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CeBIT 2010: Intelligente Umgebungen erleichtern das Leben

24.02.2010
Die alternde Gesellschaft stellt uns vor große Herausforderungen. Immer mehr Menschen benötigen immer länger intensive Betreuung.

Damit Senioren möglichst lange selbstständig in den eigenen vier Wänden leben können, entwickeln Fraunhofer-Forscher intelligente Wohnumgebungen - die zum Beispiel auf Wünsche ihrer Bewohner reagieren. Der aktuelle Stand der Forschung wird auf der diesjährigen CeBIT präsentiert.

Langsam wird es dunkel. Ein älterer Herr sitzt gemütlich im Wohnzimmer und liest Zeitung. Mit einer kleinen Bewegung deutet er auf seine Stehlampe und schon erstrahlt das Licht. Möglich ist das, weil die Wohnung des Herrn gelernt hat, was er mit dieser Geste ausdrücken möchte. In Zukunft könnten solche intelligenten Wohnumgebungen (Ambient Assisted Living, kurz AAL) für uns zum Alltag gehören. "Mit intuitiven Handbewegungen können wir beispielsweise den Fernseher ein- und ausschalten. Tragbare Sensoren erkennen, wie wir uns fühlen, registrieren unsere Bewegungen und messen unsere Fitness.

Dabei kontrollieren immer wir die Technik und werden nicht von ihr kontrolliert", sagt Prof. Bodo Urban vom Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung IGD in Rostock. Für die wachsende Zahl an Senioren wird die dezent agierende Technik einen großen Gewinn an persönlicher Selbstständigkeit bedeuten und es ihnen ermöglichen länger in der vertrauten Umgebung zu leben. "Unser Institut konzentriert sich auf die Entwicklung von Software zur Steuerung von Diensten innerhalb solcher AAL-Umgebungen", erklärt Dr. Reiner Wichert vom Fraunhofer IGD in Darmstadt. "Auf der CeBIT präsentieren wir den Alltag in so einer intelligenten Wohnung".

In die Umgebung integrierte Sensoren und eine zusätzlich Spracherkennung machen die intuitive Bedienung möglich. Wie in der zwischenmenschlichen Kommunikation reagieren diese technischen Hilfsmittel auf Gesten und Worte. Eine andere Ausdrucksform des Menschen sind Emotionen. Sie stehen in Zusammenhang mit körperlichen Vorgängen; äußern sich beispielsweise durch Atmung, Herzschlagfrequenz und Blutdruck. Forscher des Fraunhofer IGD entwickelten einen Handschuh, der in der Lage ist, einige dieser Prozesse zu messen. So lässt sich über den Handschuh der mentale und emotionale Zustand seines Trägers ermitteln.

Eine weitere Hilfe für den Alltag ist unscheinbar in einem Handy untergebracht: die intelligente Bewegungserkennung DiaTrace. Beschleunigungssensoren erfassen unaufdringlich die körperliche Aktivität und unterscheiden diese unter anderem nach "Ruhe", "Laufen" oder "Radfahren". Dadurch erhält man einen Überblick über die eigene Fitness und kann sich direkt zu mehr Bewegung anregen lassen.

Auf dem Fraunhofer-Stand B36 in Halle 9 können Besucher die verschiedenen Elemente der intelligenten Umgebung selbst ausprobieren, und beispielsweise erleben, wie sich eine Diashow auf dem Fernseher mit Worten und Gesten steuern lässt.

Stefanie Heyduck | idw
Weitere Informationen:
http://www.fraunhofer.de

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