Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Ausgegorene Lösungen für Bio-Energiewirte

09.08.2010
Forschung an Schnelltest für mikrobiellen Zustand von Biogasanlagen

Für die Effizienz von Biogasanlagen ist ein reibungsloser Prozessablauf unerlässlich. Wichtig hierfür ist unter anderem ein guter Zustand der Biogas produzierenden Mikroben. Unter der Leitung des ttz Bremerhaven und in Kooperation mit der iSiTEC GmbH und der MT-Energie GmbH & Co. KG ist ein Forschungsprojekt angelaufen, das die Entwicklung eines Schnelltests zur Bewertung des mikrobiellen Zustandes von Biogasanlagen zum Ziel hat. Das Projekt „CH4-MikroSens“ wird von der Bremerhavener Gesellschaft für Investitionsförderung und Stadtentwicklung mbH (BIS) gefördert.

Bremerhaven, August 2010. Zur Erzeugung von Bioenergie wird Bio-masse zu Biogas vergoren. Biomasse gehört zu den wichtigsten Quellen für erneuerbare Energien in Deutschland. Um die Marktposition weiter zu stärken und die Zuverlässigkeit dieser Energiequelle zu erhöhen ist es unabdingbar, die Kontrollierbarkeit des Betriebes von Biogasanlagen zu verbessern. Dadurch wird es möglich, den Produktionsprozess von Biogas zu stabilisieren und die Wirtschaftlichkeit zu erhöhen.

Moderne Biogasanlagen sind heutzutage in vielerlei Hinsicht optimiert. Das größte Risiko besteht jedoch immer noch darin, dass die biologischen Fermentationsprozesse in der Anlage instabil werden und damit die Gasproduktion zum Erliegen kommt. Daher ist es für die Betreiber von höchstem Interesse, eine ungünstige Zusammensetzung der Mikroorganismen so früh wie möglich zu erfassen.

Unter der Leitung des ttz Bremerhaven wird seit Juni 2010 nach Lösungen gesucht: Ziel von „CH4-MikroSens“ ist es, einen Schnelltest zu entwickeln, der zeitnah Veränderungen in der mikrobiellen Zusammensetzung der Anlage anzeigt. Im Rahmen des Projektes sollen zunächst verschiedene Techniken auf ihre Eignung für diesen Zweck getestet werden. Es bieten sich optische und elektrische Verfahren an, aber auch molekularbiologische Methoden stellen einen sinnvollen Ansatzpunkt dar. In CH4-MikroSense soll die effizienteste Kontroll-Methode ermittelt werden. Ein zu entwickelnde Sensor könnte beispielsweise während des laufenden Betriebes von Biogasfermentern eingesetzt werden. Für die molekularbiologischen Ansätze ist die Umsetzung eines Schnelltest-Verfahrens angestrebt. Ziele der Forschungen sind unter anderem, nicht nur Aussagen über die Populationsdichte verschiedener Organismengruppen machen können, sondern auch Hinweise auf die Vitalität der Mikroorganismen zu erlangen.

Forschungsförderung für den Nordwesten der Republik

Die Zusammenarbeit im Rahmen des Projektes erfolgt zwischen der Bre-merhavener Firma iSiTEC GmbH, dem Biogas-Unternehmen MT-Energie aus dem niedersächsischen Zeven und dem Forschungsdienstleister ttz Bremerhaven. Der Firma iSiTEC wird die Entwicklung eines innovativen Produktes im Bereich der Biogasanlagentechnik unter wissenschaftlicher Begleitung des ttz Bremerhaven ermöglicht. Die Beteiligung der Firma MT-Energie sichert gleichzeitig eine marktorientierte, zielgerechte Produktent-wicklung und soll die spätere Markteinführung vereinfachen. Die Zusam-menarbeit der drei Projektpartmer trägt außerdem dazu bei, die Wettbe-werbsfähigkeit des Bundeslandes Bremen durch den Ausbau von Innovation und Knowhow im Bereich der Biogas-Technologien zu erhöhen, sein klimaorientiertes Profil zu schärfen und letztlich einen Beitrag zur zukünftigen Energieversorgung zu leisten. Das ttz Bremerhaven erhält durch dieses Projekt die Möglichkeit, seine Expertise im Bereich der erneuerbaren Energien auszubauen und die langjährigen Kontakte zu ortsansässigen Firmen und Biogasbetrieben zu intensivieren. Das von der Bremerhavener Gesellschaft für Investitionsförderung und Stadtentwicklung mbH (BIS) geförderte Projekt „CH4 MikroSense“ wird mit Geldern des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und des Senators für Umwelt, Bau, Verkehr und Europa der Freien Hansestadt Bremen mitfinanziert.

ttz Bremerhaven mit Bioenergie „Ausgewählter Ort im Land der Ideen 2010“

Das ttz Bremerhaven ist mit seiner Forschung im Bereich Bioenergie „Aus-gewählter Ort im Land der Ideen 2010“. Prämiert wurde das EU-Projekt FARMAGAS, das von dem Forschungsdienstleister koordiniert wird. Es sorgt dafür, dass klimafreundliche Energie schneller in Osteuropa Fuß fassen kann. FARMAGAS hat zur Hauptaufgabe, biogasbezogenes Wissen im osteuropäischen Raum weiter zu verbreiten und dort die Anwendung der Biogasproduktion aus landwirtschaftlichen Reststoffen voran zu treiben.

ttz-Geschäftsführer Werner Mlodzianowski betont in diesem Zusammen-hang die ökonomische Zugkraft der ökologischen Technologien: „Die Zukunft der Energieversorgung wird auf einem Mix unterschiedlicher Energie-träger beruhen. Biogas allerdings wird unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten eine immer wichtigere Säule in diesem Mix darstellen. Anwendungsorientierte Forschung eröffnet Potenziale in diesem Markt und fördert den effizienten Einsatz neuer Entwicklungen.“

