Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Prototyp zur Messung von IP-Video-Qualität: Forschungsgruppe Datennetze der Fachhochschule Köln auf der CeBIT 2010

18.02.2010
Testmethoden und Systeme für die Bestimmung der subjektiven Bildqualität (QoE) bei Videoübertragungen in IP Netzen (Rechnernetzen, die auf Grundlage des Internet Protokolls funktionieren) entwickelt die Forschungsgruppe Datennetze der Fachhochschule Köln in dem Forschungsprojekt SmartVideo.

Zur Projekthalbzeit des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten dreijährigen Forschungsprojekts ist jetzt der 1. Prototyp eines Messsystems für IP-Video-Qualität fertig. Auf dem Gemeinschaftsstand Innovationsland NRW der CeBIT 2010, die vom 2. bis 6. März in Hannover stattfindet, stellt die Forschungsgruppe Datennetze den Prototypen der Software zum ersten Mal öffentlich vor (Halle 9, Stand D06).

Mit dem Messsystem können Engpässe oder Qualitätseinbrüche in Netzen an verschiedenen Messpunkten bis hin in das heimische Netzwerk ermittelt werden. Wichtig ist dies vor dem Hintergrund, dass sich IPTV (Übertragung von Fernsehsendungen oder Filmen über das Internet) als neuer Verbreitungsweg von linearem Fernsehen immer mehr etabliert.

"Die besondere Schwierigkeit bei dieser Entwicklung bestand darin", so Prof. Dr. Andreas Grebe, Leiter des Forschungsprojekts SmartVideo, "ein Messsystem zu entwickeln, das auch auf Computern mit schwacher Rechenleistung funktioniert, um in den Geräten die Qualität zu messen. So kann festgestellt werden, ob die Ursache für etwaige Qualitätsprobleme beim Provider direkt zu suchen ist oder ob eher Hard- bzw. Software-Probleme beim Nutzer dafür verantwortlich sind." Auf dem Messestand werden Qualitätsänderungen (QoS - Quality of Service) bei IPTV demonstriert und deren Auswirkungen auf die subjektive Wahrnehmung (QoE - Quality of Experience) mit dem SmartVideo Messsystem bewertet.

Das entwickelte Messsystem wertet den IP-Videostream netzübergreifend mit Hilfe einer verteilten Messumgebung mit mehreren sogenannten "light weight" Probes aus, die auch in DSL-Routern oder Set Top Boxen (STB) implementiert werden können. Die Messungen und Bewertungen erfolgen im Monitoring-Charakter, d. h. eine unmittelbare Überwachung mit Steuerungsmöglichkeiten (Langzeitmessungen sind auch möglich). Dabei werden speziell entwickelte Messverfahren eingesetzt, die verschiedene MPEG-Standards von Videostreams (MPEG-2 oder MPEG-4/H.264) nach dem Non-Referenzverfahren bewerten. Non-Referenzverfahren benötigen im Gegensatz zu den Standardmessgeräten keinen Vergleich mit dem Originalvideo und sind damit kostengünstiger. Das Messsystem kann von allen DSL-, Internet-Service- und Mobilfunknetzbetreibern oder auch Entwicklern und Anbietern von IP-Streaming Diensten eingesetzt werden.

Neben der Qualitätsmessung ist ein zweites Ziel des Forschungsprojekts die Entwicklung einer geeigneten Prüf- und Messumgebung. Im Labor für Datennetze der Fachhochschule Köln können IP Videostreams gezielt manipuliert und analysiert werden. Hierzu fließen die Ergebnisse des vorangegangenen BMBF-Forschungsprojekts QoSSIP (Netzeübergreifende Quality-of-Service bei SIP-basierter VoIP-Kommunikation) mit dem Netzmanipulationssystem "NetGen" in das aktuelle Projekt mit ein. Durch die Messumgebung ist es der Forschungsgruppe Datennetze möglich, Design- und Konfigurationsempfehlungen für DSL-Netze, Internet Service Provider und Mobilfunknetze zu erarbeiten. Entwickler und Anbieter von IP Video-Diensten können von diesen Empfehlungen gleichermaßen profitieren.

Das BMBF-Forschungsprojekt SmartVideo wird in Kooperation mit den Unternehmen Arcor (jetzt Vodafone), CETECOM und Vierling durchgeführt. Die Arbeiten sind in die Forschungsschwerpunkte NEGSIT (Next Generation Services in Heterogeneous Network Infrastructures) und VMA (Verteilte und mobile Applikationen) im Institut für Nachrichtentechnik der Fakultät für Informations-, Medien und Elektrotechnik der Fachhochschule Köln integriert.

Als nächstes steht der Praxistest des Prototypen mit dem Industriepartner auf dem Programm der Forschergruppe und der Aufbau einer messtechnischen Grundlage für die Bewertung von Videoströmen direkt durch die Videoclients. Dabei sollen die aktuellen Netzparameter ausgewertet werden und aktiv die für die momentane Netzumgebung optimale Videocodierung mit geeigneten Signalisierungsmaßnahmen steuern.

