Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

TeleHealth 2010: IT-Lösungen von heute für das Gesundheitswesen von morgen

15.02.2010
Ob Daten-Safes für sensible Daten oder leistungsfähige Plattformen für die Integration der Krankenhaus-IT, ob innovative Messgeräte für mobile Patienten oder clevere Webplattformen für die Orthopädietechnik: Auf der TeleHealth 2010 finden alle Akteure des Gesundheitswesens digitale Werkzeuge, die den Alltag erleichtern und die Medizin kosteneffizienter gestalten.

Mitten im Geschehen präsentiert sich die in die CeBIT integrierte Kongressmesse TeleHealth vom 2. bis 6. März in Halle 8. Der Zeitpunkt könnte kaum besser sein: Krankenkassen erfinden sich als Dienstleister neu und entdecken den Reiz der Informationstechnik. Kliniken werden zunehmend zu integrierten Versorgungseinheiten. Die Gesundheitspolitik will bei der elektronischen Gesundheitskarte Dampf machen und Patienten verstehen immer weniger, warum sie all die Technik, die sie umgibt, nicht auch für ihre Gesundheit einsetzen sollen.

Unterwegs aber nicht allein

Die mobile Übertragung medizinischer Daten ist dieses Jahr ein zentrales Thema der TeleHealth. Im Trend sind Telemedizin-Plattformen, die ein Monitoring von Vitaldaten in allen Situationen des Alltags erlauben und damit ganz auf die individuellen Bedürfnisse des Patienten ausgerichtet werden können. So präsentiert das Unternehmen Robert Bosch Healthcare seine Telemedizin-Plattform Bosch Telemedizin Plus: Sie erfasst Vitalparameter wie Blutdruck, Puls, Gewicht und Sauerstoffsättigung unterwegs oder in den eigenen vier Wänden und leitet sie an das betreuende Zentrum oder den behandelnden Arzt weiter. Dass die Technik ausgereift ist, zeigt das von der Charité Berlin koordinierte Forschungs- und Entwicklungsprojekt "Partnership for the Heart", in dem die Bosch-Lösungen seit zwei Jahren im Einsatz sind.

Elegant, weil hoch mobil, sind die Lösungen des Unternehmen BodyTel, das bereits zum vierten Mal auf der TeleHealth ausstellt. War in den vergangenen Jahren die mit Dutzenden von Mobiltelefonen kompatible Diabetes-Telemedizin-Lösung GlucoTel der große Blickfang, so ist in diesem Jahr noch einiges mehr zu sehen. "Weil der Markt gerade an Fahrt gewinnt, stellen wir uns jetzt breiter auf und zeigen Lösungen für zahlreiche chronische Erkrankungen", sagt Michaela Klinger, Marketing-Leiterin bei BodyTel. Zu sehen sein werden die Lösungen PressureTel für die Blutdrucküberwachung und WeightTel für das Gewichtsmonitoring. "Damit können wir bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen, aber auch beispielsweise bei Bauchfelldialyse ein Überwachungssystem anbieten", sagt Klinger.

Hören was das Herz sagt

Die Vitaldatenüberwachung bei chronisch Kranken ist sicher die Königsdisziplin der Telemedizin. Doch auch bei der Diagnostik kann die Fernüberwachung gute Dienste leisten. So präsentiert das Unternehmen Vitaphone auf der TeleHealth eine neue Lösung zur Diagnostik für Patienten, bei denen das Herz "stolpert". Das remosEKG 100/300 besticht durch einfachste Bedienbarkeit: Der Patient hängt es sich einfach um den Hals. Sobald ihm etwas am Herzen auffällt, drückt er einen Knopf. Das EKG wird aufgezeichnet und die Daten an den betreuenden Arzt übermittelt. Im Idealfall ist die Diagnose damit geklärt - ganz ohne Umstände. Für Professor Hans-Joachim Trappe, Direktor der Medizinischen Klinik am Marienhospital Herne, ist das Tele-EKG ideal, um symptomatische Herzrhythmusstörungen zuverlässig zu diagnostizieren: "Unsere Erfahrungen sind durchweg positiv. Ich wundere mich immer wieder darüber, dass die Möglichkeit der telekardiologischen Funktionsdiagnostik in Kliniken und Praxen so wenig genutzt und angeboten wird."

Damit Informationen auch fließen können

Telemedizin ist gewissermaßen die medizinische Seite des Einsatzes von Informationstechnik im Gesundheitswesen. Auf der anderen, der technischen Seite geht es darum, die Einrichtungen des Gesundheitswesens so miteinander zu vernetzen, dass relevante medizinische Daten schnell und sicher dorthin gelangen, wo sie benötigt werden. Immer mehr Krankenhäuser setzen deswegen auf Integrationsplattformen, die die unterschiedlichen eingesetzten IT-Lösungen miteinander verknüpfen. Mit seiner Integrationsplattform Ensemble hat das US-Unternehmen InterSystems erfolgreich in mehreren europäischen Märkten Fuß gefasst. In diesem Jahr wird das Unternehmen auf der TeleHealth stärker als in den Vorjahren die Vernetzung zwischen den Sektoren thematisieren. "Das wird für unsere Krankenhauskunden zunehmend zu einem Wettbewerbsfaktor", ist sich Peter W. Mengel, Marketing Director CEE bei InterSystems, sicher.

Sobald Informationen von einer medizinischen Einrichtung zu einer anderen übermittelt werden sollen, müssen sich die Akteure auf technische, inhaltliche und datenschutzrechtliche Standards verständigen. Diese festzulegen, ist in Deutschland Aufgabe der gematik, der Betreibergesellschaft für die elektronische Gesundheitskarte. Nach einer Bestandsaufnahme als Folge des Regierungswechsels scheint jetzt wieder Fahrt in das Projekt zu kommen: Elektronische Notfalldaten, das Online-Update der Versichertendaten und der elektronische Arztbrief stehen im Fokus. Am Stand der gematik können sich TeleHealth-Besucher über diese Anwendungen informieren. Auch hochgesicherte Daten-Safes für Patientendaten auf Basis von USB-Technologie gibt es zu sehen, beispielsweise bei dem Unternehmen Med-O-Card. Nicht zuletzt dürfte sich auch Bundesgesundheitsminister Dr. Philipp Rösler zur digitalen Vernetzung des deutschen Gesundheitswesens äußern. Er wird die TeleHealth am 2. März gemeinsam mit hochrangigen Branchenvertretern offiziell eröffnen.

Damit am Ende das Ergebnis stimmt

Klar ist, dass IT-Projekte in Einrichtungen des Gesundheitswesens besonders sorgfältig geplant und umgesetzt werden müssen. Denn wo mit sensiblen Patientendaten hantiert wird, sind Schwachstellen bei der Umsetzung doppelt problematisch. Im Gesundheitswesen erfahrene IT-Dienstleister sind deshalb eine weitere wichtige Ausstellergruppe der TeleHealth. Das Unternehmen Bitmarck etwa hat sich auf die IT-Bedürfnisse von Krankenversicherungen spezialisiert. An zentraler Stelle steht dabei die Branchenplattform iskv 21c, die vom Management der Versichertendaten bis zum Customer Relationship Management praktisch alle für Krankenkassen relevanten Prozesse digital abbilden kann.

Der Anbieter SQS Software Quality Systems hat sich demgegenüber den Themen Qualitätssicherung und Qualitätsmanagement bei IT-Projekten verschrieben. Mit Hilfe der in anderen Branchen bereits etablierten Methode SQS PractiQ kann sichergestellt werden, dass die Fehlerquote bei Einführung eines neuen Klinikinformationssystems oder bei Umstellung der Krankenkassensoftware minimal gehalten wird. Zugute kommt das nicht zuletzt dem Patienten, der ohnehin stets im Mittelpunkt steht, wenn Einrichtungen des Gesundheitswesens IT-Lösungen einführen.

Live erlebbar wird die Patientenperspektive im Gesundheitsparcours "Future Care", einem absoluten Highlight der TeleHealth 2010. Von der Prävention über Diagnostik und Therapie bis zur Nachsorge und Heimbetreuung können sich Besucher ausführlich über das Gesundheitswesen von morgen informieren.

Anne-Kathrin Seibt | Deutsche Messe
Weitere Informationen:
http://www.cebit.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie CeBIT 2010:

nachricht Neue Freiheit für IT-Leiter - Die todo GmbH bringt flexIT 2010 heraus
24.03.2010 | todo GmbH

nachricht Neue Version der SAP-Lösung von Kaba noch anwenderfreundlicher
24.03.2010 | Kaba GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: CeBIT 2010 >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Im Focus: Making lightweight construction suitable for series production

More and more automobile companies are focusing on body parts made of carbon fiber reinforced plastics (CFRP). However, manufacturing and repair costs must be further reduced in order to make CFRP more economical in use. Together with the Volkswagen AG and five other partners in the project HolQueSt 3D, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) has developed laser processes for the automatic trimming, drilling and repair of three-dimensional components.

Automated manufacturing processes are the basis for ultimately establishing the series production of CFRP components. In the project HolQueSt 3D, the LZH has...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Ballungsräume Europas

26.04.2017 | Veranstaltungen

200 Weltneuheiten beim Innovationstag Mittelstand in Berlin

26.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Wie digitale Technik die Patientenversorgung verändert

26.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Akute Myeloische Leukämie: Ulmer erforschen bisher unbekannten Mechanismus der Blutkrebsentstehung

26.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Naturkatastrophen kosten Winzer jährlich Milliarden

26.04.2017 | Interdisziplinäre Forschung

Zusammenhang zwischen Immunsystem, Hirnstruktur und Gedächtnis entdeckt

26.04.2017 | Biowissenschaften Chemie