Als Rohstoff klasse: Biomasse

Auf die Herausforderung des Klimawandels antwortet das ttz Bremerhaven mit Bioenergie und Ressourceneffizienz. Zum einen erforscht, entwickelt und optimiert der Forschungsdienstleister Technologien und Konzepte für die nachhaltige Nutzung regenerativer Energiequellen. Zum anderen konzipiert er Strategien und Maßnahmen für eine höhere Energieeffizienz. Durch optimierte Energienutzung in Gebäuden und Gewächshäusern, Prozess- und Anlageoptimierung, eine effektive Nutzung von Reststoffen oder durch Prozesskopplung kann dies erreicht werden. Bei allen Maßnahmen legt das ttz Bremerhaven Wert auf maßgeschneiderte, lokal angepasste Lösungen.

Bei den regenerativen Energiequellen setzt das ttz Bremerhaven in erster Linie auf Biomasse. Dazu gehört unter anderem die Gewinnung von Biogas, Bioethanol, Holzhackschnitzeln und Pellets aus nachwachsenden Rohstoffen und organischen Reststoffen.

Das ttz Bremerhaven versteht sich als innovativer Forschungsdienstleister und betreibt anwendungsbezogene Forschung und Entwicklung. Unter dem Dach des ttz Bremerhaven arbeitet ein internationales Experten-Team in den Bereichen Lebensmittel, Umwelt, Gesundheit und Beratung.

Kontakt:
Christian Colmer
Leiter Kommunikation und Medien
ttz Bremerhaven
Fischkai 1
D-27572 Bremerhaven (Germany)
Phone: +49 (0)471 48 32 -124
FAX: +49 (0)471 48 32 - 129
ccolmer@ttz-bremerhaven.de

Christian Colmer | idw
Weitere Informationen:
http://www.ttz-bremerhaven.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Intelligente Bauteile für das Stromnetz der Zukunft
18.04.2018 | Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

nachricht Energie: Preiswertere, weniger toxische und recycelbare Lichtsensoren zur Wasserstoffherstellung
17.04.2018 | Wissenschaftliche Abteilung, Französische Botschaft in der Bundesrepublik Deutschland

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Verbesserte Stabilität von Kunststoff-Leuchtdioden

Polymer-Leuchtdioden (PLEDs) sind attraktiv für den Einsatz in großflächigen Displays und Lichtpanelen, aber ihre begrenzte Stabilität verhindert die Kommerzialisierung. Wissenschaftler aus dem Max-Planck-Institut für Polymerforschung (MPIP) in Mainz haben jetzt die Ursachen der Instabilität aufgedeckt.

Bildschirme und Smartphones, die gerollt und hochgeklappt werden können, sind Anwendungen, die in Zukunft durch die Entwicklung von polymerbasierten...

Im Focus: Writing and deleting magnets with lasers

Study published in the journal ACS Applied Materials & Interfaces is the outcome of an international effort that included teams from Dresden and Berlin in Germany, and the US.

Scientists at the Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) together with colleagues from the Helmholtz-Zentrum Berlin (HZB) and the University of Virginia...

Im Focus: Gammastrahlungsblitze aus Plasmafäden

Neuartige hocheffiziente und brillante Quelle für Gammastrahlung: Anhand von Modellrechnungen haben Physiker des Heidelberger MPI für Kernphysik eine neue Methode für eine effiziente und brillante Gammastrahlungsquelle vorgeschlagen. Ein gigantischer Gammastrahlungsblitz wird hier durch die Wechselwirkung eines dichten ultra-relativistischen Elektronenstrahls mit einem dünnen leitenden Festkörper erzeugt. Die reichliche Produktion energetischer Gammastrahlen beruht auf der Aufspaltung des Elektronenstrahls in einzelne Filamente, während dieser den Festkörper durchquert. Die erreichbare Energie und Intensität der Gammastrahlung eröffnet neue und fundamentale Experimente in der Kernphysik.

Die typische Wellenlänge des Lichtes, die mit einem Objekt des Mikrokosmos wechselwirkt, ist umso kürzer, je kleiner dieses Objekt ist. Für Atome reicht dies...

Im Focus: Gamma-ray flashes from plasma filaments

Novel highly efficient and brilliant gamma-ray source: Based on model calculations, physicists of the Max PIanck Institute for Nuclear Physics in Heidelberg propose a novel method for an efficient high-brilliance gamma-ray source. A giant collimated gamma-ray pulse is generated from the interaction of a dense ultra-relativistic electron beam with a thin solid conductor. Energetic gamma-rays are copiously produced as the electron beam splits into filaments while propagating across the conductor. The resulting gamma-ray energy and flux enable novel experiments in nuclear and fundamental physics.

The typical wavelength of light interacting with an object of the microcosm scales with the size of this object. For atoms, this ranges from visible light to...

Im Focus: Wie schwingt ein Molekül, wenn es berührt wird?

Physiker aus Regensburg, Kanazawa und Kalmar untersuchen Einfluss eines äußeren Kraftfeldes

Physiker der Universität Regensburg (Deutschland), der Kanazawa University (Japan) und der Linnaeus University in Kalmar (Schweden) haben den Einfluss eines...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Internationale Konferenz zur Digitalisierung

19.04.2018 | Veranstaltungen

124. Internistenkongress in Mannheim: Internisten rücken Altersmedizin in den Fokus

19.04.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Juni 2018

17.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Nachhaltige und innovative Lösungen

19.04.2018 | HANNOVER MESSE

Internationale Konferenz zur Digitalisierung

19.04.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Auf dem Weg zur optischen Kernuhr

19.04.2018 | Physik Astronomie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics