Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

8 bis 13 Mio. Tonnen Stroh für Bioenergiegewinnung pro Jahr nachhaltig verfügbar

07.09.2011
Allerorts werden derzeit die Felder geerntet und Strohballen produziert. Dass in ihnen erhebliches Potenzial für zukünftige Bioenergie steckt, konnte nun ein interdisziplinäres Forscherteam zeigen. Die Wissenschaftler sind der Frage nachgegangen, wie viel Stroh in Deutschland nachhaltig verfügbar ist und welche Nutzungsoptionen zur Bioenergiebereitstellung vorhanden sind.

Die Nutzung von Reststoffen zur Gewinnung von Bioenergie bietet gegenüber der Nutzung von Energiepflanzen den Vorteil, dass keine zusätzlichen Flächen genutzt werden und keine Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion auftritt.

Stroh gehört dabei zu den landwirtschaftlichen Reststoffen mit dem größten bislang ungenutzten Potenzial. In Deutschland fallen durchschnittlich 30 Millionen Tonnen Getreidestroh pro Jahr an, von denen je nach Methode 8 bis 13 Millionen Tonnen für verschiedene Bioenergiepfade und für die stoffliche Nutzung nachhaltig genutzt werden können.

Zu diesem Ergebnis kam das zweijährige Forschungsvorhaben „Basisinformationen für eine nachhaltige Nutzung von landwirtschaftlichen Reststoffen zur Bioenergieerzeugung“ (FKZ: 03KB021), das im Rahmen des BMU-Förderprogramms „Energetische Biomassenutzung“ gefördert wurde. Ziel des Vorhabens war es, das nachhaltige Strohpotenzial für ganz Deutschland mittels Humusbilanzierung auf Landkreisebene zu ermitteln. Die Humusbilanzierung ist ein Verfahren zur Bestimmung des Bedarfs an organischer Substanz ackerbaulich genutzter Böden. Eine ausgeglichene Bilanz soll den Erhalt der Humusvorräte sicherstellen.

Kennzeichnend für das Verbundvorhaben aus dem Deutschen BiomasseForschungsZentrum (DBFZ), der Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft (TLL), dem Institut für Nachhaltige Landbewirtschaftung e.V. (INL) und dem Öko-Institut ist der interdisziplinäre Ansatz: Aus der ackerbaulichen, ökologischen und technisch-ökonomischen Perspektive wurde die gesamte Kette vom Anbau bis zur energetischen Nutzung betrachtet, um zu einem umfassenden Urteil bezüglich der Nachhaltigkeit verschiedener Nutzungsoptionen zu gelangen. Auf der Abschlussveranstaltung „Nachhaltige Nutzung landwirtschaftlicher Reststoffe zur Bioenergiebereitstellung“ am 31. August in Berlin stellte das Projektteam den Teilnehmern aus Forschung, Politik und Wirtschaft die neuesten Erkenntnisse über die Höhe und die räumliche Auflösung des nachhaltigen Strohpotenzials sowie die Ergebnisse aus der Treibhausgasbilanzierung und der ökonomischen Analyse vor.

Die Projektleiterin Daniela Thrän (DBFZ) resümierte: „Durch die energetische Nutzung von Stroh können bis zu 13 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr eingespart werden – das entspricht anderthalb Prozent dessen, was in Deutschland an Treibhausgasen emittiert wird. Damit ist Stroh eindeutig eine Ressource mit Potenzial.“ Sie betont abschließend, dass in Bezug auf die Technologie jedoch noch großer Forschungsbedarf bestehe und noch viele Demonstrations- und Pilotprojekte nötig seien. Bis zur technischen Reife von Biogasanlagen auf Basis von Stroh sollte die Nutzung dieser Ressource prioritär in Heizkraftwerken erfolgen, da in den Strompfaden die höchsten Treibhausgas-Einsparungen zu erzielen sind und durch das novellierte Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) neue Möglichkeiten bezüglich der Wirtschaftlichkeit bestehen.

Die Ergebnisse des Vorhabens sind in der Broschüre „Basisinformationen für eine nachhaltige Nutzung landwirtschaftlicher Reststoffe zur Bioenergiebereitstellung“ zusammengefasst, die beim DBFZ kostenfrei bestellt oder unter

http://www.energetische-biomassenutzung.de/de/downloads/vorhaben.html heruntergeladen werden kann.

Darüber hinaus werden die Ergebnisse zu den Strohpotenzialen je Landkreis in Form eines Webtools mit Kartendarstellung ab dem 15.09.2011 unter http://strohpotenziale.dbfz.de veröffentlicht.

Für das gesamte Bundesgebiet können hier die Strohressourcen recherchiert werden, die für verschiedene Bilanzierungsmethoden die zur Verfügung stehende Strohmenge als Zahlenwert anzeigt.

Das Förderprogramm
Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) hat im Rahmen der nationalen Klimaschutzinitiative das Programm „Förderung von Forschung und Entwicklung zur klimaeffizienten Optimierung der energetischen Biomassenutzung“ aufgelegt.

