Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     Siemens     3M    n-tv
Datenbankrecherche:

Fachgebiet (optional):

 

„UR-Walking 2.0“: Neues Navigationssystem für Fußgänger - Vorstellung auf der CeBit 2013

28.02.2013
Regensburger Forscher haben mit „UR-Walking 2.0“ ein erweitertes Navigationssystem für Fußgänger entwickelt.

Anzeige

Das System nutzt Landmarken für die Routenanweisung – also Objekte in der Umgebung, die auf irgendeine Weise auffällig sind. Es funktioniert dabei sowohl im Indoor- als auch im Outdoor-Bereich.


Die neue Anwendung für Smartphones wurde so erweitert, dass nun auch der Nutzer selbständig Landmarken erstellen kann. „UR-Walking 2.0“ wird auf der CeBit-Messe vom 5. bis zum 9. März 2013 in Hannover vorgestellt.

Bereits im letzten Jahr haben Studierende der Universität Regensburg gemeinsam mit ihren Dozentinnen und Dozenten das Fußgänger-Navigationssystem „UR-Walking“ für Smartphones entwickelt. Es sollte die Orientierung auf dem Campus erleichtern und entstand im Rahmen eines Forschungsseminars, das von Prof. Dr. Bernd Ludwig und Dr. Ludwig Hitzenberger vom Institut für Information und Medien, Sprache und Kultur geleitet wurde.

Im Gegensatz zu herkömmlichen Navigationssystemen unterstützt „UR-Walking“ bei der Routenanweisung nicht mit Entfernungsangaben, sondern mit Hilfe sogenannter Landmarken. Das sind Objekte in der Umgebung, die auf irgendeine Art und Weise herausragend oder auffällig sind. „Denn es bringt wenig, wenn ein System sagt ‚Laufe 50 Meter und biege links ab‘. Woher soll man wissen, wann die 50 Meter erreicht sind?“, so Ludwig. „Für Fußgänger ist es eindeutiger, wenn die Anweisung ‚Nach der Treppe links abbiegen‘ lautet.“

Die Landmarken müssen aber zunächst ins System übernommen werden, bevor sie bei „UR-Walking“ für die Routenanweisungen benutzt werden können. Vor einem Jahr war diese Datenerhebung noch relativ kompliziert, da die Landmarken auf dem Campus von den Studierenden einzeln ausgewählt werden mussten.
„Die angestrebte Ausweitung der Anwendung auf andere Orte – Innenstadtbereiche oder große Bahnhöfe – war mit einer solchen manuellen Erhebung nicht zu stemmen“, erklärt Hitzenberger. „Dennoch blieb es natürlich unser Anspruch.“

Ihr Ziel haben die Forscher nun erreicht. Sie entwickelten eine spezielle Erweiterung für das System: Die Smartphone-Applikation wurde so erweitert, dass auch der Nutzer der App Landmarken erstellen kann. Während der Bewegung und Navigation an einem Ort kann der Nutzer auffällige Objekte auf seiner Route als Landmarke festlegen. Diese werden dann mit GPS-Position in eine zentrale Datenbank übernommen und kann so im Anschluss auch anderen Nutzern zur Orientierung dienen. Bezeichnet wird das Verfahren als „Collaborative Landmarking“.

Der Nutzer muss im Anschluss in einem Fragebogen Details zur Landmarke angeben. So kann eine Landmarke beispielsweise durch ihre Größe, Form oder Farbe auffallen. Haben viele Nutzer ein bestimmtes Objekt bewertet, entsteht daraus das sogenannt „Social Salience Model“. „Genau wie bei Openstreetmap oder auch bei YouTube setzen wir damit auf Inhalte, die vom Nutzer selbst verfügbar gemacht werden“, erläutert Hitzenberger. „Nur mit einem solchen Konzept lassen sich große Massen an Daten erzeugen.“

Neben dieser Methode der Datenerhebung überzeugt „UR-Walking 2.0“ auch mit einer spektakulären Darstellung: Über 3D-Modelle kann der Nutzer auf seinem Tablet seine Umgebung im Indoor- und Outdoor-Bereich erkunden. Mit Hilfe von DOS 3D sollen sich die Nutzer dabei noch besser orientieren können, als das aus der Vogelperspektive einer Kartenansicht möglich wäre.

Die Regensburger Studierenden und ihre Dozenten werden den Prototypen des Systems auf der diesjährigen CeBit-Messe vom 5. bis zum 9. März 2013 in Hannover präsentieren. Sie sind bereits zum wiederholten Male Aussteller im Rahmen der weltweit größten Messe für Informationstechnik. Bei der CeBit 2013 wird das Team in Halle 9 – beim Stand von „Bayern Innovativ“ – zu finden sein. „UR-Walking 2.0“ wird dort auch in einem Film veranschaulicht, der in Kooperation mit dem Bayerischen Rundfunk entstanden ist.

