Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Arbeitswissenschaftler erforschen sichere Fertigung elektrischer Energiespeicher

15.12.2011
Die Professur Arbeitswissenschaft der TU Chemnitz ist Projektpartner im BMBF-geförderten Verbundvorhaben "eProduction" und forscht für die sichere und ergonomische Produktion von Elektrofahrzeugen

Eine Million Elektrofahrzeuge auf Deutschlands Straßen bis 2020 - das ist Ziel der Bundesregierung. Etwa 4.000 Elektrofahrzeuge sind Ende 2011 einer aktuellen Studie zufolge bislang auf deutschen Straßen unterwegs. Ein Problem, dass der schnelleren Verbreitung von Elektrofahrzeugen im Wege steht, liegt in der Herstellung der Fahrzeuge.

"Die Produktion von Komponenten für Elektrofahrzeuge sowie der Fahrzeuge selbst unterscheidet sich teilweise grundlegend von den Produktionsprozessen von Autos mit Verbrennungsmotoren", sagt Prof. Dr. Birgit Spanner-Ulmer, Inhaberin der Professur Arbeitswissenschaft an der Technischen Universität Chemnitz. Ihre Professur ist einer von neun Projektpartnern, die unter Koordination der AUDI AG im Verbundvorhaben "eProduction" forschen.

Ziel des am 1. Dezember 2011 gestarteten Projektes ist eine sichere, robuste und ergonomische Produktion von elektrisch angetriebenen Fahrzeugen. Gefördert wird das Vorhaben mit 11,3 Millionen Euro für drei Jahre vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen der Hightech-Strategie IKT 2020. Mit einer Million Euro davon wird das Teilvorhaben der TU Chemnitz unterstützt.

Die Chemnitzer Wissenschaftler beschäftigen sich mit dem Arbeitsschutz, der Qualifikation und der virtuellen Absicherung in der Produktion von Energiespeichern. Darin sehen sie die Grundlage, um mittelfristig Elektrofahrzeuge und die zugehörigen Energiespeicher in nennenswerten Stückzahlen im Serienprozess herstellen zu können. Da der Mensch als Mitarbeiter im Mittelpunkt der Montage steht, spielt die Sicherheit eine große Rolle. Gefahren können in der Produktion von Elektrofahrzeugen vor allem im Zusammenhang mit den elektrischen Energiespeichern auftreten.

Die Untersuchung der Hochvoltsicherheit - also der Sicherheit aller Bauteile, an denen hohe Spannungen anliegen - bildet deshalb einen zentralen Bestandteil des Forschungsprojektes. Virtuelle Techniken sollen zum Einsatz kommen, um frühzeitig Gefahren und unergonomische Bewegungsabläufe in der Produktion zu identifizieren und zu beseitigen. Hierbei können bereits in frühen Entwicklungsphasen Untersuchungen durchgeführt werden, die durch Simulation verschiedener Szenarien weiter befördert werden. Die Integration zukünftiger Anforderungen an die Produktionsprozesse in rechnergestützte Werkzeuge stellt daher den zweiten Projektschwerpunkt dar.

Beide Themen müssen darüber hinaus den Arbeitern vermittelt werden, weswegen durch eine Qualifikation der Mitarbeiter die Ergebnisse in die Praxis der Projektpartner übertragen werden sollen. "Die in diesem Projekt erzielten Erkenntnisse werden zudem von den Projektpartnern über die eigentliche Arbeit hinaus breitenwirksam für Aus- und Weiterbildung zur Verfügung gestellt", betont Spanner-Ulmer. Dazu wollen die Wissenschaftler im Schulterschluss zwischen akademischen Einrichtungen, Forschungsinstituten und Industriepartnern einen Forschungstransfer mit neuen Schulungs- und Ausbildungskonzepten initiieren. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen zudem in die nationale und internationale Normung einfließen. Um dem demographischen Wandel Rechnung zu tragen, berücksichtigen die Wissenschaftler besonders die Bedürfnisse älterer und leistungsgewandelter Mitarbeiter. "Mit diesem Projekt leisten wir einen maßgeblichen Beitrag für die Zielstellung der Bundesregierung", fasst Spanner-Ulmer zusammen.

Weitere Informationen erteilt Sabine Krause, Telefon 0371 531-35102, E-Mail sabine.krause@mb.tu-chemnitz.de

Katharina Thehos | idw
Weitere Informationen:
http://www.tu-chemnitz.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht E-Mobilität: Neues Hybridspeicherkonzept soll Reichweite und Leistung erhöhen
12.12.2017 | Fraunhofer Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik IWES

nachricht Meilenstein in der Kreissägetechnologie
11.12.2017 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Long-lived storage of a photonic qubit for worldwide teleportation

MPQ scientists achieve long storage times for photonic quantum bits which break the lower bound for direct teleportation in a global quantum network.

Concerning the development of quantum memories for the realization of global quantum networks, scientists of the Quantum Dynamics Division led by Professor...

Im Focus: Electromagnetic water cloak eliminates drag and wake

Detailed calculations show water cloaks are feasible with today's technology

Researchers have developed a water cloaking concept based on electromagnetic forces that could eliminate an object's wake, greatly reducing its drag while...

Im Focus: Neue Einblicke in die Materie: Hochdruckforschung in Kombination mit NMR-Spektroskopie

Forschern der Universität Bayreuth und des Karlsruhe Institute of Technology (KIT) ist es erstmals gelungen, die magnetische Kernresonanzspektroskopie (NMR) in Experimenten anzuwenden, bei denen Materialproben unter sehr hohen Drücken – ähnlich denen im unteren Erdmantel – analysiert werden. Das in der Zeitschrift Science Advances vorgestellte Verfahren verspricht neue Erkenntnisse über Elementarteilchen, die sich unter hohen Drücken oft anders verhalten als unter Normalbedingungen. Es wird voraussichtlich technologische Innovationen fördern, aber auch neue Einblicke in das Erdinnere und die Erdgeschichte, insbesondere die Bedingungen für die Entstehung von Leben, ermöglichen.

Diamanten setzen Materie unter Hochdruck

Im Focus: Scientists channel graphene to understand filtration and ion transport into cells

Tiny pores at a cell's entryway act as miniature bouncers, letting in some electrically charged atoms--ions--but blocking others. Operating as exquisitely sensitive filters, these "ion channels" play a critical role in biological functions such as muscle contraction and the firing of brain cells.

To rapidly transport the right ions through the cell membrane, the tiny channels rely on a complex interplay between the ions and surrounding molecules,...

Im Focus: Stabile Quantenbits

Physiker aus Konstanz, Princeton und Maryland schaffen ein stabiles Quantengatter als Grundelement für den Quantencomputer

Meilenstein auf dem Weg zum Quantencomputer: Wissenschaftler der Universität Konstanz, der Princeton University sowie der University of Maryland entwickeln ein...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Innovative Strategien zur Bekämpfung von parasitären Würmern

08.12.2017 | Veranstaltungen

Hohe Heilungschancen bei Lymphomen im Kindesalter

07.12.2017 | Veranstaltungen

Der Roboter im Pflegeheim – bald Wirklichkeit?

05.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Mit Quantenmechanik zu neuen Solarzellen: Forschungspreis für Bayreuther Physikerin

12.12.2017 | Förderungen Preise

Stottern: Stoppsignale im Gehirn verhindern flüssiges Sprechen

12.12.2017 | Biowissenschaften Chemie

E-Mobilität: Neues Hybridspeicherkonzept soll Reichweite und Leistung erhöhen

12.12.2017 | Energie und Elektrotechnik