Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Fraunhofer IOSB auf der CeBIT: Automatisierte Mikroskopie im MicroLab

22.01.2014
Die Mikroelektronik gehört zu den wichtigsten Industriezweigen unserer High-Tech-Welt. Immer mehr Produkte sind mit Rechnertechnik ausgestattet.

Waren Prozessoren noch vor wenigen Jahren überwiegend in Computern zu finden stecken Sie heute in Medizintechnik, Uhren, Brillen, intelligenten Textilien, Fahrzeugen oder in der Gebäudetechnik. Die Unterhaltungs- und Kommunikationstechnik boomt in unserer vernetzten Welt.

Inzwischen ist die Mikroelektronik im Nanobereich angekommen, die Bauteile sind so winzig, dass ein Prozessor in einem Stecknadelkopf Platz findet. Das stellt hohe Ansprüche an die Fertigung.

Das Fraunhofer IOSB beschäftigt sich seit langem mit der automatisierten Bildauswertung für die Qualitätssicherung in der Produktion, insbesondere mit der Inspektion von Oberflächen. So entstand die Idee, dieses Knowhow auf die Bildwelt der Mikroskopie zu übertragen. Entwickelt wurde eine Demo- und Testumgebung für eine vollautomatisierte Inspektion mit unterschiedlichen Mikroskopen, die mit Hilfe von etablierten automatisierungstechnischen Komponenten kombiniert werden. Dazu stehen im MicroLab verschiedene optische Mikroskope als Beispiele zur Verfügung. Dies sind momentan ein Makroskop mit flexiblen Beleuchtungsmöglichkeiten, ein Weißlichtinterferometer / Konfokal Mikroskop, ein Forschungsmikroskop und ein 3D-rekonstruierendes Autofokus-System.

Roboter als Operator

Bedient werden die Mikroskope von einem handelsüblichen sechsachsigen Industrieroboter. Er übergibt die Proben positionsgenau an die verschiedenen Mikroskope. Projektleiter Peter Frühberger erläutert: „Der Roboter ist mit einer zentralen Steuereinheit verbunden, die auf weitere Sensoren zurückgreifen kann. Dadurch weiß das Inspektionssystem über den laufenden Inspektionsprozess Bescheid und kann den Ablauf intelligent beeinflussen. Prüfabläufe werden so auf die Mikroskope verteilt, dass eine möglichst gleichzeitige Nutzung aller Systeme möglich wird.“ Das spart Zeit und führt zu optimal auf die Inspektionsaufgabe abgestimmten Ergebnissen.

Modularer Aufbau

Das MicroLab verwendet bewusst Standardkomponenten aus der Automatisierungstechnik. So kann das MikroLab als Gesamtsystem zur Inspektion, Analyse und Qualitätssicherung für eine Vielzahl von Objekten und Oberflächen eingesetzt werden. Durch die verfügbaren Mikroskope ist gewährleistet, dass eine große Bandbreite von Aufgabenstellungen gelöst werden kann. Der kombinierte Einsatz mehrerer Mikroskope eröffnet neue Potenziale auch in Anwendungen, bei denen einzelne Mikroskope nicht ausreichend wären. Eine Integration von ausgewählten Komponenten des MicroLab in bereits bestehende Systeme ließe sich durch den modularen Aufbau einfach realisieren.

Ein weiterer Vorteil: im MicroLab kann ein Kunde aus der Industrie zunächst ausprobieren, welche Mikroskope sich für seine Aufgabenstellung am besten eignen und wie er diese in seine bestehende Anlage integrieren kann.

Die langjährige Erfahrung des IOSB im Themenumfeld Bildverarbeitung kommt auch im MicroLab zum Tragen. Etablierte Verfahren aus den Bereichen Bildfusion oder photometrisches Stereo wurden in die mikroskopische Dimension übertragen.

Die Adaption solcher bewährter Verfahren trägt einen wesentlichen Teil dazu bei, modulare und industrietaugliche mikroskopische Inspektionssysteme erfolgreich in die Anwendung zu überführen.

Auf der CeBIT 2014 wird ein Ausschnitt des MicroLab erstmalig der Öffentlichkeit vorgestellt. Es ist zu sehen in Halle 9 auf dem Stand der Fraunhofer-Gesellschaft.

