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Via Handy unterwegs im DSL-Tempo surfen: Mit den mobilen Tausendsassas, die in wenigen Tagen auf der CeBIT präsentiert werden, ist das kein Traum mehr. Bis zu 1,8 Megabit pro Sekunde schafft die neue Handygeneration mit dem Datenturbo HSDPA (High Speed Downlink Packet Access) - und ist damit rund fünfmal schneller als im derzeitigen UMTS-Netz. Dank HSDPA gehen künftig umfangreiche Mail- oder Musik-Downloads in Geschwindigkeiten vonstatten, wie sie bisher dem Festnetz vorbehalten waren. Später sollen sogar noch höhere Datenraten möglich sein. Die beiden größten deutschen Mobilfunkanbieter T-Mobile und Vodafone wollen zur CeBIT voll in die Vermarktung von HSDPA einsteigen; die Telekom-Tochter wird zudem ein Smartphone auf Basis des MDA Vario zeigen, das den neuen Datenschnelldienst unterstützen soll. Auch Handyhersteller wie Samsung, BenQ Siemens oder LG Electronics wollen in Hannover serienreife Multimedia-Modelle mit HSDPA und weiteren Top-Features vorstellen. Verfügbar sollen sie spätestens im Sommer 2006 sein.
Mobiles Breitbandgeschäft kommt auf Touren
Die Zeit ist reif für die mobile Internet-Offensive: Der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V. (BITKOM) rechnet für 2006 fest mit dem Durchbruch der UMTS-Technik. ’Leistungsfähige Netze, attraktive Geräte und interessante Dienste - jetzt ist alles da, um den mobilen Breitbandmarkt anzuschieben’, freut sich BITKOM-Präsident Willi Berchtold. Endlich sei das ’Henne-Ei-Problem’ gelöst. ’Ende 2005 gab es in Deutschland rund 2,3 Millionen UMTS-Handys und -karten. Bis zum Ende dieses Jahres erwarten wir etwa neun Millionen.’
Datenturbo HSDPA bald auch im Durchschnittshandy
Chiphersteller wie Infineon wollen dafür sorgen, dass auch HSDPA kein Privileg der Business-Klasse bleibt. Ein neuer Basisbandprozessor soll dem Datenturbo ab 2007 im mittleren Handy-Preissegment zum Durchbruch verhelfen und später Download-Raten bis zu 7,2 Megabit pro Sekunde möglich machen. Außerdem unterstützt Infineons Wunder-Chip Assisted-GPS, WLAN und Bluetooth. Auch beim Telecomausrüster Ericsson setzt man voll auf das mobile Breitbandgeschäft. ’Mobiles Fernsehen ist ein Service, den viele von uns künftig nutzen werden’, prognostiziert Firmenchef Carl-Henric Svanberg.
Bundeswirtschaftsminister Glos: Handy-TV zur Fußball-WM
In Deutschland soll der Fernsehempfang mit dem Handy bis zur Fußball-WM in diesem Jahr möglich sein. Dies verkündete Bundeswirtschafts-minister Michael Glos im Februar bei der Eröffnung des Forums Digitale Medien in Berlin. In verschiedenen Bundesländern laufen derzeit noch Pilotprojekte mit den konkurrierenden Übertragungsstandards DMB (Digital Multimedia Broadcast) und DVB-H (Digital Video Broadcasting via Handheld). Zur Erteilung einer bundesweiten DMB-Lizenz ’für mindestens drei Jahre’ hat die Gemeinsame Stelle Programm, Werbung und Medienkompetenz (GSPWM) der Landesmedienanstalten vor wenigen Tagen eine Empfehlung herausgegeben. Favorisiert wird das Düsseldorfer Unternehmen Mobiles Fernsehen Deutschland GmbH (MFD), das als unabhängig von den großen Mobilfunknetzbetreibern gilt. Die Zustimmung der 15 Landesmedienanstalten steht aber noch aus.
Handybranche rüstet sich für den Fernseh-Massenmarkt
Die Hardware-Hersteller stehen bereits in den Startlöchern. Wenn in den Stadien die Fußball-WM angepfiffen wird, sollen die auf der CeBIT ausgestellten TV-Telefone von BenQ Siemens und Samsung mit DMB-Technik in den Handyshops verfügbar sein. Samsung hält auch ein DVB-H-Gerät bereit; Nokia und Sony Ericsson setzen voll auf diesen Standard und wollen bei dessen Weiterentwicklung kooperieren. Unterdessen hat der Grafikprozessor-Spezialist Nvidia einen neuen Multimediachip angekündigt, der die Darstellung von digitalen Fernsehinhalten auf dem Handydisplay entscheidend verbessern soll. Der Prozessor verspricht zudem 24-Bit-Musikwiedergabe mit Surround-Sound und soll ab der zweiten Jahreshälfte in größeren Stückzahlen erhältlich sein.
Damit das Fernsehvergnügen aber auch die Konsumenten in Massen erreicht, sind global einsetzbare Technologien notwendig. Die Alcatel-Inititative ’Unlimited Mobile TV for Mass Market’ schlägt eine Kombination von terrestrischen und Satelliten gestützten Übertragungen vor, um auch weniger stark besiedelte Regionen zu versorgen. Neben DVB-H soll dabei auch das für Satellitenübertragungen reservierte S-Band zum Einsatz kommen, das sich unmittelbar an das UMTS-Spektrum anschließt und einen problemlosen Empfang über Ländergrenzen hinweg gewährleisten würde. Als erstes großes Unternehmen hat Sagem die Entwicklung entsprechender Handys angekündigt. Die Marktforscher von Goldmedia sind überzeugt, dass sich das Engagement der Branche lohnt: Nach Einschätzung der Beratungsfirma lassen sich bereits 2010 in Deutschland 450 Millionen Euro Umsatz mit mobilen TV-Angeboten erzielen.
Gabriele Dörries | Quelle: Deutsche Messe AG
Weitere Informationen: www.cebit.de
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