Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

CeBIT 2011: Verwaltung in der Wolke

10.02.2011
Das Rechnen in der Wolke, Cloud Computing genannt, ist nicht nur für Unternehmen interessant. Auch die öffentliche Hand profitiert von der Technologie.

Fraunhofer-Institute entwickeln Lösungen, um solche Systeme effizient aufzubauen und Sicherheitskonzepte umzusetzen. Diese stellen die Forscher auf der CeBIT vom 1. März bis 5. März (Halle 9, B36) in Hannover vor.

Cloud Computing ist verführerisch für IT-Verantwortliche: Firmen und Organisationen müssen Server und Softwarelösungen nicht selbst anschaffen, sondern mieten die nötigen Kapazitäten für Daten, Rechenleistung und Anwendungen bei professionellen Anbietern. Bezahlt wird nur, was man nutzt. In Deutschland setzen vor allem Unternehmen auf Cloud Computing und verlagern ihre Daten, Anwendungen und Netze auf die Server-Farmen von Amazon, Google, IBM, Microsoft oder anderen IT-Dienstleistern. Cloud Computing hat sich innerhalb weniger Jahre zu einem Milliarden-Markt mit einer hohen standortpolitischen Bedeutung für die deutsche Wirtschaft entwickelt.

Wissenschaftler vom Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme FOKUS in Berlin haben im Herbst 2010 gemeinsam mit ihren Kollegen von der Hertie School of Governance die Studie »Kooperatives eGovernment – Cloud Computing für die Öffentliche Verwaltung« erstellt, die von ISPRAT, dem Förderverein für Forschung in der Verwaltung, beauftragt wurde. Die Studie beschäftigt sich mit Sicherheitsaspekten, identifiziert Risiken und beschreibt anhand verschiedener Szenarien, welchen Nutzen und Vorteile die neue Technik für die öffentlichen Verwaltungen bietet – insbesondere unter den förderalen Bedingungen in Deutschland.

»Gerade in der öffentlichen Verwaltung gibt es erhebliche Bedenken gegenüber Cloud Computing. Zum einen, weil prinzipiell eine Schutzpflicht für personenbezogene Daten besteht, die ihnen die Bürger anvertrauen. Behörden schrecken davor zurück Prozesse auszulagern. Einerseits aus Angst vor Verlust von Know-how, andererseits müssen aus rechtlichen Gründen die Kernaufgaben in der Verwaltung bleiben«, fasst Studien-Mitautorin Linda Strick vom FOKUS den Status quo zusammen.

Die Studie zeigt, dass Cloud-spezifische Sicherheitsrisiken existieren, jedoch durchaus zu verstehen und analysieren sind. »Es besteht sogar die begründete Annahme, dass Cloud-basierte Systeme tatsächlich höheren Sicherheitsstandards genügen können als klassische Lösungen«, erklärt Strick. Um Behörden bei der Einführung der neuen Technik zu unterstützen, erarbeiten FOKUS-Forscher im eGovernment-Labor Anwendungsszenarien für einen medienbruchfreien, also interoperablen Einsatz von Cloud-Computing Technologien.

Ein Cockpit für die Sicherheit

Damit Unternehmen und öffentliche Verwaltungen praktische Erfahrungen mit der Wolke machen und Sicherheitskonzepte testen können, haben Experten des Fraunhofer-Instituts für Sichere Informationstechnologie SIT in München ein Cloud-Computing-Testlabor aufgebaut. Dort entwickeln und untersuchen sie Sicherheitskonzepte und -technologien für Cloud-Computing-Anbieter und erarbeiten Strategien, wie sich Cloud-Dienste in bestehende IT-Infrastrukturen sicher integrieren lassen.

»In unserem Testlabor können Funktions-, Zuverlässigkeits- und Interoperabilitätstests sowie einzelne Sicherheitsanalysen und Penetrationstests durchgeführt und alle Entwicklungsphasen betrachtet werden, vom Entwurf einzelner Dienste über Prototypen bis hin zum Test einsatzfähiger Gesamtsysteme«, sagt Angelika Ruppel vom SIT in München.

Gemeinsam mit dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik BSI hat ihre Abteilung Mindestanforderungen für Anbieter erarbeitet und ein Cloud-Cockpit entwickelt. Mit der Lösung können Unternehmen ihre Daten sicher zwischen verschiedenen Cloud-Systemen verschieben und relevante Sicherheits- und Datenschutzinformationen überwachen. Selbst die Verwendung hybrider Cloud-Infrastrukturen, bei denen Unternehmen sowohl interne als auch externe Rechenleistung nutzen, lässt sich mit dem Cloud-Cockpit sicher steuern.

Linda Strick | Fraunhofer-Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.fraunhofer.de/presse/presseinformationen/2010-2011/14/cloud-computing-verwaltung-sicherheit.jsp

Weitere Nachrichten aus der Kategorie CeBIT 2011:

nachricht GUS Group im CeBIT-Aufschwung
11.03.2011 | GUS Deutschland GmbH

nachricht Die Top-Trends der CeBIT 2011 für Unternehmen und Consumer
07.03.2011 | Deutsche Messe AG Hannover

Alle Nachrichten aus der Kategorie: CeBIT 2011 >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise