Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Damit maschinelles Sehen den Markt erobert

24.02.2016

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren auf der CeBIT 2016 eine Software für die Entwicklung von bildverarbeitenden Systemen über Betriebssystem- und Rechenarchitekturgrenzen hinweg

Ob beim teilautonomen Fahren, in der Robotik oder im intelligenten Haus: Maschinelles Sehen ist eine der Schlüsseltechnologien des Internets der Dinge. Die entsprechenden Systeme müssen mit den begrenzten Leistungs- und Energieressourcen eingebetteter und mobiler Computersysteme auskommen.


Markus Heß, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Professur Digital- und Schaltungstechnik, zeigt eine mit dem Framework XPCV entwickelte Bildverarbeitungskette. Foto: Lars Meinel

Während dies durch zunehmend leistungsfähigere, energieeffizientere und kostengünstigere Prozessoren sowie intelligente Algorithmen immer besser gelingt, arbeiten Wissenschaftler der Technischen Universität Chemnitz an der Lösung einer weiteren Herausforderung: „Ein Hindernis für die Etablierung des maschinellen Sehens ist die Tatsache, dass jede einzelne Problemstellung durch eine aufwändige Entwicklung individuell gelöst werden muss“, sagt Lars Meinel, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Professur Digital- und Schaltungstechnik, und verdeutlicht:

„Synergieeffekte zwischen verschiedenen Anwendungen wie der automatischen Passagierschleuse am Flughafen und der Warteschlangenzählung an der Supermarktkasse können trotz der Ähnlichkeit zugrundeliegender Algorithmen aktuell nicht genutzt werden.“ Die Chemnitzer Wissenschaftler präsentieren ihre Lösung – ein Cross-Platform Computer Vision (XPCV) Framework – auf der CeBIT in Hannover.

Dort geben sie vom 14. bis 18. März 2016 einen Einblick in die Funktionsweise und den Nutzen der neuen Softwareumgebung. Messebesucher erhalten am Gemeinschaftsstand „Forschung für die Zukunft“ in Halle 6, Stand B24, zudem Informationen, wann und wie die Software genutzt werden kann.

Das an der Professur Digital- und Schaltungstechnik entwickelte Cross-Platform Computer Vision (XPCV) Framework ist eine Software, die eine modularisierte Entwicklung von bildverarbeitenden Systemen über Betriebssystem- und Rechenarchitekturgrenzen hinweg ermöglicht. „Ein auf dem PC entwickeltes System kann damit schnell und unkompliziert auf eine Embedded-Zielplattform übertragen und zudem über eine integrierte Kommunikationsschnittstelle fernkonfiguriert werden.

Der Anteil der aufwändigen Entwicklung von Kommunikationsprotokollen und hardwareoptimierten Algorithmen wird auf ein Minimum reduziert“, sagt Meinel und ergänzt: „Eine intuitiv zu bedienende grafische Benutzeroberfläche sowie eine zunehmend wachsende Modulbibliothek helfen auch Einsteigern, zum Beispiel in Verbindung mit Einplatinencomputern wie dem Raspberry Pi erste funktionsfähige Bildverarbeitungssysteme zu realisieren. Erfahrene Entwickler profitieren von einer verbesserten Konfigurierbarkeit, Parametrisierbarkeit und Testbarkeit der Verarbeitungskette.“

Insgesamt kann die Software die Entwicklungskosten und Markteinführungszeiten für bildverarbeitende Systeme reduzieren – und macht dadurch den Weg frei für Anwendungen in Märkten wie dem Smart Home, wo der Preis eine große Rolle spielt. Dadurch erhoffen sich die Chemnitzer Wissenschaftler, dass das maschinelle Sehen auch außerhalb der aktuellen Kernmärkte der Industrieautomatisierung und Qualitätssicherung Fuß fassen kann.

Weitere Informationen: https://www.xpcv.de

Kontakt: Lars Meinel, Telefon 0371 531-33593, E-Mail lars.meinel@etit.tu-chemnitz.de

www.tu-chemnitz.de

Katharina Thehos | Technische Universität Chemnitz

Weitere Nachrichten aus der Kategorie CeBIT 2016:

nachricht Sicherheit für die vernetzte Industrie
15.03.2016 | Fraunhofer-Gesellschaft

nachricht Trügerische Sicherheit – Stellar Datenrettung auf der CeBIT im Business Security Forum
14.03.2016 | Stellar Datenrettung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: CeBIT 2016 >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften