte sie sich von einem Ort zum anderen bewegen ohne dabei mit anderen Dingen zusammenzustoßen.“

Das hat eine neue Reihe großer Ideen entfacht. „Wir haben darüber nachgedacht, auch noch einen Roboter-Kühlschrank zu entwickeln, sodass man ihn herrufen kann,“ ergänzt Andrew.


Weitere Informationen:
Institut Ranke-Heinemann / Australisch-Neuseeländischer Hochschulverbund
Pressestelle
Friedrichstr. 95
10117 Berlin
Tel.: 030-20 96 29 593

Email: berlin@ranke-heinemann.de http://mailto:berlin@ranke-heinemann.de 

oder

University of New South Wales Media Office
Ry Crozier
Tel: 0061 2 9385 1933 / 0061 425 245 887
Email: r.crozier@unsw.edu.au

Das Institut Ranke-Heinemann / Australisch-Neuseeländischer Hochschulverbund ist das gemeinnützige Studierendensekretariat aller australischen und neuseeländischen Universitäten in Europa, zuständig für Wissens- und Forschungstransfer, Forschungsförderung sowie Studenten- und Wissenschaftleraustausch und für die Betreuung von Studierenden und Schülern, die ein Studium Down Under vorbereiten.

Weitere Informationen:

http://www.ranke-heinemann.de
http://www.ranke-heinemann.at
http://www.ranke-heinemann.tv

Sabine Ranke-Heinemann | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht »FLUX-LMDR« will Energieeffizienz von Transformatoren erhöhen
18.12.2017 | Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS

nachricht Forscher vereinfachen Installation und Programmierung von Robotersystemen
15.12.2017 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Carmenes“ findet ersten Planeten

Deutsch-spanisches Forscherteam entwirft, baut und nutzt modernen Spektrografen

Seit Januar 2016 nutzt ein deutsch-spanisches Forscherteam mit Beteiligung der Universität Göttingen den modernen Spektrografen „Carmenes“ für die Suche nach...

Im Focus: Fehlerfrei ins Quantencomputer-Zeitalter

Heute verfügbare Ionenfallen-Technologien eignen sich als Basis für den Bau von großen Quantencomputern. Das zeigen Untersuchungen eines internationalen Forscherteams, deren Ergebnisse nun in der Fachzeitschrift Physical Review X veröffentlicht wurden. Die Wissenschaftler haben für Ionenfallen maßgeschneiderte Protokolle entwickelt, mit denen auftretende Fehler jederzeit entdeckt und korrigiert werden können.

Damit die heute existierenden Prototypen von Quantencomputern ihr volles Potenzial entfalten, müssen sie erstens viel größer werden, d.h. über deutlich mehr...

Im Focus: Error-free into the Quantum Computer Age

A study carried out by an international team of researchers and published in the journal Physical Review X shows that ion-trap technologies available today are suitable for building large-scale quantum computers. The scientists introduce trapped-ion quantum error correction protocols that detect and correct processing errors.

In order to reach their full potential, today’s quantum computer prototypes have to meet specific criteria: First, they have to be made bigger, which means...

Im Focus: Search for planets with Carmenes successful

German and Spanish researchers plan, build and use modern spectrograph

Since 2016, German and Spanish researchers, among them scientists from the University of Göttingen, have been hunting for exoplanets with the “Carmenes”...

Im Focus: Immunsystem - Blutplättchen können mehr als bislang bekannt

LMU-Mediziner zeigen eine wichtige Funktion von Blutplättchen auf: Sie bewegen sich aktiv und interagieren mit Erregern.

Die aktive Rolle von Blutplättchen bei der Immunabwehr wurde bislang unterschätzt: Sie übernehmen mehr Funktionen als bekannt war. Das zeigt eine Studie von...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Call for Contributions: Tagung „Lehren und Lernen mit digitalen Medien“

15.12.2017 | Veranstaltungen

Die Stadt der Zukunft nachhaltig(er) gestalten: inter 3 stellt Projekte auf Konferenz vor

15.12.2017 | Veranstaltungen

Mit allen Sinnen! - Sensoren im Automobil

14.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

„Carmenes“ findet ersten Planeten

18.12.2017 | Physik Astronomie

Fehlerfrei ins Quantencomputer-Zeitalter

18.12.2017 | Physik Astronomie

Konsortium erhält 2 Millionen Euro Förderung für neue MR-kompatible elektrophysiologis

18.12.2017 | Medizintechnik