Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Clausthaler Informatiker präsentieren intelligente Theke auf der CeBIT

18.02.2010
In der Kneipe kann es schon mal hoch hergehen. Wenn der Mann am Zapfhahn oder die Kellner den Überblick verlieren, fließt unfreiwillig Freibier über die Theke - und der Wirt ist hinterher der Dumme.

Damit dies nicht passiert, entwickeln Clausthaler Informatiker eine intelligente Theke. Auf der CeBIT wird die neuartige elektronische Schankanlage erstmals vorgestellt.

Elektronische Schanksysteme gibt es schon seit mehreren Jahren auf dem Markt. Doch in Deutschland haben sie sich bisher nicht richtig durchgesetzt, obwohl die Anlagen eine gezielte Dosierung erlauben und der Getränkeverbrauch somit um bis zu acht Prozent verringert werden kann. Nur jeder 20. Wirt leistete sich hierzulande eine solche Anschaffung. Die Kritik der Branche lautet: zu komplex, zu teuer, zu störanfällig und teilweise zu unhygienisch.

Die Hinweise aus der Gastronomie stoßen am Lehrstuhl Software Systems Engineering von Professor Andreas Rausch auf offene Ohren. Unter dem Motto "SmartSchank - Informatik ist unser Bier" haben die Forscher der TU Clausthal zusammen mit der Firma Dirmeier Schanktechnik GmbH & Co. KG einen neuen Ansatz konzipiert. Der Grundgedanke, der dahinter steckt: Kleine Betriebe müssen sich nicht gleich ein großes, zentral gesteuertes Schanksystem für zigtausend Euro kaufen, sondern können angemessen mit einzelnen, intelligenten Modulen einsteigen und die Thekenanlage später schrittweise ausbauen.

"Die kleine Kneipe könnte zum Beispiel mit einem Zählmodul anfangen, damit immer klar ist, wie viele Liter Bier ausgeschenkt wurden. Nach und nach ließe sich das System unproblematisch um Dosierzapfhähne, Kaffeemaschinen, Kassen, Flaschenzähler, Spirituosen- oder Cocktailstationen erweitern", erläutert Diplom-Informatiker Sebastian Herold. Mit den Kollegen Constanze Deiters und Benjamin Fischer wird er das Projekt "SmartSchank" dem Messepublikum vom 2. bis 6. März auf der CeBIT in Hannover (Halle 9, Niedersachsenstand B22) vorstellen. Neben dem Baukastenprinzip zeichnet sich die Clausthaler Technologie durch weitere Vorteile aus: sie ist einfach zu konfigurieren und fällt selten aus.

Um diese Vorzüge zu gewährleisten, müssen die Informatiker eine softwarebasierte, dynamische Infrastruktur (Middleware) bereitstellen. Sie muss garantieren, dass die einzelnen Module wie etwa Zapfhahn oder Kasse sowohl unabhängig betrieben werden, aber auch als Bestandteil eines verteilten Systems mit den anderen kommunizieren und kooperieren können. Dazu soll die am Lehrstuhl entwickelte Infrastruktur für dynamische Systeme (DAiSI) auf "SmartSchank" angepasst werden. Die "intelligente Theke" dürfte der Gastronomie mittelfristig weniger Stress und mehr Geld in der Kasse bescheren. "An diesem Projekt zeigt sich", sagt Constanze Deiters, "dass Informatiker in Clausthal nicht nur am Computer vor sich hin programmieren, sondern praxisnahe Themen bearbeiten."

Christian Ernst | idw
Weitere Informationen:
http://www.tu-clausthal.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie CeBIT 2010:

nachricht Neue Freiheit für IT-Leiter - Die todo GmbH bringt flexIT 2010 heraus
24.03.2010 | todo GmbH

nachricht Neue Version der SAP-Lösung von Kaba noch anwenderfreundlicher
24.03.2010 | Kaba GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: CeBIT 2010 >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Im Focus: «Kosmische Schlange» lässt die Struktur von fernen Galaxien erkennen

Die Entstehung von Sternen in fernen Galaxien ist noch weitgehend unerforscht. Astronomen der Universität Genf konnten nun erstmals ein sechs Milliarden Lichtjahre entferntes Sternensystem genauer beobachten – und damit frühere Simulationen der Universität Zürich stützen. Ein spezieller Effekt ermöglicht mehrfach reflektierte Bilder, die sich wie eine Schlange durch den Kosmos ziehen.

Heute wissen Astronomen ziemlich genau, wie sich Sterne in der jüngsten kosmischen Vergangenheit gebildet haben. Aber gelten diese Gesetzmässigkeiten auch für...

Im Focus: A “cosmic snake” reveals the structure of remote galaxies

The formation of stars in distant galaxies is still largely unexplored. For the first time, astron-omers at the University of Geneva have now been able to closely observe a star system six billion light-years away. In doing so, they are confirming earlier simulations made by the University of Zurich. One special effect is made possible by the multiple reflections of images that run through the cosmos like a snake.

Today, astronomers have a pretty accurate idea of how stars were formed in the recent cosmic past. But do these laws also apply to older galaxies? For around a...

Im Focus: Pflanzenvielfalt von Wäldern aus der Luft abbilden

Produktivität und Stabilität von Waldökosystemen hängen stark von der funktionalen Vielfalt der Pflanzengemeinschaften ab. UZH-Forschenden gelang es, die Pflanzenvielfalt von Wäldern durch Fernerkundung mit Flugzeugen in verschiedenen Massstäben zu messen und zu kartieren – von einzelnen Bäumen bis hin zu ganzen Artengemeinschaften. Die neue Methode ebnet den Weg, um zukünftig die globale Pflanzendiversität aus der Luft und aus dem All zu überwachen.

Ökologische Studien zeigen, dass die Pflanzenvielfalt zentral ist für das Funktionieren von Ökosys-temen. Wälder mit einer höheren funktionalen Vielfalt –...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungen

Roboter für ein gesundes Altern: „European Robotics Week 2017“ an der Frankfurt UAS

17.11.2017 | Veranstaltungen

Börse für Zukunftstechnologien – Leichtbautag Stade bringt Unternehmen branchenübergreifend zusammen

17.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungsnachrichten

IHP präsentiert sich auf der productronica 2017

17.11.2017 | Messenachrichten

Roboter schafft den Salto rückwärts

17.11.2017 | Innovative Produkte