Kurzprofil der Fachhochschule Köln
Die Fachhochschule Köln ist die größte Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Deutschland. 16.000 Studierende werden von rund 400 Professorinnen und Professoren unterrichtet. Das Angebot der elf Fakultäten und des Instituts für Tropentechnologie umfasst rund 70 Studiengänge, jeweils etwa die Hälfte in Ingenieurwissenschaften bzw. Geistes- und Gesellschaftswissenschaften: von Architektur über Elektrotechnik und Maschinenbau, Design, Restaurierung, Informationswissenschaft, Sprachen und Soziale Arbeit bis hin zu Wirtschaftsrecht und Medieninformatik. Neu hinzugekommen sind im Herbst 2009 die Angewandten Naturwissenschaften. Zur Hochschule gehören neben Standorten in Köln-Deutz und in der Kölner Südstadt auch der Campus Gummersbach; im Aufbau ist der Campus Leverkusen. Die Fachhochschule Köln ist Vollmitglied in der Vereinigung Europäischer Universitäten (European University Association, EUA). Die Hochschule ist zudem eine nach den europäischen Öko-Management-Richtlinien EMAS und dem Internationalen Standard ISO 14001 geprüfte und zertifizierte umweltorientierte Einrichtung.

Petra Schmidt-Bentum | idw
Weitere Informationen:
http://www.dn.fh-koeln.de/ -
http://www.smart-video.org/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie CeBIT 2010:

nachricht Neue Freiheit für IT-Leiter - Die todo GmbH bringt flexIT 2010 heraus
24.03.2010 | todo GmbH

nachricht Neue Version der SAP-Lösung von Kaba noch anwenderfreundlicher
24.03.2010 | Kaba GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: CeBIT 2010 >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Metamaterial mit Dreheffekt

Mit 3D-Druckern für den Mikrobereich ist es Forschern des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) gelungen ein Metamaterial aus würfelförmigen Bausteinen zu schaffen, das auf Druckkräfte mit einer Rotation antwortet. Üblicherweise gelingt dies nur mit Hilfe einer Übersetzung wie zum Beispiel einer Kurbelwelle. Das ausgeklügelte Design aus Streben und Ringstrukturen, sowie die zu Grunde liegende Mathematik stellen die Wissenschaftler in der aktuellen Ausgabe der renommierten Fachzeitschrift Science vor.

„Übt man Kraft von oben auf einen Materialblock aus, dann deformiert sich dieser in unterschiedlicher Weise. Er kann sich ausbuchten, zusammenstauchen oder...

Im Focus: Proton-Rekord: Magnetisches Moment mit höchster Genauigkeit gemessen

Hochpräzise Messung des g-Faktors elf Mal genauer als bisher – Ergebnisse zeigen große Übereinstimmung zwischen Protonen und Antiprotonen

Das magnetische Moment eines einzelnen Protons ist unvorstellbar klein, aber es kann dennoch gemessen werden. Vor über zehn Jahren wurde für diese Messung der...

Im Focus: New proton record: Researchers measure magnetic moment with greatest possible precision

High-precision measurement of the g-factor eleven times more precise than before / Results indicate a strong similarity between protons and antiprotons

The magnetic moment of an individual proton is inconceivably small, but can still be quantified. The basis for undertaking this measurement was laid over ten...

Im Focus: Reibungswärme treibt hydrothermale Aktivität auf Enceladus an

Computersimulation zeigt, wie der Eismond Wasser in einem porösen Gesteinskern aufheizt

Wärme aus der Reibung von Gestein, ausgelöst durch starke Gezeitenkräfte, könnte der „Motor“ für die hydrothermale Aktivität auf dem Saturnmond Enceladus sein....

Im Focus: Frictional Heat Powers Hydrothermal Activity on Enceladus

Computer simulation shows how the icy moon heats water in a porous rock core

Heat from the friction of rocks caused by tidal forces could be the “engine” for the hydrothermal activity on Saturn's moon Enceladus. This presupposes that...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mathematiker-Jahrestagung DMV + GDM: 5. bis 9. März 2018 an Uni Paderborn - Über 1.000 Teilnehmer

24.11.2017 | Veranstaltungen

Forschungsschwerpunkt „Smarte Systeme für Mensch und Maschine“ gegründet

24.11.2017 | Veranstaltungen

Schonender Hüftgelenkersatz bei jungen Patienten - Schlüssellochchirurgie und weniger Abrieb

24.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Mathematiker-Jahrestagung DMV + GDM: 5. bis 9. März 2018 an Uni Paderborn - Über 1.000 Teilnehmer

24.11.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Maschinen über die eigene Handfläche steuern: Nachwuchspreis für Medieninformatik-Student

24.11.2017 | Förderungen Preise

Treibjagd in der Petrischale

24.11.2017 | Biowissenschaften Chemie