Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Cebit 2011: Wie man riesige Satellitenbilder auch auf kleinen Rechnern erkunden kann

17.02.2011
Um Satellitenaufnahmen oder Bilddaten aus der Computertomografie zu verarbeiten, benötigt man äußerst leistungsfähige Rechner. Dies hat etwa für Ärzte den Nachteil, dass sie Krankheitsbilder nur vor Ort auswerten können, weil sich die großen Datenmengen nicht über das Internet übertragen lassen.

Saarbrücker Forscher haben jetzt eine Technologie entwickelt, mit der man hochaufgelöste Bilder auch an gewöhnlichen Rechnern oder Smartphones bearbeiten und mühelos über das Internet austauschen kann. Sie zeigen die Entwicklung vom 1. bis 5. März am saarländischen Forschungsstand (Halle 9, Stand B 43) auf der Computermesse Cebit in Hannover.

An einer großen Monitorwand können Messebesucher die Technologie testen und über Handysteuerung das Satelliten-Puzzle einer Weltkarte zusammensetzen.

Für Simulationen oder Satellitenaufnahmen benötigen Wissenschaftler bisher sehr leistungsstarke Computer. „Wenn sich zum Beispiel ein Tornado auf die Atlantikküste zubewegt, müssen Klimaexperten in Sekundenschnelle riesige Datensätze austauschen, um die richtigen Vorhersagen zu treffen“, sagt Jens Krüger, Forscher am Informatik-Exzellenzcluster der Universität des Saarlandes. Er hat deshalb ein Verfahren entwickelt, mit dem man auch hochaufgelöste Bilder auf kleinen Rechnern verarbeiten kann.

Möglich macht dies ein ganzes Bündel neuer Methoden, mit denen die riesigen Datenmengen in kleine Einheiten unterteilt werden. „Es werden damit zum Beispiel nur die Flächen in einer Landschaft dargestellt, die das menschliche Auge in der Natur auch erfassen kann“, erläutert Krüger. Die geografischen Aufnahmen lassen sich dadurch nicht nur am heimischen Rechner erkunden, sondern können weltweit auf mobilen Geräten wie Smartphones dargestellt und verändert werden.

Die neue Technologie macht es auch einfacher, medizinische Bilddaten oder Satellitenaufnahmen auf großen Monitorwänden darzustellen. „Ärzte oder Klimaforscher können dann zeitgleich an verschiedenen Orten die detailgetreuen Bilder analysieren und bearbeiten. Sie nutzen dafür eine Handysteuerung, die einfach zu bedienen ist und keine umfassenden Computerkenntnisse verlangt“, erklärt Jens Krüger. Auf der Computermesse Cebit haben die Saarbrücker Forscher eine große Monitorwand aufgebaut, die mit günstigen PCs betrieben wird. Jeder Monitor kann einzeln angesteuert und über die neue Software miteinander vernetzt werden. „Wir zeigen beispielhaft, wie ein Tornado über die Erde hinwegfegt. Messebesucher können außerdem in die detaillierten Landschaften der Satellitenaufnahmen eintauchen und eine Weltkarte puzzeln“, sagt der Saarbrücker Forscher.

Mithilfe des neuen Verfahrens können auch Mediziner mit dem vergleichsweise leistungsschwachen Rechner eines iPhones die Aufnahmen aus der Computer- oder Magnetresonanztomografie aufrufen und verändern. „Der menschliche Körper lässt sich damit in verschiedenen Ansichten darstellen. Wer etwa einen Knochen näher betrachten möchte, kann dennoch Haut und Gefäße sichtbar lassen und räumlich exakt zuordnen“, erläutert Jens Krüger. Durch die schnellen Rechenverfahren können zugleich viel mehr Details dargestellt werden als bei herkömmlichen 3-D-Bildern. Das Programm lässt sich außerdem in andere Softwareumgebungen leicht einbauen und ist durch sein Baukastensystem flexibel einzusetzen. Die Software kann man unter „ImageVis3D Mobile“ im App Store kostenfrei herunterladen.

Hintergrund

Jens Krüger leitet eine Forschergruppe im Informatik-Exzellenzcluster der Universität des Saarlandes. Diese ist am Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Saarbrücken angesiedelt. Der Exzellenzcluster „Multimodal Computing and Interaction“ in Saarbrücken wird seit 2007 im Rahmen der Exzellenzinitiative von Bund und Ländern gefördert. Dort wird erforscht, wie man multimodale Informationen wie Texte, Audiodateien, Videos und Bilder noch effizienter organisieren, verstehen und durchsuchen kann. Neben der Universität des Saarlandes sind am Exzellenzcluster das Max-Planck-Institut für Informatik, das Max-Planck-Institut für Softwaresysteme und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz beteiligt.

Fragen beantworten:

Jens Krüger
Forschungsbereich Agenten und Simulierte Realität
E-Mail: Jens.Krueger@dfki.de
Tel.: +49 681 302 70750
Friederike Meyer zu Tittingdorf
Tel. 0681 / 302-3610
Mobil 0151 / 11 37 16 32
Tel: 0511 / 89 49 70 22 (Cebit-Messestand)
Hinweis für Hörfunk-Journalisten: Sie können Telefoninterviews in Studioqualität mit Wissenschaftlern der Universität des Saarlandes führen, über Rundfunk-ISDN-Codec. Interviewwünsche bitte an die Pressestelle (0681/302-3610) richten.

Friederike Meyer zu Tittingdorf | idw
Weitere Informationen:
http://ivda.cs.uni-saarland.de
http://www.m2ci.org
http://www.uni-saarland.de/pressefotos

Weitere Nachrichten aus der Kategorie CeBIT 2011:

nachricht GUS Group im CeBIT-Aufschwung
11.03.2011 | GUS Deutschland GmbH

nachricht Die Top-Trends der CeBIT 2011 für Unternehmen und Consumer
07.03.2011 | Deutsche Messe AG Hannover

Alle Nachrichten aus der Kategorie: CeBIT 2011 >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochspannung für den Teilchenbeschleuniger der Zukunft

24.05.2017 | Physik Astronomie

3D-Graphen: Experiment an BESSY II zeigt, dass optische Eigenschaften einstellbar sind

24.05.2017 | Physik Astronomie

Optisches Messverfahren für Zellanalysen in Echtzeit - Ulmer Physiker auf der Messe "Sensor+Test"

24.05.2017 | Messenachrichten