Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Cebit 2012: Software schlägt selbstständig Hintergrundmusik für Fotos vor

16.02.2012
Wer ein Foto mit einem dazu stimmigen Musikstück hinterlegen oder gar eine gesamte Bilderserie vertonen wollte, benötigte dafür bisher viel Erfahrung und noch mehr Zeit für die Suche.

Einer neuartigen Software namens Picasso gelingt dies innerhalb von Sekunden, weil sie unter anderem die handwerkliche Kunst von Kino-Regisseuren ausnutzt. Forscher des Exzellenzclusters für „Multimodal Computing and Interaction“ an der Universität des Saarlandes haben sie entwickelt und präsentieren sie nun mit der dazugehörigen Smartphone-App „PicasSound“ am Stand F34 in Halle 9 der Computermesse Cebit, die vom 6. bis zum 10. März in Hannover stattfindet.

„Filmregisseure wissen und achten in der Regel sehr genau darauf, welche Melodie auf eine Szene passt“, erklärt Sebastian Michel, der am Saarbrücker Exzellenzcluster eine Forschungsgruppe leitet. Zusammen mit dem Doktoranden Aleksandar Stupar hat er die Software Picasso entwickelt. Sie nutzt das Wissen der Filmregisseure, um für ein oder mehrere Bilder den passenden Soundtrack vorzuschlagen. Anwender finden so ohne großen, zeitlichen Aufwand genau die Musikstücke, die zu ihren Aufnahmen vom vergangenen Badeurlaub oder Städtetrip passen.

Möglich macht dies ein dreistufiges Verfahren, das Michel und Stupar ersonnen haben. Für das ausgewählte Bild werden in einer Datenbank eine festgelegte Anzahl von Filmszenen bestimmt, die in mehreren Merkmalen mit dem Suchbild übereinstimmen. Die Datenbank haben die beiden Forscher selbst aufgebaut, indem sie 50 Filme in Bilder und dazugehörige Soundtracks zerlegten und diese abspeicherten. In der zweiten Stufe bestimmt die Software für jeden Soundtrack einer gefundenen Filmszene eine Liste ähnlicher Lieder. Diese Vielzahl von Listen und Liedern werden dann in der dritten Phase mittels eines ausgeklügelten Rechenverfahrens auf ein Paar der stimmigsten Lieder reduziert, die dann der Anwender als Vorschläge erhält.Eine Liste von Vorschlägen mache auch deswegen Sinn, weil einzelne Fotos bei Anwendern unterschiedliche Assoziationen hervorriefen, so Michel. „Das Bild eines einzelnen Haus in der Natur verbinden manche mit einem romantischen Wochenende, andere dagegen mit Einsamkeit“, erklärt Michel.

Neugierige können sich auf der Demo-Webseite von Picassos Trefferquote selber überzeugen. Sie können aber auch die App „PicasSound“ nutzen, die für iPhone und Android-Smartphones kostenlos erhältlich ist. Diese sucht den passenden Soundtrack unter den Musikstücken, die man selber auf seinem Smartphone abgespeichert hat. Michel und Stupar wollen nun Picasso dahingehend erweitern, dass es nicht nur automatisch Videos, sondern auf der Grundlage von Text auch Hörbücher und Hörspiele vertont. Darüber hinaus planen die Forscher, in ihr Vorschlagsystem noch mehr den Musik- und Filmgeschmack des jeweiligen Anwenders zu integrieren.

Sebastian Michel leitet am Exzellenzcluster für „Multimodal Computing and Interaction“ (MMCI) die Forschergruppe „Querying, Indexing and Discovery in Dynamic Data“. Das Exzellenzcluster wird seit 2007 im Rahmen der Exzellenzinitiative von Bund und Ländern gefördert. Neben der Universität des Saarlandes sind am Exzellenzcluster das Max-Planck-Institut für Informatik, das Max-Planck-Institut für Softwaresysteme und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz beteiligt. Sie haben ihren Sitz ebenfalls auf dem Campus der Universität des Saarlandes.

Weitere Fragen beantworten:

Dr.-Ing. Sebastian Michel, Leiter der MMCI-Forschungsgruppe
„Querying, Indexing, and Discovery in Dynamic Data“
Telefon: 0681 302-70803
E-Mail: smichel@mmci.uni-saarland.de
Gordon Bolduan
Forschungskommunikation Exzellenzcluster “Multimodal
Computing and Interaction"
Telefon: 0681 302-70741
E-Mail: bolduan@mmci.uni-saarland.de

Friederike Meyer zu Tittingdorf | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-saarland.de
http://picasso.mmci.uni-saarland.de/demo/
http://qid3.mmci.uni-saarland.de/people/sebastian.html

Weitere Nachrichten aus der Kategorie CeBIT 2012:

nachricht Praktisches Handgerät zum Lesen und Beschreiben von Hochfrequenz-RFID-Datenträgern
24.07.2012 | Contrinex GmbH

nachricht Rittal und Siemens stellen integrierte Energieverteilungslösung vor
20.03.2012 | Rittal GmbH & Co. KG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: CeBIT 2012 >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungen

Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm

19.10.2017 | Veranstaltungen

Bauphysiktagung der TU Kaiserslautern befasst sich mit energieeffizienten Gebäuden

19.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher untersuchen Pflanzenkohle als Basis für umweltfreundlichen Langzeitdünger

20.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

„Antilopen-Parfüm“ hält Fliegen von Kühen fern

20.10.2017 | Agrar- Forstwissenschaften

Aus der Moosfabrik

20.10.2017 | Biowissenschaften Chemie