Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Die Brille, die weiß, was man sieht

06.02.2013
DFKI entwickelt Technologien für aufmerksamkeitsgesteuerte AR-Anwendungen / Systemdemonstration "Talking Places" auf der CeBIT 2013

Man betrachtet einen Gegenstand, ein Gebäude oder eine Person - entsprechend des Interesses bekommt man Informationen dazu in seine Bille eingeblendet oder über einen Kopfhörer abgespielt. Die multimedialen Informationen kommen aus dem Internet und verschmelzen mit der real sichtbaren Welt zu einer „Erweiterten Realität“ (Augmented Reality).


Talking Places: Beim betrachten einer Sehenswürdigkeit werden passende Informationen über einen Ohrhörer abgespielt.
DFKI/SMI

Um diese Vision zu verwirklichen, entwickelt der Forschungsbereich Wissensmanagement des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kaiserslautern Softwaretechnologien für Datenbrillen und mobile Eyetracker. Die Forscher erarbeiten hierzu neuartige Methoden der Informationsverarbeitung, um so „Augmented Reality“ für unterschiedliche Einsatzgebiete verfügbar zu machen.

Die Wissenschaftler um Prof. Dr. Andreas Dengel haben bereits einen Prototypen entwickelt, welcher in Kooperation mit dem Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern (mpk) als digitaler Museumsführer erprobt wurde. Der sogenannte „Museum Guide 2.0“ bestimmt zunächst die Blickrichtung des Benutzers und lokalisiert, welches Exponat er gerade betrachtet. Sobald das System das Interesse des Besuchers erkennt, liefert es ihm über Kopfhörer Informationen zum entsprechenden Objekt. Dabei ist es wichtig, den Fokus des Benutzerinteresses präzise zu bestimmen, so dass die tatsächlich relevanten Informationen zur Verfügung gestellt werden können.

Als Hardware nutzen die Forscher den mobilen Eyetracker „SMI Eye Tracking Glasses“ des Teltower Herstellers SensoMotoric Instruments (SMI). Über eine in den Brillenrahmen integrierte Kamera wird das Blickfeld des Nutzers erfasst. Zwei auf die Augen gerichtete Infrarotkameras erfassen gleichzeitig die Blickrichtung der Augen. Ein vom DFKI entwickeltes Verfahren erkennt aus den erfassten Daten spezielle Muster, die auf das Interesse des Benutzers schließen lassen. Diese Aufmerksamkeitsanalyse eröffnet ein breites Spektrum an neuen Diensten.

Ein weiteres Anwendungsszenario soll erstmals auf der CeBIT 2013 der Öffentlichkeit präsentiert werden: „Talking Places“. Das auf Geodaten aufbauende Assistenzsystem liefert selektiv ortsbezogene Informationen zu Gebäuden und Sehenswürdigkeiten und zeigt so eindrucksvoll, wie Besucher in Zukunft eine Stadt interaktiv erleben und entdecken können. An die Stelle des Abrufens von Informationen über ein konventionelles Eingabegerät, beispielsweise ein Smartphone, rückt die Auswertung von Augenbewegung und Szenenbild. Das System identifiziert Objekte visuell oder anhand ihrer Geokoordinaten und gibt dazu passende Informationen über einen Lautsprecher aus. Auf dem Stand des DFKI können Besucher das System an einem Miniaturmodell des Kaiserslauterner St. Martinsplatzes ausprobieren und selbst erfahren.
Der Einsatz einer Kombination aus Eye-Tracker und Head-Up-Display in diesem Szenario ist Gegenstand der aktuellen Forschungen des DFKI. Dabei sollen neben den akustischen Informationen grafische Einblendungen der Realität in das Sichtfeld eingeblendet werden, beispielsweise historische Fotos von Sehenswürdigkeiten und Gebäuden, Wetterdaten, persönliche Kontakte, Wegbeschreibungen oder Angebote von Geschäften.

Weitere Informationen:
http://museum20.dfki.de

Kontakt:

Prof. Dr. Andreas Dengel / Dr. Thomas Kieninger

Forschungsbereich Wissensmanagement

Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) GmbH

Trippstadter Straße 122

67663 Kaiserslautern

Tel.: 0631 205 75-1060

E-Mail: km-info@dfki.de

Pressekontakt:
Unternehmenskommunikation

Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) GmbH

Trippstadter Straße 122

67663 Kaiserslautern

Tel.: 0631 205 75-1710

E-Mail: uk-kl@dfki.de

DFKI Kaiserslautern | idw
Weitere Informationen:
http://www.dfki.de
http://museum20.dfki.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie CeBIT 2013:

nachricht „Where ideas work“ – Gemeinschaftsstand Baden-Württemberg auf der CeBIT 2013
06.02.2013 | MFG Innovationsagentur für IT und Medien Baden-Württemberg

nachricht CeBIT 2013: Smart Farming – Software macht das Ernten cleverer
06.03.2013 | Fraunhofer-Institut für Experimentelles Software Engineering IESE

Alle Nachrichten aus der Kategorie: CeBIT 2013 >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Innovative Antikörper für die Tumortherapie

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig von diesen teuren Medikamenten profitieren, wird intensiv an deren Verbesserung gearbeitet. Forschern um Prof. Thomas Valerius an der Christian Albrechts Universität Kiel gelang es nun, innovative Antikörper mit verbesserter Wirkung zu entwickeln.

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig...

Im Focus: Durchbruch mit einer Kette aus Goldatomen

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des Wärmetransportes

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des...

Im Focus: Breakthrough with a chain of gold atoms

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

Im Focus: Hoch wirksamer Malaria-Impfstoff erfolgreich getestet

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Im Focus: Sensoren mit Adlerblick

Stuttgarter Forscher stellen extrem leistungsfähiges Linsensystem her

Adleraugen sind extrem scharf und sehen sowohl nach vorne, als auch zur Seite gut – Eigenschaften, die man auch beim autonomen Fahren gerne hätte. Physiker der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Kniffe mit Wirkung in der Biotechnik

21.02.2017 | Veranstaltungen

Wie ehrlich sind unsere Lebensmittel?

21.02.2017 | Veranstaltungen

Die Welt der keramischen Werkstoffe - 4. März 2017

20.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Kleine Moleküle gegen altersbedingte Erkrankungen

21.02.2017 | Biowissenschaften Chemie

Baukasten-System für die Linienfertigung: Die VL-Baureihe von EMAG

21.02.2017 | Maschinenbau

RWI/ISL-Containerumschlag-Index: Aufwärtstendenz setzt sich fort

21.02.2017 | Wirtschaft Finanzen