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Ambitioniertes Energiesparen braucht verlässliche Datengrundlage

28.10.2011
Die Bundesregierung und die Europäische Union haben ambitionierte Energiesparziele vorgegeben. Um diese umzusetzen und zu prüfen, wie viel Energie in privaten und öffentlichen Unternehmen tatsächlich eingespart wird, sind zuverlässige und detaillierte Energiestatistiken notwendig.

Im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi) hat das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI gemeinsam mit der der Technischen Universität München (IfE), der GfK Retail and Technology GmbH (Nürnberg), der IREES GmbH (Karlsruhe) und der BASE-ING. GmbH (München) die Energieverbrauchsstrukturen des Sektors Gewerbe-, Handel und Dienstleistungen untersucht.

Im Energiekonzept, das die Bundesregierung im September 2010 vorgelegt hat, werden ambitionierte Energieeinsparziele genannt: Bis 2020 sollen der Primärenergieverbrauch und der Wärmebedarf der Gebäude gegenüber 2008 um 20 Prozent reduziert werden, der Stromverbrauch soll um 10 Prozent sinken. Weiterhin verpflichtet die 2006 in Kraft getretene EU-Richtlinie über Endenergieeffizienz und Energiedienstleistungen die Mitgliedstaaten, bis 2016 ihren Endenergiebedarf um neun Prozent gegenüber 2007 zu senken. Diese Vorgaben stellen hohe Anforderungen an die Verfügbarkeit energiestatistischer Daten.

Speziell für den Verbrauchssektor „Gewerbe, Handel, Dienstleistungen“ haben das Fraunhofer ISI und seine Kooperationspartner ein Studiendesign entwickelt, das den Energieverbrauch dieser Branchen transparent machen soll. Im Rahmen der Studie wurden mehr als 2.000 Unternehmen zu ihrem Energieverbrauch befragt – darunter so unterschiedliche Einrichtungen wie große Bürogebäude, Supermärkte, riesige Rechenzentren sowie kleine Wäschereien, Metzger und Bäcker, die alle zu diesem Verbrauchssektor gehören.

Die Ergebnisse der Befragung zum Einsatz einzelner Energieträger wie Strom, Erdgas und Heizöl wurden anschließend auf Deutschland hochgerechnet. Den meisten Strom benötigt mit 40 Prozent des gesamten Verbrauchs die Beleuchtung, gefolgt vom Stromeinsatz für motorische Antriebe mit gut 20 Prozent. Bei den Brennstoffen entfallen mehr als 70 Prozent des Energiebedarfs auf die Raumheizung.

„Insgesamt zeigen diese Ergebnisse zwischen 2006 und 2010 einen leicht rückläufigen Trend beim Stromverbrauch sowie eine relative Konstanz beim Brennstoffverbrauch“, so Barbara Schlomann vom Fraunhofer ISI. Dies beweise, dass Anstrengungen, den Stromverbrauch zu senken, trotz einer deutlich zunehmenden Ausstattung mit energieintensiven Computern, Servern oder Klimaanlagen schon Einsparerfolge gebracht haben. Es bestehen allerdings erhebliche weitere Energieeinsparmöglichkeiten, so Barbara Schlomann: Beispielsweise lassen sich durch die Anschaffung effizienter Bürogeräte oder effizienter Beleuchtung (auch Straßenbeleuchtung) bereits kurzfristig Kosten einsparen, sodass sich diese Investitionen für die Unternehmen sehr schnell rechnen.

Die vollständige Studie kann unter http://www.isi.fraunhofer.de/isi-de/e/download/publikationen/GHD-Erhebung_Bericht_Energieverbrauch_2006-2010.pdf heruntergeladen werden.

Das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI analysiert die Rahmenbedingungen von Innovationen. Wir erforschen die kurz- und langfristigen Entwicklungen von Innovationsprozessen und die gesellschaftlichen Auswirkungen neuer Technologien und Dienstleistungen. Auf dieser Grundlage stellen wir unseren Auftraggebern aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft Handlungsempfehlungen und Perspektiven für wichtige Entscheidungen zur Verfügung. Unsere Expertise liegt in der breiten wissenschaftlichen Kompetenz sowie einem interdisziplinären und systemischen Forschungsansatz.

Kontakt:
Anne-Catherine Jung MA
Telefon: +49 721 6809-100
E-Mail: presse@isi.fraunhofer.de

Anne-Catherine Jung | Fraunhofer-Institut
Weitere Informationen:
http://www.isi.fraunhofer.de

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