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6.000.000 Euro für nachhaltiges Strohfeuer

21.09.2010
Bundesumweltministerium fördert strohbefeuertes Heizkraftwerk in Emlichheim

Die BEKW Bioenergiekraftwerk Emsland GmbH & Co. KG plant in Emlichheim (Niedersachsen) die Errichtung eines in Deutschland in dieser Form und Größenordnung bislang einmaligen strohbefeuerten Heizkraftwerks.

Die Verbrennungsanlage ist für 10,2 Megawatt Bruttostromleistung und 49,8 Megawatt Feuerungswärmeleistung konzipiert. Eine Nettostromleistung von 9 Megawatt wird in das öffentliche Netz eingespeist. An die benachbarte Stärkefabrik der Emsland Group werden Prozesswärme und Hochtemperatur-Dampf geliefert.

Einen weiteren Baustein dieses hocheffizienten Kraft-Wärme-Kopplungskonzepts bildet ein Nahwärmenetz, das Liegenschaften in der Gemeinde Emlichheim mit umweltfreundlicher und klimaschonender Wärme versorgt. Insgesamt wird so eine Primärenergieausnutzung von etwa 90% erreicht.

Mehr als 6 Millionen Euro steuert der Bund zum Gelingen dieses Pilotprojekts bei. Davon kommen 5 Millionen aus dem Umweltinnovationsprogramm des Bundesumweltministeriums (BMU) für das Kraftwerk selbst, bis zu 1 Mio. aus dem KfW-Programm "Erneuerbare Energie Premium" für den Ausbau des Nahwärmenetzes und noch einmal 257.000 Euro für ein begleitendes Messprogramm, ebenfalls aus den Mitteln des BMU. Diese Gelder sind für die öffentliche Hand gut angelegt, die die Mittel durch Steuereinnahmen und vermiedene Sozialleistungen mehr als zurückholen wird. Die Gesamtinvestitionen des Vorhabens betragen rund 56 Mio. Euro.

Für den Betrieb des Kraftwerks werden jährlich etwa 75.000 t Stroh benötigt. Dieser Rohstoff stammt ausschließlich aus dem regionalen Getreideanbau im Umkreis von durchschnittlich 60 km. Eine dauerhafte Versorgung der Anlage ist durch eine Beteiligung der liefernden Landwirte als Kommanditisten an dem Unternehmen sichergestellt. Bislang wurden 103 Lieferverträge über 93% der benötigten Strohmenge abgeschlossen.

Der Reststoff Stroh fand als Nebenprodukt der Landwirtschaft bisher kaum energetische Verwendung. Die innovative Technik des geplanten Bioenergiekraftwerkes wird nun dieses Biomassepotenzial erstmalig in größerem Umfang erschließen. Landwirtschaftliche Flächen außerhalb der Nahrungs- bzw. Futtermittelproduktion werden nicht in Anspruch genommen.

Vom Bau und Betrieb der Anlage profitieren Klima und Region gleichermaßen. Unter Berücksichtigung der Treibhausgase Kohlendioxid (CO2), Methan (CH4) und Lachgas (N2O) sowie der verdrängten fossilen Energie können jährlich Emissionen in Höhe von rund 89.500 t CO2-Äquivalenten vermieden werden.

So weit möglich werden Aufträge für die Errichtung des Heizkraftwerks an Unternehmen aus der Region vergeben. Es entstehen ebenso Arbeitsplätze im Zuge des Anlagenbetriebes. Von den Steuereinnahmen profitiert die Kommune, von den Rohstofflieferungen die heimische Landwirtschaft, und auch die Erlöse aus der Anlage selbst verbleiben weitgehend im Land.

"Wir gehen davon aus, noch im Oktober mit den Arbeiten am Bauplatz beginnen zu können", so Wilhelm Pieper, einer der Geschäftsführer der BEKW. "Die Anlage soll nicht unsere einzige bleiben. Aus unserer Sicht eigenen sich auch zwei weitere Produktionsstandorte der Emsland-Stärke, unser technisches und logistisches Konzept umzusetzen. Dabei handelt es sich um die Werke in Cloppenburg in Niedersachsen und Kyritz in Brandenburg." In Emlichheim nimmt, dass die Inbetriebnahme des Heizkraftwerkes Ende 2011 erfolgen kann.

Zur BEKW Bioenergiekraftwerk Emsland GmbH & Co. KG:

Die BEKW Bioenergiekraftwerk Emsland wurde 2006 gegründet. Unternehmenszweck ist der Bau und der spätere Betrieb des Bioenergiekraftwerkes in Emlichheim. Gesellschafter der BEKW sind u. a. die Emsland-Stärke GmbH (ein Unternehmen der Emsland Group) und die BE Bioenergie GmbH & Co. KG.

Zur Emsland Group:

Die Emsland Group ist Deutschlands größter Kartoffelstärkeproduzent und weltweit führend in der Herstellung von Stärkeveredlungsprodukten, Proteinen, Fasern, Kartoffelflocken und

-granulaten mit einem Umsatz von 335 Mio. EUR (2009). Hauptsitz des Unternehmens ist Emlichheim im Landkreis Grafschaft Bentheim. Mit 840 Mitarbeitern an sechs Produktionsstandorten werden jährlich mehr als 1.5 Mio. Tonnen Stärkekartoffeln verarbeitet. 82% der Produkte werden im Export vermarktet. Hauptunternehmen des Konzerns ist die Emsland-Stärke GmbH in Emlichheim. Dort betreibt sie Europas größte kartoffelverarbeitende Stärkefabrik.

Zur BE Bioenergie:

Gegenstand der BE Bioenergie ist die technische Planung von Energieerzeugungsanlagen. Die BE Bioenergie ist als Generalplaner für die BEKW tätig. Erstes Projekt ist das geplante Bioenergiekraftwerk in Emlichheim. Zwei weitere Anlagen sind an den Standorten der Emsland-Stärke in Cloppenburg und Kyritz vorgesehen. Seit Ende 2007 ist die BE Bioenergie Kooperationspartner der dänischen Burmeister & Wain Energy A/S.

Kontakt:
BEKW Bioenergiekraftwerk Emsland GmbH & Co. KG
Rudolf-Diesel-Straße 8, 49824 Emlichheim
Telefon: 05943-98558-0
Telefax: 05943-98558-15
E-Mail: info@bekw.de
Pressekontakt:
MEDIAfrac Werner Bußmann
Gartenstr. 36, 49744 Geeste
Telefon: 05907-545
Telefax: 05907-7379
E-Mail: info@mediafrac.de

Werner Bußmann | MEDIAfrac
Weitere Informationen:
http://www.bekw.de

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