Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Maßgeschneiderte Suchtools fürs Web

01.02.2012
Kundenfeedback ist für Unternehmen von strategischer Bedeutung. Smarte Apps zur semantischen Analyse von Nutzermeinungen aus dem Web helfen, das Feedback im Blick zu behalten. Davon profitiert auch der User: Mit der »Eat and Drink«-App erfährt er schnell alles über die Besonderheiten von Restaurants, Cafés und Bars.
Gibt es in meiner Stadt einen lauschigen Biergarten mit Grillstation? Welches Restaurant verfügt über eine scharfe asiatische Küche, welches Café über traumhafte Torten? Wo ist die Bedienung für ein leckeres Mittagsmahl am schnellsten?

Wer sich im Web über Besonderheiten der Gastronomieszene in seiner Nähe informieren möchte, kann mittlerweile unzählige Rezensionen im Web recherchieren oder sich auf Sterneangaben in Portalen für allgemeine Kategorien wie Preis-Leistungsverhältnis, Essen und den Service verlassen. Die Begründung für das gute oder schlechte Abschneiden fehlt oftmals.

Details über Restaurants, Bars und Cafés liefert eine neue intelligente Smartphone-App: »Eat and Drink« analysiert mehr als 200 000 Rezensionen aus dem Web, verdichtet die Meinungsäußerungen, bündelt die Informationen, filtert die Besonderheiten aus den Quellen heraus und erstellt gastronomische Empfehlungen.

Der User sieht auf einen Blick, ob beispielsweise die Atmosphäre gut, das Publikum jung ist oder die Hintergrundmusik stört. Unsere intelligente App entlastet den Anwender. Er muss nicht lange Bewertungen über Restaurants lesen, vielmehr erhält er eine Zusammenfassung der Besonderheiten und wesentlichen Aspekte. >Eat and Drink< informiert, warum ein Urteil positiv oder negativ ausfällt«, sagt Dr. Melanie Knapp vom Fraunhofer-Institut für Intelligente Analyse- und Informationssysteme IAIS. »Der Nutzer startet lediglich eine Umkreis- oder eine Stichwortsuche. Das Ergebnis wird in Form von Schlagworten angezeigt.«

Mit »Eat and Drink« haben Knapp und ihr Team eine App realisiert, die unstrukturierte Texte semantisch analysiert und verarbeitet. Im Gegensatz zu stichwort- oder regelbasierten Verfahren, wie sie die bekannten Suchmaschinen im Internet nutzen, verwendet die Lösung lernende und mustererkennende Methoden und liefert so wesentlich differenziertere, weniger holzschnittartige Ergebnisse. Smart Semantics nennen die Forscher ihre intelligenten Suchmethoden. Diese ermöglichen die maschinelle Klassifikation kompletter Webseiten und analysieren Texte detailliert sogar auf Satzebene. Syntax, einzelne Wörter, Verben, Pronomen, Substantive werden untersucht. Die der App zugrundeliegenden Basistechnologien haben die Wissenschaftler vom IAIS im Forschungsprogramm THESEUS (www.theseus-programm.de) entwickelt. »Mit unserer Suchtechnologie können wir Kundenmeinungen optimal auswerten. Sie ist flexibel anpassbar und lässt sich für beliebige Themen und Texte nutzen. Vorstellbar sind Apps und Anwendungen für ganz andere Branchen, etwa die Konsumgüter- oder die Automobilbranche. >Eat and Drink< ist nur ein Beispiel, wie Technologien aus dem THESEUS-Programm ihre praktische Umsetzung in B2C- und B2B-Anwendungen finden«, erklärt Knapp.

