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Das System nutzt Landmarken für die Routenanweisung – also Objekte in der Umgebung, die auf irgendeine Weise auffällig sind. Es funktioniert dabei sowohl im Indoor- als auch im Outdoor-Bereich.
Die neue Anwendung für Smartphones wurde so erweitert, dass nun auch der Nutzer selbständig Landmarken erstellen kann. „UR-Walking 2.0“ wird auf der CeBit-Messe vom 5. bis zum 9. März 2013 in Hannover vorgestellt.
Bereits im letzten Jahr haben Studierende der Universität Regensburg gemeinsam mit ihren Dozentinnen und Dozenten das Fußgänger-Navigationssystem „UR-Walking“ für Smartphones entwickelt. Es sollte die Orientierung auf dem Campus erleichtern und entstand im Rahmen eines Forschungsseminars, das von Prof. Dr. Bernd Ludwig und Dr. Ludwig Hitzenberger vom Institut für Information und Medien, Sprache und Kultur geleitet wurde.
Im Gegensatz zu herkömmlichen Navigationssystemen unterstützt „UR-Walking“ bei der Routenanweisung nicht mit Entfernungsangaben, sondern mit Hilfe sogenannter Landmarken. Das sind Objekte in der Umgebung, die auf irgendeine Art und Weise herausragend oder auffällig sind. „Denn es bringt wenig, wenn ein System sagt ‚Laufe 50 Meter und biege links ab‘. Woher soll man wissen, wann die 50 Meter erreicht sind?“, so Ludwig. „Für Fußgänger ist es eindeutiger, wenn die Anweisung ‚Nach der Treppe links abbiegen‘ lautet.“
Die Landmarken müssen aber zunächst ins System übernommen werden, bevor sie bei „UR-Walking“ für die Routenanweisungen benutzt werden können. Vor einem Jahr war diese Datenerhebung noch relativ kompliziert, da die Landmarken auf dem Campus von den Studierenden einzeln ausgewählt werden mussten.
„Die angestrebte Ausweitung der Anwendung auf andere Orte – Innenstadtbereiche oder große Bahnhöfe – war mit einer solchen manuellen Erhebung nicht zu stemmen“, erklärt Hitzenberger. „Dennoch blieb es natürlich unser Anspruch.“
Ihr Ziel haben die Forscher nun erreicht. Sie entwickelten eine spezielle Erweiterung für das System: Die Smartphone-Applikation wurde so erweitert, dass auch der Nutzer der App Landmarken erstellen kann. Während der Bewegung und Navigation an einem Ort kann der Nutzer auffällige Objekte auf seiner Route als Landmarke festlegen. Diese werden dann mit GPS-Position in eine zentrale Datenbank übernommen und kann so im Anschluss auch anderen Nutzern zur Orientierung dienen. Bezeichnet wird das Verfahren als „Collaborative Landmarking“.
Der Nutzer muss im Anschluss in einem Fragebogen Details zur Landmarke angeben. So kann eine Landmarke beispielsweise durch ihre Größe, Form oder Farbe auffallen. Haben viele Nutzer ein bestimmtes Objekt bewertet, entsteht daraus das sogenannt „Social Salience Model“. „Genau wie bei Openstreetmap oder auch bei YouTube setzen wir damit auf Inhalte, die vom Nutzer selbst verfügbar gemacht werden“, erläutert Hitzenberger. „Nur mit einem solchen Konzept lassen sich große Massen an Daten erzeugen.“
Neben dieser Methode der Datenerhebung überzeugt „UR-Walking 2.0“ auch mit einer spektakulären Darstellung: Über 3D-Modelle kann der Nutzer auf seinem Tablet seine Umgebung im Indoor- und Outdoor-Bereich erkunden. Mit Hilfe von DOS 3D sollen sich die Nutzer dabei noch besser orientieren können, als das aus der Vogelperspektive einer Kartenansicht möglich wäre.
Die Regensburger Studierenden und ihre Dozenten werden den Prototypen des Systems auf der diesjährigen CeBit-Messe vom 5. bis zum 9. März 2013 in Hannover präsentieren. Sie sind bereits zum wiederholten Male Aussteller im Rahmen der weltweit größten Messe für Informationstechnik. Bei der CeBit 2013 wird das Team in Halle 9 – beim Stand von „Bayern Innovativ“ – zu finden sein. „UR-Walking 2.0“ wird dort auch in einem Film veranschaulicht, der in Kooperation mit dem Bayerischen Rundfunk entstanden ist.
Ansprechpartner für Medienvertreter:
Dr. Ludwig Hitzenberger
Universität Regensburg
Institut für Information und Medien, Sprache und Kultur
Tel.: 0941 943-4195
Ludwig.Hitzenberger@sprachlit.uni-regensburg.de
Alexander Schlaak | Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen: www.uni-regensburg.de
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