Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Der Simultandolmetscher im Laptop

25.02.2010
Vom 2. bis 6. März öffnet die CeBIT in Hannover wieder ihre Türen. Das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) präsentiert neueste Ergebnisse aus seiner Forschung.

Zu sehen und zu erleben sind am Stand A02/1 in Halle 9 im "future parc" unter anderem eine Software zur Sprach-zu-Sprach-Übersetzung für Vorlesungen und Parlamentsdebatten, eine Methode für lautloses Telefonieren sowie eine Verschlüsselungstechnik für mobile Kommunikationsgeräte. Auch das Forschungszentrum Informatik FZI als Innovationspartner des KIT ist am KIT-Stand mit drei Exponaten vertreten.

Sprach-zu-Sprach-Übersetzung
Hier werden automatische Spracherkennung, automatische Übersetzung und Sprachsynthese kombiniert. Das Simultanübersetzungssystem, das am Institut für Anthropomatik des KIT entwickelt wurde, dient als automatischer Simultandolmetscher für Vorlesungen und Parlamentsdebatten. Es erkennt und übersetzt Sprache in Echtzeit mit geringer Latenz. Das Übersetzungsergebnis lässt sich entweder in Form von kontinuierlich ausgegebenem Text lesen, aber auch mittels gerichteter Lautsprecher oder mobil auf dem Smartphone anhören. Dabei richtet ein neuartiges mit Ultraschall arbeitendes Lautsprechersystem einen Strahl auf ausgewählte Zuhörer - der Nachbar hört von der Übersetzung nichts. So lässt sich eine Simultanübersetzung von unterschiedlichen Zuhörern in unterschiedlichen Sprachen hören. Das System läuft auf nur einem Laptop und ist daher sehr mobil.
Lautlose Kommunikation
Ebenfalls aus dem Institut für Anthropomatik kommt eine Technologie, die es Menschen erlaubt, völlig lautlos zu sprechen und dennoch vom Gesprächspartner verstanden zu werden. Die Technologie basiert auf dem Prinzip der Elektromyographie, also der Erfassung und Aufzeichnung elektrischer Potenziale, die durch die Muskelaktivität entstehen. Gemessen wird diese Muskelaktivität im Gesicht. Zu sehen sind vier Anwendungen der Technologie. Ein Beispiel ist lautloses Telefonieren. Der Benutzer kann hier lautlos ins Telefon sprechen, wird aber dennoch vom Gesprächsteilnehmer am anderen Ende der Leitung verstanden. Dies ermöglicht es, in leisen Umgebungen wie etwa im Kino oder Theater zu kommunizieren, ohne andere zu stören. Ein weiteres Einsatzgebiet ist die Übermittlung vertraulicher Informationen. Zur Übermittlung beipielsweise von Passwörtern und PINs können Benutzer nahtlos auf lautlose Sprache wechseln und somit Vertrauliches abhörsicher weitergeben.
Funk-Schlüsselaustausch
Mit dem Verfahren aus dem Institut für Kryptographie und Sicherheit des KIT können mobile Benutzer ein gemeinsames Geheimnis erzeugen, das sich für die Verschlüsselung von Kommunikation verwenden lässt. Diese neue Technologie leitet einen "gemeinsamen Schlüssel" für Kommunkationspartner aus den Störungen und Interferenzen des Funkübertragungskanales ab. Die Störungen werden durch Reflexionen an Hindernissen, wie Gebäuden oder Fahrzeugen erzeugt und bleiben gleich, wenn die Rollen von Sender und Empfänger tauschen, weshalb beide Kommunikationspartner tatsächlich denselben Schlüssel erhalten. Ein "Angreifer" an einem anderen Standort empfängt völlig andere Reflexionen und Echos und ist nicht in der Lage den Schlüssel zu bestimmen. Das Verfahren bietet langfristige Sicherheit, da es nicht möglich ist, den Schlüssel rückwirkend zu errechnen. Als künftige Anwendungen denkbar sind mobile Endgeräte wie Smartphones oder Laptops.
Sematic Media-Wiki
Eine Erweiterung der Software MediaWiki hat ein Wissenschaftlerteam des Instituts für Angewandte Informatik und Formale Beschreibungsverfahren (AIFB) des KIT entwickelt. Ziel ist, die Inhalte von Wikis für Maschinen besser auswertbar zu machen. Semantic MediaWiki ist bereits auf mehreren hundert Webseiten erfolgreich im Einsatz und wurde in über fünfzig Sprachen übersetzt. Die Benutzer können mit diesem Werkzeug die Querverweise innerhalb eines Wikis typisieren. Diese stehen dann als strukturierte und vernetzte Daten zur Verfügung und versetzen Computer in die Lage, automatisch sinnvolle Antworten auf komplexe Anfragen zu geben.
Fußballbörse STOCCER
Die FSM Group, eine Ausgründung des Instituts für Informationssysteme und -management (IISM) des KIT präsentiert auf dem KIT-Stand die Fußballbörse STOCCER zur WM 2010. STOCCER macht die Funktionsweise von Prognosemärkten, besonders ihre schnelle Reaktion auf neue Informationen, direkt erfahrbar. Daneben stellt die FSM Group auf der CeBIT 2010 eine Self-Service Lösung für Prognosemärkte on Demand vor. Damit wird es erstmalig möglich, Prognosemärkte als Software as a Service (SaaS) bei Mittelständler und Großunternehmen einzubinden.

