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Cebit 2010: Wie man große 3-D-Welten auf kleine Rechner bringt

11.02.2010
Satellitenbilder von Google Earth und medizinische Aufnahmen aus der Computertomographie haben eines gemeinsam. Durch ihre hohe Auflösung erzeugen sie gigantische Datenmengen, die bisher von gewöhnlichen Computern nicht verarbeitet werden konnten. Informatiker in Saarbrücken haben jetzt ein Verfahren entwickelt, mit dem man am heimischen Rechner dreidimensionale Bilder blitzschnell darstellen und verändern kann.

Der Saarbrücker Informatiker Jens Krüger wird die Programme ImageVis3D und HybridTerrain, die er im Team mit der Universität von Utah und der Technischen Universität München entwickelt hat, auf der Computermesse Cebit 2010 in Hannover vom 2. bis 6. März am saarländischen Forschungsstand (Halle 9, Stand B 43) vorstellen.

Mit den Programmen von Jens Krüger lassen sich wissenschaftliche Aufnahmen zum Beispiel aus der Computer- oder Magnetresonanztomografie aufrufen und verändern. "Den menschlichen Körper kann man damit auch in verschiedenen Ansichten darstellen. Wer etwa einen Knochen näher betrachten möchte, kann dennoch Haut und Gefäße sichtbar lassen und räumlich exakt zuordnen", erläutert Jens Krüger. Auch hoch auflösende geografische Bilder oder umfangreiche Simulationen können mit der neuen Software dargestellt und bearbeitet werden. Möglich macht dies ein ganzes Bündel neuer Methoden, mit denen die riesigen Datenmengen in kleinen Einheiten unterteilt werden. "Es werden dann zum Beispiel nur die Flächen in einer Landschaft dargestellt, die das menschliche Auge in der Natur auch erfassen kann", sagt der Wissenschaftler.

Durch die schnellen Rechenverfahren können zugleich viel mehr Details dargestellt werden als bei herkömmlichen 3-D-Bildern. Eine Gebirgslandschaft etwa, die in Google Earth wegen der fehlenden Datenmenge nur mit grob umrissenen Bergkuppen erscheint, kann Krügers Verfahren so zerklüftet wie in Wirklichkeit abbilden. Mit ihren besonderen Funktionen ist die Software daher bisher weltweit einzigartig. Das Programm lässt sich auch in andere Softwareumgebungen leicht einbauen und ist durch sein Baukastensystem flexibel einzusetzen. Seit kurzem kann sogar der vergleichsweise leistungsschwache Rechner eines iPhones dafür benutzt werden, die Bilder des menschlichen Körpers darzustellen. ImageVis3D Mobile heißt die Anwendung, die man im App Store kostenfrei herunterladen kann.

Jens Krüger hat rund ein Jahr lang in Salt Lake City an dem Programm ImageVis3D gearbeitet, unterstützt von dem Software-Entwickler Tom Fogal, der an der Universität von Utah forscht. Als Teil eines biomedizinischen Projekts wurde es vom amerikanischen Gesundheits- und Energieministerium finanziert. Das Programm basiert auf einer Software, die am Scientific Computing and Imaging Institute (SCI) der Universität von Utah entwickelt wurde. Jens Krüger leitet jetzt eine Forschergruppe im Informatik-Exzellenzcluster der Universität des Saarlandes. Die Gruppe ist am Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Saarbrücken angesiedelt.

Hintergrund

Der Exzellenzcluster "Multimodal Computing and Interaction" in Saarbrücken wird seit 2007 im Rahmen der Exzellenzinitiative von Bund und Ländern gefördert. Dort wird erforscht, wie man multimodale Informationen wie Texte, Audiodateien, Videos und Bilder noch effizienter organisieren, verstehen und durchsuchen kann. Neben der Universität des Saarlandes sind am Exzellenzcluster das Max-Planck-Institut für Informatik, das Max-Planck-Institut für Softwaresysteme und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz beteiligt.

Hinweis für Hörfunk-Journalisten: Sie können Telefoninterviews in Studioqualität mit Wissenschaftlern und Studierenden der Universität des Saarlandes führen, über Rundfunk-ISDN-Codec. Interviewwünsche bitte an die Pressestelle (0681/302-3610) richten.

Fragen beantworten:

Dr. Jens Krüger
Mail: Jens_Harald.Krueger@dfki.de
Tel. 0681 / 302-57553
Tel: 0511 / 89 49 70 37 (Cebit-Messestand)
Friederike Meyer zu Tittingdorf
Tel. 0681 / 302-3610
Mobil 0151 / 11 37 16 32
Hinweis für Hörfunk-Journalisten: Sie können Telefoninterviews in Studioqualität mit Wissenschaftlern und Studenten der Universität des Saarlandes führen, über Rundfunk-ISDN-Codec. Interviewwünsche bitte an die Pressestelle (0681/302-3610) richten.

Friederike Meyer zu Tittingdorf | idw
Weitere Informationen:
http://www.mmci.uni-saarland.de/index.php?id=139&L=1
http://ivda.cs.uni-saarland.de/
http://www.uni-saarland.de/pressefotos

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