Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Dreidimensionale Szenen und Charaktere leichter für die eigene Website erstellen

27.02.2013
Um dreidimensionale Animationen auf Webseiten zu zeigen, hatten Entwickler bisher nur zwei Möglichkeiten, die beide ihre Tücken hatten. Sie konnten spezielle Software verwenden oder alles per Hand selber programmieren.
Informatiker der Universität des Saarlandes haben nun eine Beschreibungssprache entwickelt, mit der man individuelle 3D-Animationen leichter erstellen und im Webbrowser dann flüssig abspielen kann. Ihre Ergebnisse zeigen die Wissenschaftler vom 5. bis 9. März am saarländischen Forschungsstand auf der Computermesse Cebit in Hannover (Halle 9, Stand F34).

Es könnte eine Grotte sein. Von unten dringt Licht nach oben und verleiht den sich sanft bewegenden Wellen den Glanz eines Opals im Sonnenlicht. „Diese Computergraphik hat ein Schüler mit unserer Sprache in nur zwei Stunden selbst programmiert“, erklärt Felix Klein, Doktorand am Lehrstuhl für Computergraphik der Universität des Saarlandes. Als Klein mit der Maus drei Schiebeschalter bewegt, die unter der Wellen-Grafik auf dem Bildschirm angezeigt werden, verwandelt sich das Wasser. Nun nehmen Wellen in der Mitte ihren Ursprung und breiten sich kreisförmig aus, als ob jemand einen Stein in die Mitte des Wassers geworfen hätte.

„Xflow“ nennen die Saarbrücker Informatiker die von ihnen entwickelte neuartige Programmiersprache, mit der man solche dreidimensional anmutenden Animationen nicht nur auf einfache Weise beschreiben kann. Sie ermöglicht auch, dass die dafür notwendigen Daten effizient von Hauptprozessor und Grafikprozessor bearbeitet werden. So läuft die Animation flüssig im Browser. „Bisher war dies nicht so einfach“, erklärt Philipp Slusallek, Professor für Computergraphik an der Saar-Uni. „Inzwischen verfügt zwar sogar schon ein Handy über genug Rechenkraft, um dreidimensionale Inhalte abzuspielen. Die für eine Nutzung von 3D-Inhalten im Web-Browser notwendigen Webtechnologien und die maschinennahe Programmierung von Grafik-Hardware haben aber bisher noch nicht zueinandergefunden“, so Slusallek, der auch als wissenschaftlicher Direktor am Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz und am Intel Visual Computing Institute in Saarbrücken arbeitet.

Xflow soll helfen, diese Lücke zu schließen. Es ist deklarativ. Das heißt in diesem Fall, die Entwickler beschreiben eher, welche Bildsynthese-Effekte dargestellt werden sollen, anstatt sich den Kopf darüber zu zerbrechen, wie diese im Detail berechnet werden müssen. Von seiner Anmutung her ähnelt Xflow den bei Web-Entwicklern beliebten Sprachen HTML und JavaScript. Mit JavaScript kann man zwar auch dreidimensionale Inhalte darstellen, jedoch lassen sich die dafür notwendigen Daten nicht ohne Weiteres parallel und damit effizient berechnen. Xflow ermöglicht diese sogenannte Parallelisierung automatisch aufgrund seiner Struktur. Der Web-Entwickler muss sich weder darüber noch über die Zuweisung von Speicher Gedanken machen. Dies leisten zwar auch andere Softwaresysteme, diese können aber nur eine beschränkte Anzahl von Übergängen, Texturen und Bildeffekten darstellen.

Saarbrücker Informatiker ermöglichen es Web-Entwicklern, die dritte Dimension des Internets noch einfacher zu gestalten.

bellhäuser - das bilderwerk

Xflow bietet auch hier eine Alternative, indem es eine Vielzahl von Bausteinen, sogenannte Operatoren, definiert, aus denen sich wiederum auf einfache Weise auch komplexe Animationen gestalten lassen. Dabei bedient es sich auch der HTML-Erweiterung XML3D, mit der sich dreidimensionale Inhalte auf einfache Weise auf Webseiten einbetten lassen. Sie wurde ebenfalls von Philipp Slusallek und seiner Gruppe entwickelt. Slusallek ist überzeugt: „Nach XML3D haben wir mit Xflow einen weiteren Schritt geschafft, um dreidimensionale Inhalte im Internet auf solch einfache Weise darzustellen, wie es heute bereits mit eingebetteten Youtube-Videos der Fall ist.“ Die Entwicklung von Xflow wurde vom Intel Visual Computing Institute (IVCI) der Universität des Saarlandes und dem Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) gefördert.

Informatik-Forschung auf dem Campus der Universität des Saarlandes

Das DFKI und das IVCI sind nicht die einzigen Einrichtungen, die neben der Fachrichtung Informatik auf dem Campus der Universität des Saarlandes neue Aspekte der Informatik erforschen. Nur wenige Meter entfernt haben ebenfalls ihren Sitz: das Max-Planck-Institut für Informatik, das Max-Planck-Institut für Softwaresysteme, das Zentrum für Bioinformatik, das Center for IT-Security, Privacy and Accountability (CISPA) und der erneut bewilligte Exzellenzcluster „Multimodal Computing and Interaction“.

Weitere Informationen:
Wissenschaftlicher Aufsatz „Xflow - Declarative Data Processing for the Web”:
https://graphics.cg.uni-saarland.de/2012/xflow-declarative-data-processing-for-the-web/
Animation „Wellen“:
http://xml3d.github.com/xml3d-examples/examples/xflowWave/xflow-wave.xhtml
Pressefotos unter: www.uni-saarland.de/pressefotos

Fragen beantworten:

Prof. Dr. Philipp Slusallek
Tel. 0681/ 85775-5377 oder 302-3830
E-Mail: slusallek@cs.uni-sb.de

Redaktion:
Gordon Bolduan
Wissenschaftskommunikation
Exzellenzcluster „Multimodal Computing and Interaction”
Tel: 0681/ 302-70741
Cebit-Stand 0511/ 89497024
E-Mail: bolduan@mmci.uni-saarland.de

Der saarländische Forschungsstand (Halle 9, Stand F34) wird von der Kontaktstelle für Wissens- und Technologietransfer der Universität des Saarlandes (KWT) betreut. Sie ist zentraler Ansprechpartner für Unternehmen und initiiert unter anderem Kooperationen mit Saarbrücker Forschern. Seit kurzem ist die Universität des Saarlandes auch „Gründerhochschule“ und wird dabei vom Bundeswirtschaftsministerium gefördert.

Friederike Meyer zu Tittingdorf | Universität des Saarlandes
Weitere Informationen:
http://www.uni-saarland.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie CeBIT 2013:

nachricht „Where ideas work“ – Gemeinschaftsstand Baden-Württemberg auf der CeBIT 2013
06.02.2013 | MFG Innovationsagentur für IT und Medien Baden-Württemberg

nachricht CeBIT 2013: Smart Farming – Software macht das Ernten cleverer
06.03.2013 | Fraunhofer-Institut für Experimentelles Software Engineering IESE

Alle Nachrichten aus der Kategorie: CeBIT 2013 >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochspannung für den Teilchenbeschleuniger der Zukunft

24.05.2017 | Physik Astronomie

3D-Graphen: Experiment an BESSY II zeigt, dass optische Eigenschaften einstellbar sind

24.05.2017 | Physik Astronomie

Optisches Messverfahren für Zellanalysen in Echtzeit - Ulmer Physiker auf der Messe "Sensor+Test"

24.05.2017 | Messenachrichten