Das Forschungszentrum Informatik FZI zeigt am KIT-Stand Exponate zu Multicore (Nutzung von Mehrkernprozessoren zur Leistungssteigerung von Computern), Cloud Computing (Webtechnologie zur Bereitstellung und zum Bezug von IT-Ressourcen aus dem Netz) sowie zur plastischen Simulation (neue Technik zur maßstabsgetreuen 3-D-Simulation von Prozessmodellen) und stellt dar, wie diese zu praxistauglichen Technologien der Softwareentwicklung werden.

Das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts und staatliche Einrichtung des Landes Baden-Württemberg. Es nimmt sowohl die Mission einer Universität als auch die Mission eines nationalen Forschungszentrums in der Helmholtz-Gemeinschaft wahr. Das KIT verfolgt seine Aufgaben im Wissensdreieck Forschung - Lehre - Innovation.

Weiterer Kontakt:

Monika Landgraf
Pressestelle
Tel.: +49 721 608-8126
Fax: +49 721 608-3658
E-Mail: Monika.Landgraf@kit.edu

Dr. Elisabeth Zuber-Knost | idw
Weitere Informationen:
http://www.kit.edu

Weitere Nachrichten aus der Kategorie CeBIT 2010:

nachricht Neue Freiheit für IT-Leiter - Die todo GmbH bringt flexIT 2010 heraus
24.03.2010 | todo GmbH

nachricht Neue Version der SAP-Lösung von Kaba noch anwenderfreundlicher
24.03.2010 | Kaba GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: CeBIT 2010 >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Im Focus: Innovative Antikörper für die Tumortherapie

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig von diesen teuren Medikamenten profitieren, wird intensiv an deren Verbesserung gearbeitet. Forschern um Prof. Thomas Valerius an der Christian Albrechts Universität Kiel gelang es nun, innovative Antikörper mit verbesserter Wirkung zu entwickeln.

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig...

Im Focus: Durchbruch mit einer Kette aus Goldatomen

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des Wärmetransportes

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

6. Internationale Fachkonferenz „InnoTesting“ am 23. und 24. Februar 2017 in Wildau

22.02.2017 | Veranstaltungen

Wunderwelt der Mikroben

22.02.2017 | Veranstaltungen

Der Lkw der Zukunft kommt ohne Fahrer aus

21.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Ursache für eine erbliche Muskelerkrankung entdeckt

22.02.2017 | Medizin Gesundheit

Möglicher Zell-Therapieansatz gegen Zytomegalie

22.02.2017 | Biowissenschaften Chemie

Meeresforschung in Echtzeit verfolgen

22.02.2017 | Geowissenschaften