Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Elektrifizierter Lieferverkehr und digitale Laufzettel

05.03.2014

Informatiker der Universität Jena präsentieren vom 10.-14. März Forschungsprojekte auf der CeBIT

Ob Supermarkt, Apotheke oder Bäckerei – Geschäfte und Unternehmen in Innenstadtlage benötigen regelmäßig Warenlieferungen. Doch der rege Lieferverkehr belastet die Stadtzentren mit Lärm und Abgasen. In Zukunft könnten Elektroautos immer mehr zur sauberen und leiseren Alternative zu Benzin und Diesel werden.


Informatiker der Uni Jena arbeiten an einem System, um die Kommunikation zwischen den Einsatzkräften bei Großunfällen zu verbessern.

Foto: Jan-Peter Kasper/FSU

„Die Fahrt mit einem E-Mobil muss jedoch gut geplant sein“, sagt Dr. Volkmar Schau von der Friedrich-Schiller-Universität Jena. „Denn die Reichweite der Elektroautos ist derzeit noch relativ gering und die Infrastruktur zum Aufladen der Akkus noch unzureichend“, weiß der Informatiker.

Schau und seine Kollegen vom Lehrstuhl für Softwaretechnik entwickeln daher gemeinsam mit Industriepartnern eine Erweiterung für Logistiksysteme, das Spediteure und Kurierfahrer beim innerstädtischen Einsatz von Elektroautos unterstützen soll.

Das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) geförderte Projekt „SmartCityLogistik“ präsentieren die Forscher der Uni Jena vom 10.-14. März auf der CeBIT in Hannover. Die Wissenschaftler sind auf dem Gemeinschaftsstand „Forschung für die Zukunft“ der Bundesländer Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen (Halle 9, Stand B18) zu finden.

E-Mobilverkehr für Speditionen

Spediteure müssen die Verkehrssituation auf der geplanten Route genau im Blick haben, damit die Waren pünktlich ankommen. Ist der Fahrer mit einem Elektroauto unterwegs, spielen eine Reihe von zusätzlichen Faktoren eine Rolle: „Fahrstil und -strecke, Wetterlage und die Art der Fracht beeinflussen die maximale Reichweite eines E-Mobils“, erklärt Volkmar Schau. „Es kann beispielsweise passieren, dass ein Fahrer eine Tour im Sommer problemlos schafft, im Winter jedoch nicht“, so der Wissenschaftler. Denn die Leistung des Akkus verringert sich bei kalten Temperaturen um bis zu 30 Prozent.

Das Logistiksystem der Jenaer Wissenschaftler soll den Fahrer und den Spediteur während des Transports mit aktuellen Informationen zu Wetter, Verkehr und Fahrzeugzustand versorgen. Gleichzeitig teilt das System mit, ob die Tour noch zu schaffen ist, ob der Fahrer seinen Fahrstil anpassen oder besser eine Ladestation aufsuchen sollte und der Spediteur komplett umplanen muss. „Eine solche intelligente Tourenplanung und Fahrerassistenz ist nur möglich, wenn alle Komponenten perfekt zusammenspielen, also die externen Datenquellen, die Software und die mobilen Endgeräte, auf die die Informationen übertragen werden“, erläutert Schau.

In dem Projekt „SmartCityLogistik“ erforschen die Informatiker den Einsatz von E-Mobilen am Beispiel der Stadt Erfurt und anhand verschiedener Szenarien, wie der Auslieferung von Medikamenten. Ein ähnliches Konzept verfolgt das vom BMWi geförderte Projekt „eTelematik“, das die Jenaer Forscher ebenfalls auf der CeBIT präsentieren. Schwerpunkt sind hier elektromotorisch betriebene kommunale Nutzfahrzeuge, an die verschiedene Arbeitsgeräte angebaut werden können, etwa Kehrmaschine oder Schneeschieber.

Sichere Informationen für Retter

Das Team um Volkmar Schau hat für den Messeauftritt aber noch mehr im Gepäck: das Forschungsprojekt „OpenRMSS – Open Rescue Management Support System“ und die zugehörige Ausgründung „unired“. Im Mittelpunkt steht hierbei das „digitale Papier“ für den Einsatz im Regelbetrieb und bei Großunfällen. „Bisher verwenden Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei Laufzettel, auf denen Hinweise zu den Unfallopfern und ihren Verletzungen vermerkt sind und die per Hand weitergegeben werden“, sagt Schau. Nicht selten gehen wichtige Informationen verloren oder werden dem falschen Patienten zugeordnet. Die Zettelwirtschaft ersetzen die Jenaer Forscher durch alle am Einsatzort mobil verfügbaren Geräte wie Laptops, Tablets oder Smartphones, um die nötigen Informationen behördenübergreifend ohne Zeitverlust weiterzugeben und den Funkverkehr zu entlasten. „Damit verbessert sich die Informationslage für die Einsatzkräfte vor Ort, der Einsatzleitzentrale und in den Krankenhäusern. Es bleibt mehr Zeit für das Wichtigste – das Retten von Menschenleben“, sagt Schau.