Wie eine solche B2B-Anwendung aussehen kann, zeigen die Experten mit »Quote« – einer semantischen Suchmaschine für Zitate. Sie wurde darauf trainiert, aus Nachrichtentexten von Online-Premium-Newsanbietern die Zitate von Personen des öffentlichen Interesses zu finden. Angela Merkel, Magdalena Neuner oder Till Schweiger sind nur einige der VIPs, deren Äußerungen in der App abrufbar sind. Zudem kann der User nach Themen suchen wie Griechenland oder Euro – »Quote« zeigt aktuelle Zitate an, die zu diesen Inhalten vorliegen. Die App erstellt darüber hinaus zu jeder Person einen Steckbrief. Dieser listet auf, zu welchen Themen die Person in den letzten Monaten zitiert wurde.

»Nicht nur Pressestellen profitieren von >Quote<. Auch Politikern oder Führungskräften, die in der öffentlichen Wahrnehmung stehen, dient die Suchmaschine als Recherchewerkzeug oder zur Konkurrenzanalyse«, ist Knapp überzeugt. Wie ihre Smart Semantic Apps funktionieren, demonstrieren die Forscher vom 6. bis 10. März auf der Messe CeBIT am Fraunhofer-Gemeinschaftsstand in Halle 9, Stand E08.

Dr. rer. nat. Melanie Knapp | Fraunhofer Mediendienst
Weitere Informationen:
http://www.fraunhofer.de/de/presse/presseinformationen/2012/februar/massgeschneiderte-suchtools-fuers-web.html

Weitere Nachrichten aus der Kategorie CeBIT 2012:

nachricht Praktisches Handgerät zum Lesen und Beschreiben von Hochfrequenz-RFID-Datenträgern
24.07.2012 | Contrinex GmbH

nachricht Rittal und Siemens stellen integrierte Energieverteilungslösung vor
20.03.2012 | Rittal GmbH & Co. KG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: CeBIT 2012 >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vorbild Delfinhaut: Elastisches Material vermindert Reibungswiderstand bei Schiffen

Für eine elegante und ökonomische Fortbewegung im Wasser geben Delfine den Wissenschaftlern ein exzellentes Vorbild. Die flinken Säuger erzielen erstaunliche Schwimmleistungen, deren Ursachen einerseits in der Körperform und andererseits in den elastischen Eigenschaften ihrer Haut zu finden sind. Letzteres Phänomen ist bereits seit Mitte des vorigen Jahrhunderts bekannt, konnte aber bislang nicht erfolgreich auf technische Anwendungen übertragen werden. Experten des Fraunhofer IFAM und der HSVA GmbH haben nun gemeinsam mit zwei weiteren Forschungspartnern eine Oberflächenbeschichtung entwickelt, die ähnlich wie die Delfinhaut den Strömungswiderstand im Wasser messbar verringert.

Delfine haben eine glatte Haut mit einer darunter liegenden dicken, nachgiebigen Speckschicht. Diese speziellen Hauteigenschaften führen zu einer signifikanten...

Im Focus: Kaltes Wasser: Und es bewegt sich doch!

Bei minus 150 Grad Celsius flüssiges Wasser beobachten, das beherrschen Chemiker der Universität Innsbruck. Nun haben sie gemeinsam mit Forschern in Schweden und Deutschland experimentell nachgewiesen, dass zwei unterschiedliche Formen von Wasser existieren, die sich in Struktur und Dichte stark unterscheiden.

Die Wissenschaft sucht seit langem nach dem Grund, warum ausgerechnet Wasser das Molekül des Lebens ist. Mit ausgefeilten Techniken gelingt es Forschern am...

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationale Fachkonferenz IEEE ICDCM - Lokale Gleichstromnetze bereichern die Energieversorgung

27.06.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zu aktuellen Fragen der Stammzellforschung

27.06.2017 | Veranstaltungen

Fraunhofer FKIE ist Gastgeber für internationale Experten Digitaler Mensch-Modelle

27.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Mainzer Physiker gewinnen neue Erkenntnisse über Nanosysteme mit kugelförmigen Einschränkungen

27.06.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wave Trophy 2017: Doppelsieg für die beiden Teams von Phoenix Contact

27.06.2017 | Unternehmensmeldung

Warnsystem KATWARN startet international vernetzten Betrieb

27.06.2017 | Informationstechnologie