Ansprechpartner für Medienvertreter:
Dr. Ludwig Hitzenberger
Universität Regensburg
Institut für Information und Medien, Sprache und Kultur
Tel.: 0941 943-4195
Ludwig.Hitzenberger@sprachlit.uni-regensburg.de

Alexander Schlaak | Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen: www.uni-regensburg.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie CeBIT 2013:

nachricht CeBIT 2013: Smart Farming – Software macht das Ernten cleverer
06.03.2013 | Fraunhofer-Institut für Experimentelles Software Engineering IESE

nachricht Neuartiges Wunddokumentationssystem wird erstmals auf der CeBIT präsentiert
06.03.2013 | Hochschule Harz, Hochschule für angewandte Wissenschaften (FH)

Alle Nachrichten aus der Kategorie CeBIT 2013 >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>


Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Optimiert packen, planen, produzieren – und Ressourcen effizient nutzen


Fraunhofer SCAI zeigt aktuelle Software und Dienstleistungen auf der Messe »transport logistic« in München.

Zur Messe »transport logistic« in München präsentiert das Fraunhofer-Institut für Algorithmen und Wissenschaftliches Rechnen SCAI seine Software-Lösungen und Dienstleistungen auf dem Gebiet der Optimierung. Mit dabei ist die jüngste Version der Software PackAssistant, die weltweit von Unternehmen erfolgreich für die 3D-Verpackungsplanung eingesetzt wird.

PackAssistant berechnet die optimierte Befüllung von Behältern ...

Im Focus: Viren im Dienst der Gesundheit


Das an sich harmlose Enzym „Npro“ spielt beim Angriff des Schweinepest-Virus eine Hauptrolle. Gleichzeitig lässt sich das Enzym perfekt für neue Herstellverfahren von medizinischen Wirkstoffen einsetzen.

Die acib-Forschung hat seine Geheimnisse gelüftet und eröffnet damit nicht nur neue Möglichkeiten zum Bekämpfen des Virus, sondern auch für das Herstellen von Protein-Medikamenten – in Form eines "LKW im Mikrobereich".

Die von Viren übertragene Schweinepest gehört zu den gefährlichsten Tierseuchen weltweit und war bisher schwer kontrollierbar. Wie man aus ...

Im Focus: Gießtechnisch verbunden: Hybride CFK-Aluminium-Fügeverbindung für den Leichtbau


Leichtbau gilt als Schlüsseltechnologie. Wo immer es um geringes Gewicht geht und Massen bewegt werden müssen, sind sie gefragt: Faserverbundwerkstoffe. Doch nicht immer geht es ohne Metall.

Eine Methode, die besten Eigenschaften verschiedener Werkstoffe miteinander zu verbinden, ist die Hybrid-Bauweise. Sinnvolle Kombinationen unterschiedlicher Materialien sind zum Beispiel CFK und Aluminium.

Derzeit erfolgt das Verbinden dieser Komponenten über ein adhäsives oder mechanisches Fügen. Insbesondere im Hinblick auf gewichtsoptimierte, integrale Strukturen mit verbesserten mechanischen Eigenschaften sind jedoch neue Konstruktions- ...

Im Focus: Zweikampf in der Quantenwelt


Einen tiefen Einblick in das Wesen quantenmechanischer Phasenübergänge gewannen Innsbrucker Quantenphysiker um Rainer Blatt und Peter Zoller im Labor.

Sie haben als erste Forscher den Kampf gegensätzlicher Dynamiken an einem neuartigen Übergang zweier quantenmechanischer Ordnungen simuliert und berichten darüber in der Fachzeitschrift Nature Physics.

„Bringen wir Wasser zum Kochen, steigen Wassermoleküle als Dampf auf. Eine solche Änderung der physikalischen Ordnung von Materie nennen wir Phasenübergang“, erklärt Sebastian Diehl vom ...

Im Focus: Magnetische Fingerabdrücke von supraflüssigem
Helium-3


Supraleitungssensoren der PTB ermöglichen hochempfindliche Messungen der magnetischen Kernresonanz dünner Helium-3-Schichten - aktuelle Veröffentlichung in Science

Tieftemperatur-Spezialisten der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) haben mit ihren SQUIDs dazu beigetragen, dass die magnetischen Momente von Atomen des seltenen Isotopes 3He (Helium-3) extrem empfindlich gemessen werden konnten. Mithilfe dieser Sensoren wurden hochempfindliche Kernresonanzspektrometer entwickelt, die jetzt tiefe Einblicke in den Zustand der Materie bei extrem tiefen Temperaturen lieferten.

Konkret sperrte ...

Alle Focus-News des innovations-reports >>>

Anzeige

B2B Suche
Produkt / Dienstleistung
Firma / Organisation

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Aktuell

Trockenheit bringt Borneos Bäume gleichzeitig zum Blühen

22.05.2013 | Biowissenschaften Chemie

Drought makes Borneo’s trees flower at the same time

22.05.2013 | Biowissenschaften Chemie

Badegewässer: 94 Prozent erfüllen Mindeststandards

22.05.2013 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Veranstaltungen

Aktuelle Entwicklungen in der Molekularen Katalyse

22.05.2013 | Veranstaltungsnachrichten

7.000 Mediziner treffen sich im CCH-Congress Center Hamburg

22.05.2013 | Veranstaltungsnachrichten

Richtig. Wichtig. Lebenswichtig. - Tag der Organspende

22.05.2013 | Veranstaltungsnachrichten

FindAndHelp