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Wegweisende Telematik-Lösungen für heute und morgen

28.01.2010
- Europäisches Notrufsystem eCall vor dem ersten Praxiseinsatz
- "Grüne" Telematik-Systeme mit Wachstumspotenzial von 36 Prozent
- Alternative Antriebe als Messe-Highlights

Die Staus auf deutschen Straßen nehmen immer dramatischere Ausmaße an. Alle gemeldeten Verkehrsbehinderungen zusammen ergeben nach Berechnungen des ADAC eine Kolonne von mehr als 375 000 Kilometern pro Jahr.

Diese Distanz entspricht der Entfernung zwischen Erde und Mond. Die auf dem Markt erhältlichen Telematik-Lösungen können diesen Stau-GAU nicht verhindern. Dazu bedarf es der Einführung hochgradig vernetzter Verkehrsleitsysteme, wie sie auf der CeBIT 2010 vom 2. bis 6. März präsentiert werden.

Unter dem neuen Titel "CeBIT Destination ITS" (Intelligent Transport Systems) zeigt die Messe in Hannover die komplette Prozesskette der intelligenten Verkehrstelematik unter einem Dach. Das Angebot reicht vom Richtlinienplan der Europäischen Union zur Einführung intelligenter Verkehrssysteme über die optimale Auswertung standortbezogener Daten und Dienste bis hin zu wegweisenden Neuheiten aus dem Bereich der Car2X- und SatNav-Kommunikation.

Automatischer Notruf eCall, Galileo-Countdown und ein Roboter für Agrarflächen

Ein besonderer Ausstellungsschwerpunkt liegt auf dem neuen europäischen Notrufsystem eCall, das schon bald zur Pflichtausstattung in Neufahrzeugen werden soll. "Volkswagen wird auf der CeBIT demonstrieren, wie eCall in der Praxis funktioniert", berichtet Michael Nitsche, Projektmanager für den ITS-Niedersachsen-Gemeinschaftsstand in Halle 7. Das norddeutsche Bundesland übernimmt bei eCall eine Vorreiterrolle: Gemeinsam mit Automobilherstellern und anderen Entwicklungspartnern baut Niedersachsen die technologische Infrastruktur für eine Erprobung auf. "Die neuen Empfänger können Signale des amerikanischen GPS und des künftigen europäischen Satellitennavigationssystems Galileo verarbeiten", berichtet Nitsche. "Dies sichert neben der genauen Ortung eine höchstmögliche Verfügbarkeit."

Nach der aktuellen EU-Planung soll Galileo ab Anfang 2014 zunächst einen Such- und Rettungsdienst (Search and Rescue Service), einen kostenlosen offenen Navigationsdienst (Open Service) sowie einen öffentlich regulierten Dienst (Public Regulated Service) bereitstellen. Spannung in Halle 7 verspricht zudem das Forschungsprojekt "R2B - Robots to Business" auf dem Stand der eck*cellent IT GmbH. Gemeinsam mit Studenten des Field Robot Event Design Teams vom Institut für Landmaschinen und Fluidtechnik der Technischen Universität Braunschweig wurde ein Feldroboter ("HELIOS") entwickelt, der nicht nur die Navigation auf Agrarflächen übernimmt, sondern auch Unkraut erkennen und bekämpfen kann.

Studie: 28 Millionen Deutsche glauben, dass sie in zehn Jahren ein Elektroauto fahren

Im Mittelpunkt der CeBIT-Präsentation rund um das vernetzte Auto stehen die Chancen der Verkehrstelematik und der Elektromobilität. Laut einer aktuellen Studie der Unternehmensberatung Frost & Sullivan werden in den nächsten Jahren vor allem die Umsätze mit "grünen" Telematik-Anwendungen in Fahrzeugflotten stark zunehmen - von 80 Mio. US-Dollar (2008) auf 700 Mio. US-Dollar im Jahr 2015. Die Experten sagen in diesem Bereich eine jährliche Umsatzsteigerung von 36 Prozent voraus. "Ein zentrales Argument für grüne Telematik in kommerziellen Fahrzeugflotten ist die höhere Rentabilität angesichts der schwankenden Ölpreise", erläutert Karthik Elamvaluthi, Research Analyst bei Frost & Sullivan.

Elektromobilität und Hybrid-Antriebe ermöglichen aber auch völlig neue Geschäftsmodelle. Ein Elektroauto könnte beispielsweise in der Nacht kostengünstig Strom aufnehmen und tagsüber wieder ins Netz einspeisen. "Wie sich so ein umweltfreundliches Mobil anfühlt, können die Besucher der CeBIT auf einem Parcours im Außenbereich ausprobieren", erklärt Dr. Norbert Handke, Geschäftsführer beim ITS Network Germany. Das enorme Interesse der Bundesbürger an der Elektromobilität belegt die frisch veröffentlichte "E-Mobility"-Studie der Managementberatung Accenture: Fast 28 Millionen Deutsche glauben, dass sie in den nächsten zehn Jahren ein elektrisch betriebenes Fahrzeug kaufen werden. "Die Verfügbarkeit des Gesamtsystems aus Technik und Infrastruktur muss gefördert werden", betont Sarat Maitin, Partner im Geschäftsbereich Automobilwirtschaft bei Accenture. "Ohne angemessene staatliche Förderung wird es kaum möglich sein, schnell genug wettbewerbsfähige Autos anzubieten und die nötige Infrastruktur aufzubauen."

Wer einen Blick auf die vielversprechendsten Telematik-Lösungen für heute und morgen werfen möchte, ist also auf der CeBIT 2010 goldrichtig.

Gabriele Dörries | Deutsche Messe
Weitere Informationen:
http://www.cebit.de

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