Kontakt:
Dr. Volkmar Schau
Institut für Informatik der Universität Jena
Ernst-Abbe-Platz 1-4, 07743 Jena
Tel.: 03641 / 946351
E-Mail: volkmar.schau[at]uni-jena.de

Weitere Informationen:

http://www.uni-jena.de
http://www.smartcitylogistik.de
http://www.etelematik.de
http://www.unired.de

Claudia Hilbert | Friedrich-Schiller-Universität Jena

Weitere Nachrichten aus der Kategorie CeBIT 2014:

nachricht Nachhaltigkeit mit Fokus – LZH auf der Hannover Messe 2014
24.03.2014 | Laser Zentrum Hannover e.V.

nachricht Chancen der Telemedizin als Thema des IT-Planungsrates auf der CeBIT
13.03.2014 | Fraunhofer-Institut für Experimentelles Software Engineering IESE

Alle Nachrichten aus der Kategorie: CeBIT 2014 >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Reibungswärme treibt hydrothermale Aktivität auf Enceladus an

Computersimulation zeigt, wie der Eismond Wasser in einem porösen Gesteinskern aufheizt

Wärme aus der Reibung von Gestein, ausgelöst durch starke Gezeitenkräfte, könnte der „Motor“ für die hydrothermale Aktivität auf dem Saturnmond Enceladus sein....

Im Focus: Frictional Heat Powers Hydrothermal Activity on Enceladus

Computer simulation shows how the icy moon heats water in a porous rock core

Heat from the friction of rocks caused by tidal forces could be the “engine” for the hydrothermal activity on Saturn's moon Enceladus. This presupposes that...

Im Focus: Kleine Strukturen – große Wirkung

Innovative Schutzschicht für geringen Verbrauch künftiger Rolls-Royce Flugtriebwerke entwickelt

Gemeinsam mit Rolls-Royce Deutschland hat das Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS im Rahmen von zwei Vorhaben aus dem...

Im Focus: Nanoparticles help with malaria diagnosis – new rapid test in development

The WHO reports an estimated 429,000 malaria deaths each year. The disease mostly affects tropical and subtropical regions and in particular the African continent. The Fraunhofer Institute for Silicate Research ISC teamed up with the Fraunhofer Institute for Molecular Biology and Applied Ecology IME and the Institute of Tropical Medicine at the University of Tübingen for a new test method to detect malaria parasites in blood. The idea of the research project “NanoFRET” is to develop a highly sensitive and reliable rapid diagnostic test so that patient treatment can begin as early as possible.

Malaria is caused by parasites transmitted by mosquito bite. The most dangerous form of malaria is malaria tropica. Left untreated, it is fatal in most cases....

Im Focus: Transparente Beschichtung für Alltagsanwendungen

Sport- und Outdoorbekleidung, die Wasser und Schmutz abweist, oder Windschutzscheiben, an denen kein Wasser kondensiert – viele alltägliche Produkte können von stark wasserabweisenden Beschichtungen profitieren. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) haben Forscher um Dr. Bastian E. Rapp einen Werkstoff für solche Beschichtungen entwickelt, der sowohl transparent als auch abriebfest ist: „Fluoropor“, einen fluorierten Polymerschaum mit durchgehender Nano-/Mikrostruktur. Sie stellen ihn in Nature Scientific Reports vor. (DOI: 10.1038/s41598-017-15287-8)

In der Natur ist das Phänomen vor allem bei Lotuspflanzen bekannt: Wassertropfen perlen von der Blattoberfläche einfach ab. Diesen Lotuseffekt ahmen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Kinderanästhesie aktuell: Symposium für Ärzte und Pflegekräfte

23.11.2017 | Veranstaltungen

IfBB bei 12th European Bioplastics Conference mit dabei: neue Marktzahlen, neue Forschungsthemen

22.11.2017 | Veranstaltungen

Zahnimplantate: Forschungsergebnisse und ihre Konsequenzen – 31. Kongress der DGI

22.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Kinderanästhesie aktuell: Symposium für Ärzte und Pflegekräfte

23.11.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Seminar „Leichtbau im Automobil- und Maschinenbau“ im Haus der Technik Berlin am 16. - 17. Januar 2018

23.11.2017 | Seminare Workshops

Biohausbau-Unternehmen Baufritz erhält von „ Capital“ die Auszeichnung „Beste Ausbilder Deutschlands“

23.11.2017 | Unternehmensmeldung