Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Alternativ heizen - DBFZ untersucht energetische Nutzung von jordanischen Olivenresten

25.10.2013
In Jordanien werden jährlich zwischen 100.000 und 200.000 Tonnen Oliven zur Olivenölproduktion eingesetzt. Schätzungen zufolge fällt hierbei mindestens 25 % dieser Menge als Rückstand an und kann energetisch genutzt werden. Im Rahmen eines Promotionsvorhabens des jordanischen Gastwissenschaftlers Mathhar Bdour wird am Deutschen Biomasseforschungszentrum (DBFZ) untersucht, wie die Nutzung von derartigen Reststoffen in Verbrennungsanlagen realisiert werden kann.

Mathhar Bdour ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an der German-Jordanian University (GJU) in Amman/Jordanien, welche in einem gemeinsamen Projekt mit verschiedenen deutschen Hochschulen unter Federführung der Hochschule Magdeburg-Stendal gegründet wurde. Über ein Stipendium der GJU ist Mathhar Bdour seit April 2013 als Doktorand für drei Jahre am DBFZ tätig.

Das Promotionsvorhaben erfolgt in Kooperation mit dem Lehrstuhl für Abfall- und Stroffstromwirtschaft an der Universität Rostock. Doktorvater ist Prof. Dr. mont. Michael Nelles (Lehrstuhlinhaber der Agrar- und Umweltwissenschaftlichen Fakultät der Universität Rostock und wissenschaftlicher Geschäftsführer des DBFZ).

Ziel des Vorhabens "Electrical power generation from olive processing waste by combustion in externally fired gas turbines (EFGT)" ist der Aufbau einer extern befeuerten Gasturbine (EFGT) zur energetischen Nutzung dieser Reststoffe sowie Untersuchungen zum flexiblen Betrieb dieser EFGT im Rahmen der Netzstabilisierung. Am DBFZ werden hierzu nicht nur Verbrennungsversuche durchgeführt, sondern auch die Ansteuerung und Regelung der Pilotanlage optimiert, die anschließend in Deutschland auf die Eignung für weitere biogene Rückstände untersucht werden soll. Langfristiges Ziel ist es, diese bei Erfolg mit einem deutschen oder jordanischen Partner zu kommerzialisieren und in Jordanien zur energetischen Nutzung einzusetzen. Die Aussichten für eine erfolgreiche kommerzielle Nutzung von Olivenresten zur Energiebereitstellung in Jordanien sind vielversprechend, so Dr. Andreas Ortwein, der Mathhar Bdour während seiner Forschungstätigkeit am DBFZ betreut:

"Die Rückstände aus der olivenverarbeitenden Industrie sind ein wichtiger landwirtschaftlicher Bioenergieträger. Ihre Nutzung zur bedarfsgerechten Stromerzeugung kann einen Beitrag zur Stabilisierung der Stromnetze und zu einer höheren Nachhaltigkeit leisten. Durch die Kooperation von jordanischen und deutschen Forschungs- und Hochschulinstituten ist es möglich, eine an die regionalen Umstände angepasste Technologie zu entwickeln und bei Erfolg langfristig zu etablieren".

Die Untersuchungen von Mathhar Bdour finden am DBFZ im Rahmen des Kompetenzfeldes "Bedarfsgerechte Bioenergiebereitstellung" statt. Hier werden Technologien für die energetische Nutzung von Biomasse untersucht, welche genau auf den Bedarf an Strom, Wärme (bzw. Kälte) oder Kraftstoffen abgestimmt sind. Daneben werden die Kompetenzen für das Zusammenspiel von ökonomischen, ökologischen, sozialen und juristischen Aspekten dieser Bedarfsgerechtheit mit den Technologien gebündelt, um somit eine optimale Integration von Bioenergie in das Energiesystem gewährleisten zu können. Diese Betrachtungen erfolgen zunehmend nicht nur vor dem deutschen, sondern auch vor verschiedenen internationalen Hintergründen.

Paul Trainer | idw
Weitere Informationen:
http://www.dbfz.de/web/presse/pressemitteilungen-2013/alternativ-heizen-dbfz-untersucht-energetische-nutzung-von-jordanischen-ol
http://www.dbfz.de/web/kompetenzfelder.html

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Energieproduzierende Fenster stehen kurz bevor
23.02.2017 | University of Minnesota / Università degli Studi di Milano-Bicocca

nachricht Hauchdünn wie ein Atom: Ein revolutionärer Halbleiter für die Elektronik
23.02.2017 | Universität Bayreuth

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie