Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wie Werbung wirkt

26.02.2009
Notorischer Zapper oder Werbepausengenießer - Marktforscher und Werbepsychologen versuchen, mit Hilfe von Testsehern und Probanden zu erfahren, wie Plakate, Schaufenster und Werbespots angenommen werden. Die Software SHORE? des Fraunhofer-Instituts für Integrierte Schaltungen IIS hilft herauszufinden, ob die Botschaft ankommt.

Die Gesichts- und Mimikdetektion der Forscher aus Erlangen liefert Rückschlüsse auf die Stimmung der Betrachter von Werbeplakaten oder Fernsehsendungen. Mit Hilfe einer kleinen Digitalkamera, die auf die Probanden gerichtet ist, die das Plakat betrachten, werden Bilder erstellt.

Die Auswertungssoftware SHORE? findet in den Aufnahmen die menschlichen Gesichter, unterscheidet zwischen männlich und weiblich, alt und jung und analysiert den Gesichtsausdruck. Für die Fernsehforschung lässt sich die Software genauso in Settop-Boxen integrieren.

Über 30 000 selbstständig "erlernte" Merkmale im Gesicht vergleicht die Software für jedes aufgenommene Bild. Normalerweise läuft dies für den Probanden im Hintergrund ab. Die Ergebnisse können aber auch live angezeigt bzw. mitverfolgt werden. Wesentliche Merkmale sind etwa Konturen von Gesicht, Augen, Brauen und Nase. "Das Besondere an unserer Gesichtsanalyse-Software ist, dass sie in Echtzeit arbeitet und sich 30 Sekunden lang merken kann, ob sie ein Gesicht bereits erkannt hat", sagt Christian Küblbeck, Projektleiter am IIS. Selbst wenn die Person kurz zur Seite tritt, von einer anderen Person verdeckt wird oder den Kopf in eine andere Richtung dreht, ordnet SHORE? die Ergebnisse dem richtigen Probanden zu. Marktforscher erhalten so Aufschluss, ob sich ein unspezifisches Interesse in wirkliche Aufmerksamkeit wandelt oder umgekehrt.

Die Software läuft auf einem normalen Standard-PC, zusätzliche Spezialhardware ist nicht notwendig. In Zukunft soll sie außerdem Informationen liefern, ob sich Erwachsene oder Kinder für ein bestimmtes Produkt interessieren. So ließe sich die Anwendung dieser Software über die Marktforschung hinaus unter anderem auch als virtuelle Kindersicherung einsetzen. So könnten Settop-Boxen Sendungen sperren, wenn sie Nachwuchs erkennen, der versucht, einen nicht jugendfreien Horrorfilm zu sehen.

Ein weiteres Anwendungsbeispiel, das in Zukunft massiv an Bedeutung gewinnen wird, ist der Einsatz auf mobilen Geräten. Die steigenden Verkaufszahlen von Handys und Smartphones mit Internetzugang beobachten auch Marktforscher aufmerksam. Die Werbebranche diskutiert seit längerem Vermarktungsmöglichkeiten auf mobilen Geräten. SHORE? ist auch für diesen Zweck gerüstet und gibt Auskunft, ob Probanden Werbe-SMS entnervt wegklicken oder auch auf dem Handy das ein oder andere Werbe-Banner anklicken.

Das 1985 gegründete Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS mit dem Hauptsitz in Erlangen und weiteren Standorten in Nürnberg, Fürth, Ilmenau und Dresden ist heute das größte Fraunhofer-Institut in der Fraunhofer-Gesellschaft. Mit der Entwicklung der Audiocodierverfahren MP3 und MPEG AAC ist das Fraunhofer IIS weltweit bekannt geworden.

In enger Kooperation mit den Auftraggebern aus der Industrie forschen und ent­wickeln die Wissenschaftler auf folgenden Gebieten: Digitaler Rundfunk, Audio- und Multimediatechnik, digitale Kinotechnik, Entwurfs­automatisierung, integrierte Schaltungen und Sensorsysteme, drahtgebundene, drahtlose und optische Netzwerke, Lokalisierung und Navigation, Hochgeschwindigkeitskameras, Ultrafeinfokus-Röntgentechnologie, Bildverarbeitung und Medizintechnik sowie IuK-Technologien für die Logistik-Dienstleistungswirtschaft.
585 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten in der Vertragsforschung für die ­Industrie, für Dienstleistungsunternehmen und öffentliche Einrichtungen. Das
Budget von 72 Millionen Euro wird bis auf eine Grundfinanzierung in Höhe von
weniger als 25 Prozent aus der Auftragsforschung finanziert.
Besuchen Sie uns auf der CeBIT,
Hannover, 3. bis 8. März 2009,
Fraunhofer Gemeinschaftsstand,
Halle 9, Stand B36

Marc Briele | Fraunhofer Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.iis.fraunhofer.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie CeBIT 2009:

nachricht Hybrid-Scanner ordnet Dokumente nach Chaos-Prinzip
09.03.2009 | Xamance

nachricht Zum Abschluss der CeBIT 2009: Trends und Themen
09.03.2009 | Deutsche Messe

Alle Nachrichten aus der Kategorie: CeBIT 2009 >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie