Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Fraunhofer IDMT setzt auf neuartige digitale Suchmöglichkeiten zur CeBIT 2013

26.02.2013
Als weltweit wichtigste Messe für Informations- und Kommunikationstechnologien lädt die CeBIT 2013 vom 5. bis 9. März nach Hannover ein.

Mit einer cleveren Videosuche und einer tierischen Gesichtserkennung zeigt das Fraunhofer IDMT am Fraunhofer-Gemeinschaftsstand seine neuesten Entwicklungen zur Analyse und Suche audiovisueller Inhalte. Daneben begeben sich die Besucher am Stand des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie mit einem intergenerativen Bewegungsspiel auf die Suche nach der richtigen Antwort.

Wie können Videoportale oder umfangreiche Mediatheken im Internet unkompliziert nach thematisch verwandten Beiträgen durchsucht werden? Wie lassen sich mehrfach verwendete Filmaufnahmen in Rundfunkarchiven finden?

Antworten auf diese Fragen gibt das Videosuchwerkzeug »NewsHistory«, welches im Rahmen des EU-Forschungsprojekts »CUbRIK« vom Fraunhofer IDMT entwickelt und auf der CeBIT 2013 erstmals als Prototyp vorgestellt wird. Die clevere Software ist in der Lage, anhand einer text- oder videobasierten Suche TV-Material auszuwerten und Nachrichtenbeiträge zu finden, die auf demselben Ausgangsmaterial basieren.

»TV-Sender greifen bei Berichterstattungen oftmals auf sendefähiges Filmmaterial von Agenturen zurück und verändern es z. B. durch Einblendungen oder in der Reihenfolge der Bild- und Tonanteile. Das macht die Suche nach Beiträgen im Internet und den Abgleich einzelner Sequenzen schwierig. NewsHistory findet in unterschiedlichen Nachrichtenvideos identische Sequenzen und zeigt entsprechende Ähnlichkeiten an. So lässt sich z. B. herausfinden, in welcher Berichterstattung dasselbe Material zum Einsatz kam und welche Fernsehsender über ein bestimmtes Thema berichtet haben«, erklärt Patrick Aichroth, Wissenschaftler am Fraunhofer IDMT und Koordinator der F&E-Arbeiten des Instituts im Projekt CUbRIK, die Funktionsweise der Videosuche.

Die Software lernt dabei von seinen Nutzern: Fügen die Anwender zu den erzielten Ergebnissen ihrer Suche neue Informationen hinzu, wie z. B. das Ausstrahlungsdatum einer Sendung, oder überprüfen sie die Ergebnisse, wird die Software trainiert und das Resultat der Suche stetig verbessert. Solche Ansätze finden auch Anwendung, um umfangreiche digitale Archive, Internet-Portale oder Mediatheken zu durchsuchen und mehrfach verwendetes Bildmaterial zu identifizieren.

Daneben stellt das Fraunhofer IDMT seine Forschungsarbeit aus dem Verhaltens- und Schutzprojekt »SAISBECO« vor. Um Verhaltensweisen stark bedrohter Menschenaffen, wie Gorillas oder Schimpansen, gezielter zu erfassen und sie besser schützen zu können, beobachten Wissenschaftler und Parkmitarbeiter Populationen mit Hilfe von stationären oder mobilen Audio- und Videoaufnahmegeräten. Das manuelle Sichten und Auswerten des Bild- und Tonmaterials ist jedoch ein sehr zeitaufwendiges und fehleranfälliges Verfahren. Hier setzt eine gemeinsam vom Fraunhofer IDMT, dem Fraunhofer IIS und dem Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie entwickelte Software an, die nicht nur eine Bestimmung der Affenart, sondern auch eine Identifizierung einzelner Individuen innerhalb einer Gruppe sowie Altersklasse oder Gruppengröße ermöglicht. Die Software ist in der Lage, das gesammelte Material zu durchsuchen und in Videos oder auf Einzelbildern automatisch die Sequenzen zu ermitteln, auf denen Gesichter von Affen zu sehen sind und sie anhand typischer Gesichtsmerkmale einzelnen Primaten zuzuordnen. Das geschieht in einem Bruchteil der Zeit im Vergleich zur manuellen Auswertung.