Im Zuge dieses Programms wird das Verbundprojekt „Basisinformationen für eine nachhaltige Nutzung von landwirtschaftlichen Reststoffen zur Bioenergieerzeugung“ (FKZ: 03KB021A) gefördert, an dem das Deutsche BiomasseForschungsZentrum (DBFZ), die Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft e.V. (TLL), das Institut für Nachhaltige Landbewirtschaftung (INL) und das Öko-Institut beteiligt sind.

Kontakt:
Deutsches BiomasseForschungsZentrum (DBFZ)
Torgauer Straße 116
04347 Leipzig
Angela Gröber –Öffentlichkeitsarbeit
Telefon: +49 (0) 341-2434-457
E-Mail: angela.groeber@dbfz.de

Antje Sauerland | idw
Weitere Informationen:
http://www.energetische-biomassenutzung.de
http://www.energetische-biomassenutzung.de/de/vorhaben/liste-aller-vorhaben/details/projects/43.html

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Fraunhofer ISE und teamtechnik bringen leitfähiges Kleben für Siliciumsolarzellen zu Industriereife
25.04.2018 | Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE

nachricht Netzspannung und Lastströme live und präzise im Blick
24.04.2018 | Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Fraunhofer ISE und teamtechnik bringen leitfähiges Kleben für Siliciumsolarzellen zu Industriereife

Das Kleben der Zellverbinder von Hocheffizienz-Solarzellen im industriellen Maßstab ist laut dem Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE und dem Anlagenhersteller teamtechnik marktreif. Als Ergebnis des gemeinsamen Forschungsprojekts »KleVer« ist die Klebetechnologie inzwischen so weit ausgereift, dass sie als alternative Verschaltungstechnologie zum weit verbreiteten Weichlöten angewendet werden kann. Durch die im Vergleich zum Löten wesentlich niedrigeren Prozesstemperaturen können vor allem temperatursensitive Hocheffizienzzellen schonend und materialsparend verschaltet werden.

Dabei ist der Durchsatz in der industriellen Produktion nur geringfügig niedriger als beim Verlöten der Zellen. Die Zuverlässigkeit der Klebeverbindung wurde...

Im Focus: BAM@Hannover Messe: Innovatives 3D-Druckverfahren für die Raumfahrt

Auf der Hannover Messe 2018 präsentiert die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM), wie Astronauten in Zukunft Werkzeug oder Ersatzteile per 3D-Druck in der Schwerelosigkeit selbst herstellen können. So können Gewicht und damit auch Transportkosten für Weltraummissionen deutlich reduziert werden. Besucherinnen und Besucher können das innovative additive Fertigungsverfahren auf der Messe live erleben.

Pulverbasierte additive Fertigung unter Schwerelosigkeit heißt das Projekt, bei dem ein Bauteil durch Aufbringen von Pulverschichten und selektivem...

Im Focus: BAM@Hannover Messe: innovative 3D printing method for space flight

At the Hannover Messe 2018, the Bundesanstalt für Materialforschung und-prüfung (BAM) will show how, in the future, astronauts could produce their own tools or spare parts in zero gravity using 3D printing. This will reduce, weight and transport costs for space missions. Visitors can experience the innovative additive manufacturing process live at the fair.

Powder-based additive manufacturing in zero gravity is the name of the project in which a component is produced by applying metallic powder layers and then...

Im Focus: IWS-Ingenieure formen moderne Alu-Bauteile für zukünftige Flugzeuge

Mit Unterdruck zum Leichtbau-Flugzeug

Ingenieure des Fraunhofer-Instituts für Werkstoff- und Strahltechnik (IWS) in Dresden haben in Kooperation mit Industriepartnern ein innovatives Verfahren...

Im Focus: Moleküle brillant beleuchtet

Physiker des Labors für Attosekundenphysik, der Ludwig-Maximilians-Universität und des Max-Planck-Instituts für Quantenoptik haben eine leistungsstarke Lichtquelle entwickelt, die ultrakurze Pulse über einen Großteil des mittleren Infrarot-Wellenlängenbereichs generiert. Die Wissenschaftler versprechen sich von dieser Technologie eine Vielzahl von Anwendungen, unter anderem im Bereich der Krebsfrüherkennung.

Moleküle sind die Grundelemente des Lebens. Auch wir Menschen bestehen aus ihnen. Sie steuern unseren Biorhythmus, zeigen aber auch an, wenn dieser erkrankt...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

infernum-Tag 2018: Digitalisierung und Nachhaltigkeit

24.04.2018 | Veranstaltungen

Fraunhofer eröffnet Community zur Entwicklung von Anwendungen und Technologien für die Industrie 4.0

23.04.2018 | Veranstaltungen

Mars Sample Return – Wann kommen die ersten Gesteinsproben vom Roten Planeten?

23.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Neuer Impfstoff-Kandidat gegen Malaria erfolgreich in erster klinischer Studie untersucht

25.04.2018 | Biowissenschaften Chemie

Erkheimer Ökohaus-Pionier eröffnet neues Musterhaus „Heimat 4.0“

25.04.2018 | Architektur Bauwesen

Fraunhofer ISE und teamtechnik bringen leitfähiges Kleben für Siliciumsolarzellen zu Industriereife

25.04.2018 | Energie und Elektrotechnik

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics