Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

CeBIT 2011: Von der Live-Digitalisierung bis in den »elektronischen Lesesaal«

24.02.2011
Fraunhofer IAIS zeigt neue Technologien zur automatischen Erschließung und Präsentation digitalisierter Dokumente

Zeitungen, Zeitschriften und Bücher erobern durch die Digitalisierung das Internet. Für Verlage, Bibliotheken und viele Unternehmen ist es unerlässlich, gedruckte Dokumente zu erhalten und weiter zu verwerten. Das Fraunhofer-Institut für Intelligente Analyse- und Informationssysteme IAIS präsentiert auf der CeBIT in Hannover vom 1. bis 5. März 2011 in Halle 9, Stand B36 neue Technologien, um Dokumente zu digitalisieren, automatisch zu erschließen und gesichert bereitzustellen.

Viele Institutionen digitalisieren derzeit ihre Dokumentenbestände. Aber was passiert mit dem eingescannten Dokument nach der Digitalisierung? »Meist reicht den Nutzern das digitale Abbild einer Buch- oder Zeitungsseite alleine nicht aus«, betont Dr. Stefan Paal, Projektleiter am Fraunhofer IAIS. »Wichtig ist, dass die Dokumente inhaltlich erschlossen und strukturiert werden, damit Nutzer sie durchsuchen können, Bezüge zu anderen Dokumenten finden und sie zum Beispiel in ihre Geschäftsprozesse einbinden können.«

Auf der CeBIT zeigen die Experten des Fraunhofer IAIS einen kompletten Workflow – von der Digitalisierung gedruckter Medien über die automatische Bildbearbeitung und inhaltlichen Erschließung bis zur urheberrechtsgeschützten Darstellung der digitalen Dokumente. »Dabei kommen neue Technologien zum Einsatz, die wir gemeinsam mit unseren Partnern im Projekt CONTENTUS entwickelt haben und jetzt praktisch anwenden«, sagt der Wissenschaftler. CONTENTUS ist ein Teil des THESEUS-Forschungs­programms, das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) gefördert wird. Im Rahmen des Programms entwickeln Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Universitäten anwendungsorientierte Basistechnologien und technische Standards für das »Internet der Dienste«.

Dokumente semantisch erschließen und sicher bereitstellen

Neben einer Live-Digitalisierung durch einen Scan Roboter, der bis zu 2500 Seiten pro Stunde erfasst, zeigen die Experten des IAIS, wie die digitalisierten Dokumente automatisch verarbeitet werden. Dabei wenden sie zum Beispiel Algorithmen zur Bildoptimierung und -stabilisierung an. Verfahren zur semantischen Erschließung großer digitalisierter Dokumentensammlungen ermöglichen es, in den Dokumentenbeständen gezielt zu suchen und Informationen zu verknüpfen. Dazu setzen die Fraunhofer-Forscher unter anderem verschiedene Text-Mining-Verfahren ein. So werden zum Beispiel Personennamen, Orte und Organisationen im Text erkannt und mit anderen Fundstellen aus dem Dokumentenbestand vernetzt.

Der »elektronische Lesesaal« bringt die digitalisierten Dokumente schließlich auf den Computerbildschirm. »Im elektronischen Lesesaal können wir Digitalisate sicher und nahezu in Echtzeit über das Internet bereitstellen«, erklärt Paal. »Das System reichert die Anzeige der Dokumente automatisch mit Metadaten aus der Analyse an. Auf dem Bildschirm erscheinen die digitalisierten Seiten layoutgetreu und bewahren damit den Charakter der gedruckten Medien.« In Kooperation mit dem Softwarespezialisten ImageWare Components zeigt das Fraunhofer IAIS auf der CeBIT die Anwendung »MyBib eRoom«, die es zum Beispiel Bibliotheken ermöglicht, urheberrechtlich geschützte Dokumentensammlungen sicher am Computer bereitzustellen.

Die Technologien rund um die automatische Erschließung digitalisierter Medien schaffen in vielen Bereichen neue Möglichkeiten zur Vernetzung von Wissen – vor allem im Internet. So sollen Techniken, die im THESEUS-Forschungsprogramm entstanden sind, auch in die Deutsche Digitale Bibliothek integriert werden, die sich derzeit am Fraunhofer IAIS im Aufbau befindet. Die Deutsche Digitale Bibliothek ist eine Initiative von Bund, Ländern und Kommunen und soll langfristig Kulturgüter und wissenschaftliche Informationen über ein Internetportal für ein breites Publikum zugänglich machen.

Fraunhofer IAIS auf der CeBIT

Die Lösungen rund um das moderne Wissensmanagement präsentiert das Team des Fraunhofer IAIS auf der CeBIT in Hannover, vom 1. bis 5. März 2011 am Fraunhofer-Gemeinschaftsstand in Halle 9, Stand B36, Exponat Nummer 3.

Am Stand des BMWi in Halle 9, Stand B47, zeigt das Fraunhofer IAIS weitere Anwendungen aus der THESEUS-Forschung. Gemeinsam mit der Siemens AG stellen die Wissenschaftler zum Beispiel das »Airline Claim Management« vor – ein neues System für Fluggesellschaften, das Beschwerden von Fluggästen dank Text-Mining schneller und effizienter verarbeitet.

Veranstaltungstipp

2. März 2011, 15.40 Uhr, CeBIT lab talk Halle 9, Stand A40

»Business powered by CONTENTUS: Internet-Dienste für die automatische Erschließung von Printdokumenten«

IAIS-Wissenschaftler Dr. Stefan Paal präsentiert gemeinsam mit Dr. Nicolas Flores-Herr (Acosta Consult GmbH), wie Unternehmen in der Wirtschaft von CONTENTUS-Technologien profitieren können.

Ansprechpartner

Dr. Stefan Paal
Fraunhofer IAIS
Telefon 02241 14-3438
stefan.paal@iais.fraunhofer.de
Weitere Informationen:
http://www.iais.fraunhofer.de/dmam.html
http://www.theseus-programm.de
http://www.imageware.de
http://www.cebit.de

Katrin Berkler | Fraunhofer-Institut
Weitere Informationen:
http://www.iais.fraunhofer.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie CeBIT 2011:

nachricht GUS Group im CeBIT-Aufschwung
11.03.2011 | GUS Deutschland GmbH

nachricht Die Top-Trends der CeBIT 2011 für Unternehmen und Consumer
07.03.2011 | Deutsche Messe AG Hannover

Alle Nachrichten aus der Kategorie: CeBIT 2011 >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Molekulares Lego

Sie können ihre Farbe wechseln, ihren Spin verändern oder von fest zu flüssig wechseln: Eine bestimmte Klasse von Polymeren besitzt faszinierende Eigenschaften. Wie sie das schaffen, haben Forscher der Uni Würzburg untersucht.

Bei dieser Arbeit handele es sich um ein „Hot Paper“, das interessante und wichtige Aspekte einer neuen Polymerklasse behandelt, die aufgrund ihrer Vielfalt an...

Im Focus: Das Universum in einem Kristall

Dresdener Forscher haben in Zusammenarbeit mit einem internationalen Forscherteam einen unerwarteten experimentellen Zugang zu einem Problem der Allgemeinen Realitätstheorie gefunden. Im Fachmagazin Nature berichten sie, dass es ihnen in neuartigen Materialien und mit Hilfe von thermoelektrischen Messungen gelungen ist, die Schwerkraft-Quantenanomalie nachzuweisen. Erstmals konnten so Quantenanomalien in simulierten Schwerfeldern an einem realen Kristall untersucht werden.

In der Physik spielen Messgrößen wie Energie, Impuls oder elektrische Ladung, welche ihre Erscheinungsform zwar ändern können, aber niemals verloren gehen oder...

Im Focus: Manipulation des Elektronenspins ohne Informationsverlust

Physiker haben eine neue Technik entwickelt, um auf einem Chip den Elektronenspin mit elektrischen Spannungen zu steuern. Mit der neu entwickelten Methode kann der Zerfall des Spins unterdrückt, die enthaltene Information erhalten und über vergleichsweise grosse Distanzen übermittelt werden. Das zeigt ein Team des Departement Physik der Universität Basel und des Swiss Nanoscience Instituts in einer Veröffentlichung in Physical Review X.

Seit einigen Jahren wird weltweit untersucht, wie sich der Spin des Elektrons zur Speicherung und Übertragung von Information nutzen lässt. Der Spin jedes...

Im Focus: Manipulating Electron Spins Without Loss of Information

Physicists have developed a new technique that uses electrical voltages to control the electron spin on a chip. The newly-developed method provides protection from spin decay, meaning that the contained information can be maintained and transmitted over comparatively large distances, as has been demonstrated by a team from the University of Basel’s Department of Physics and the Swiss Nanoscience Institute. The results have been published in Physical Review X.

For several years, researchers have been trying to use the spin of an electron to store and transmit information. The spin of each electron is always coupled...

Im Focus: Das Proton präzise gewogen

Wie schwer ist ein Proton? Auf dem Weg zur möglichst exakten Kenntnis dieser fundamentalen Konstanten ist jetzt Wissenschaftlern aus Deutschland und Japan ein wichtiger Schritt gelungen. Mit Präzisionsmessungen an einem einzelnen Proton konnten sie nicht nur die Genauigkeit um einen Faktor drei verbessern, sondern auch den bisherigen Wert korrigieren.

Die Masse eines einzelnen Protons noch genauer zu bestimmen – das machen die Physiker um Klaus Blaum und Sven Sturm vom Max-Planck-Institut für Kernphysik in...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Operatortheorie im Fokus

20.07.2017 | Veranstaltungen

Technologietag der Fraunhofer-Allianz Big Data: Know-how für die Industrie 4.0

18.07.2017 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - September 2017

17.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

1,4 Millionen Euro für Forschungsprojekte im Industrie 4.0-Kontext

20.07.2017 | Förderungen Preise

Von photonischen Nanoantennen zu besseren Spielekonsolen

20.07.2017 | Physik Astronomie

Bildgebung von entstehendem Narbengewebe

20.07.2017 | Biowissenschaften Chemie