Neben der Analyse von Bildmaterial wertet die Software auch Audiosignale der Primaten aus: »Menschenaffen kommunizieren auch über zahlreiche akustische Laute und Rufe. Unsere entwickelten Programme erkennen diese und ordnen sie einzelnen Tieren und unterschiedlichen Lauttypen, wie z. B. Alarmrufen, zu. Damit ist es möglich, die Tiere zu lokalisieren oder typische Verhaltensweisen zu erforschen, aber auch geeignete Maßnahmen für deren Schutz zu ergreifen«, so Alexander Loos, Leiter des Projekts SAISBECO am Fraunhofer IDMT.

Am Stand des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie werden im Rahmen des Connected Living Verbundprojekts »Gesundheitscoach@ConnectedHealth« Besucher eingeladen, ihr Ernährungs- und Bewegungsverhalten coachen zu lassen. Basierend auf dem Lern- und Bewegungskonzept »HOPSCOTCH« des Fraunhofer IDMT werden mit der integrierten Anwendung »Learn & Move« Spieler aller Generationen animiert, Körper und Geist zu trainieren. Die Anwendung passt sich dabei dem Wissens- und Aktivitätsstand der Spieler an. Während Kinder leichtere Fragen mit längeren Lösungen hüpfend mit den Füßen beantworten, stellt Learn & Move Senioren schwierigere Aufgaben mit kürzeren Antworten. Auf diese Weise können sich Jung und Alt gleichermaßen fit halten und ganz nebenbei ihr Wissen erweitern.

Lernen Sie die intelligente Videosuche NewsHistory und das Projekt SAISBECO am Fraunhofer-Gemeinschaftsstand in Halle 9, E08, kennen und besuchen Sie am Stand des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie in Halle 9, G 50, die Anwendung Learn & Move.

Über das Fraunhofer IDMT:
Das Fraunhofer-Institut für Digitale Medientechnologie IDMT betreibt anwendungsorientierte Forschung auf dem Gebiet audiovisueller Medien und ist kompetenter Partner der Wirtschaft bei der Entwicklung zukunftsweisender Technologien für die digitale Medienwelt. Gemeinsam mit seinen Auftraggebern erarbeitet das Fraunhofer IDMT individuelle Lösungen, die konsequent am Nutzen der Kunden ausgerichtet sind. Mehr als 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am Hauptsitz in Ilmenau sowie an den Standorten in Erfurt und Oldenburg bearbeiten das Forschungsportfolio.
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit:
Stefanie Miethbauer
Ehrenbergstraße 31
98693 Ilmenau
Telefon +49 3677 467-331
Telefax +49 3677 467-467
www.idmt.fraunhofer.de
stefanie.miethbauer@idmt.fraunhofer.de

Katrin Pursche | Fraunhofer-Institut
Weitere Informationen:
http://www.idmt.fraunhofer.de
http://www.cubrikproject.eu/
http://www.saisbeco.com/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie CeBIT 2013:

nachricht „Where ideas work“ – Gemeinschaftsstand Baden-Württemberg auf der CeBIT 2013
06.02.2013 | MFG Innovationsagentur für IT und Medien Baden-Württemberg

nachricht CeBIT 2013: Smart Farming – Software macht das Ernten cleverer
06.03.2013 | Fraunhofer-Institut für Experimentelles Software Engineering IESE

Alle Nachrichten aus der Kategorie: CeBIT 2013 >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Topologische Quantenzustände einfach aufspüren

Durch gezieltes Aufheizen von Quantenmaterie können exotische Materiezustände aufgespürt werden. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommen Theoretische Physiker um Nathan Goldman (Brüssel) und Peter Zoller (Innsbruck) in einer aktuellen Arbeit im Fachmagazin Science Advances. Sie liefern damit ein universell einsetzbares Werkzeug für die Suche nach topologischen Quantenzuständen.

In der Physik existieren gewisse Größen nur als ganzzahlige Vielfache elementarer und unteilbarer Bestandteile. Wie das antike Konzept des Atoms bezeugt, ist...

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

International führende Informatiker in Paderborn

21.08.2017 | Veranstaltungen

Wissenschaftliche Grundlagen für eine erfolgreiche Klimapolitik

21.08.2017 | Veranstaltungen

DGI-Forum in Wittenberg: Fake News und Stimmungsmache im Netz

21.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Im Neptun regnet es Diamanten: Forscherteam enthüllt Innenleben kosmischer Eisgiganten

21.08.2017 | Physik Astronomie

Ein Holodeck für Fliegen, Fische und Mäuse

21.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Institut für Lufttransportsysteme der TUHH nimmt neuen Cockpitsimulator in Betrieb

21.08.2017 | Verkehr Logistik