Sibylle Wirth | Fraunhofer-Institut
Weitere Informationen:
http://www.iosb.fraunhofer.de/servlet/is/42735/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie CeBIT 2014:

nachricht Nachhaltigkeit mit Fokus – LZH auf der Hannover Messe 2014
24.03.2014 | Laser Zentrum Hannover e.V.

nachricht Chancen der Telemedizin als Thema des IT-Planungsrates auf der CeBIT
13.03.2014 | Fraunhofer-Institut für Experimentelles Software Engineering IESE

Alle Nachrichten aus der Kategorie: CeBIT 2014 >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Erstmalig quantenoptischer Sensor im Weltraum getestet – mit einem Lasersystem aus Berlin

An Bord einer Höhenforschungsrakete wurde erstmals im Weltraum eine Wolke ultrakalter Atome erzeugt. Damit gelang der MAIUS-Mission der Nachweis, dass quantenoptische Sensoren auch in rauen Umgebungen wie dem Weltraum eingesetzt werden können – eine Voraussetzung, um fundamentale Fragen der Wissenschaft beantworten zu können und ein Innovationstreiber für alltägliche Anwendungen.

Gemäß dem Einstein’schen Äquivalenzprinzip werden alle Körper, unabhängig von ihren sonstigen Eigenschaften, gleich stark durch die Gravitationskraft...

Im Focus: Quantum optical sensor for the first time tested in space – with a laser system from Berlin

For the first time ever, a cloud of ultra-cold atoms has been successfully created in space on board of a sounding rocket. The MAIUS mission demonstrates that quantum optical sensors can be operated even in harsh environments like space – a prerequi-site for finding answers to the most challenging questions of fundamental physics and an important innovation driver for everyday applications.

According to Albert Einstein's Equivalence Principle, all bodies are accelerated at the same rate by the Earth's gravity, regardless of their properties. This...

Im Focus: Mikrobe des Jahres 2017: Halobacterium salinarum - einzellige Urform des Sehens

Am 24. Januar 1917 stach Heinrich Klebahn mit einer Nadel in den verfärbten Belag eines gesalzenen Seefischs, übertrug ihn auf festen Nährboden – und entdeckte einige Wochen später rote Kolonien eines "Salzbakteriums". Heute heißt es Halobacterium salinarum und ist genau 100 Jahre später Mikrobe des Jahres 2017, gekürt von der Vereinigung für Allgemeine und Angewandte Mikrobiologie (VAAM). Halobacterium salinarum zählt zu den Archaeen, dem Reich von Mikroben, die zwar Bakterien ähneln, aber tatsächlich enger verwandt mit Pflanzen und Tieren sind.

Rot und salzig
Archaeen sind häufig an außergewöhnliche Lebensräume angepasst, beispielsweise heiße Quellen, extrem saure Gewässer oder – wie H. salinarum – an...

Im Focus: Innovatives Hochleistungsmaterial: Biofasern aus Florfliegenseide

Neuartige Biofasern aus einem Seidenprotein der Florfliege werden am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP gemeinsam mit der Firma AMSilk GmbH entwickelt. Die Forscher arbeiten daran, das Protein in großen Mengen biotechnologisch herzustellen. Als hochgradig biegesteife Faser soll das Material künftig zum Beispiel in Leichtbaukunststoffen für die Verkehrstechnik eingesetzt werden. Im Bereich Medizintechnik sind beispielsweise biokompatible Seidenbeschichtungen von Implantaten denkbar. Ein erstes Materialmuster präsentiert das Fraunhofer IAP auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vom 20.1. bis 29.1.2017 in Halle 4.2 am Stand 212.

Zum Schutz des Nachwuchses vor bodennahen Fressfeinden lagern Florfliegen ihre Eier auf der Unterseite von Blättern ab – auf der Spitze von stabilen seidenen...

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Hybride Eisschutzsysteme – Lösungen für eine sichere und nachhaltige Luftfahrt

23.01.2017 | Veranstaltungen

Mittelstand 4.0 – Mehrwerte durch Digitalisierung: Hintergründe, Beispiele, Lösungen

20.01.2017 | Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Wie der Nordatlantik zum Wärmepirat wurde

23.01.2017 | Geowissenschaften

Immunabwehr ohne Kollateralschaden

23.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Erstmalig quantenoptischer Sensor im Weltraum getestet – mit einem Lasersystem aus Berlin

23.01.2017 | Physik Astronomie