Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

THESEUS - Werkzeuge für das Internet der Dienste

26.02.2009
Das digitale Wissen besser zu nutzen und zu verwerten, ist Ziel des Projekts THESEUS. Semantische Technologien sollen künftig die inhaltliche Bedeutung der Informationen erkennen können.

Auf der CeBIT (3.- 8 März in Hannover) präsentieren Fraunhofer-Forscher erste Ergebnisse in Halle 9, A30.

"Die zukünftige Gesellschaft wird immer stärker wissensbasiert sein. Dafür muss man nicht nur entsprechende Infrastrukturen bereitstellen, sondern auch das vorhandene Wissen geeignet aufbereiten und es auffindbar machen", erläutert Prof. Hans-Joachim Grallert, Leiter des Fraunhofer-Instituts für Nachrichtentechnik, Heinrich-Hertz-Institut HHI.

Im Kooperationsprojekt THESEUS haben sich 31 deutsche Firmen, Universitäten und Forschungsinstitute zusammengeschlossen, um das digitale Wissen besser nutzen und verwerten zu können. An dem Projekt arbeiten neun Fraunhofer-Institute mit. Das HHI koodiniert die Entwicklung der Basistechnologien von THESEUS koordiniert. Im Fokus stehen semantische Technologien für die nächste Generation des Internets, die die inhaltliche Bedeutung der Informationen erkennen und einordnen können - egal, ob es sich um Wörter, Fotos, Töne, 2-D und 3-D-Bilddaten handelt. Mit diesen Technologien können Computerprogramme intelligent nachvollziehen, in welchem Kontext Daten abgespeichert wurden, logische Schlüsse ziehen und Zusammenhänge herstellen. Auf der CeBIT präsentieren Firmen und Forscher erste Ergebnisse des Projekts.

In Bibliotheken, Sendeanstalten, Archiven, Museen und Datenbanken schlummern die Wissensschätze unserer Gesellschaft. Doch wie können sie besser genutzt und auch einem breiten Publikum zugänglich gemacht werden? Forscher des Fraunhofer-Instituts für Intelligente Analyse- und Informationssysteme IAIS arbeiten daran, verschiedene Medientypen wie Texte, Bilder und Tonaufnahmen zu digitalisieren und die Daten semantisch - also gemäß ihres Sinnzusammenhangs - zu einem neuartigen Wissensnetz zu verbinden. So können Interessenten einfacher recherchieren.

Um bestmögliche Digitalisierungsergebnisse zu erhalten, entwickeln Forscher des HHI Algorithmen zur Restauratierung von Text- und Videodaten. Diese erkennen fehlerhafte Daten automatisch und korrigieren sie zuverlässig. So lassen sich zum Beispiel vergilbte Buchseiten für die Texterkennung optimieren oder historische Filmaufnahmen von Staub und Kratzern befreien. Neue Qualitätsanalyseverfahren für Bilder und Videos können künftig sogar Defekte wie Staub oder Kratzer in Bildern und Videos automatisch erkennen oder Qualitätsmerkmale wie Schärfe und Kontrast ermitteln. Diese Informationen dienen als Grundlage für die digitale Restaurierung des Materials oder für die Suche nach qualitativ hochwertigen Inhalten.

Bislang ist vor allem die Suche in Video- und Fotoarchiven besonders aufwändig und mühsam. Künftig sollen sich Metadaten - eine Art Steckbrief des Inhalts - für Multimediadaten automatisiert erzeugen lassen und so die Suche erleichtern. Beispiel Bilder: Forscher entwickeln Bilderkennungssysteme, die aus Farben oder Strukturen im Bild - Texturen - auf den Inhalt schließen können. Damit kann ein Computer etwa Sonne, blaues Meer oder geometrische Formen wie den Strandkorb automatisch erkennen und den Bildinhalt in Metadaten speichern.

Neue Möglichkeiten eröffnet die intelligente Bildsuche in der Medizin. In dem Teilprojekt "Medico" entwickeln unter anderem Experten der Fraunhofer-Institute für Graphische Datenverarbeitung IGD, Rechner- und Softwaretechnik FIRST und IAIS Werkzeuge für eine automatisierte statistische Auswertung von medizinischen Bilddaten wie zum Beispiel Computertomographie-Bildern. Damit sollen in Zukunft Bildmerkmale und Krankheitssymptome eng verknüpft werden. Aufnahmen eines Patienten lassen sich damit in Windeseile mit den Bildern von tausenden anderer Patienten vergleichen. Das erleichtert dem Arzt die Diagnose. Die Forscher des IGD arbeiten an der funktionalen graphischen Oberfläche von THESEUS. "Diese Wissensinfrastruktur der Zukunft ermöglicht es dem Nutzer, intuitiv und schnell alle notwendigen Dienstleistungen zu einem bestimmten Thema zu finden und zu bewerten", erklärt Nadeem Bhatti, wissenschaftlicher Mitarbeiter des IGD. Mit der graphischen Oberfläche ist es möglich, alle Angebote beispielsweise zu Themen wie "Berechnung der Ökobilanz von Produkten" oder "Medizinische Diagnosen " zu ermitteln. Die zu Grunde liegenden Daten werden mit der THESEUS-Technologie abgerufen und verarbeitet.

Diese und weitere Ergebnisse stellen Fraunhofer-Forscher auf dem THESEUS-Stand in Halle 9, A 30 vor.

THESEUS:
THESEUS ist ein vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) initiiertes Forschungsprogramm mit dem Ziel, eine neue internetbasierte Wissensinfrastruktur zu entwickeln, um das Wissen im Internet besser zu nutzen und zu verwerten. Im Fokus des Forschungsprogramms stehen semantische Technologien, die Inhalte (Wörter, Bilder, Töne) nicht mit Hilfe herkömmlicher Verfahren (z.B. Buchstabenkombinationen) ermitteln, sondern die die inhaltliche Bedeutung der Informationen erkennen und einordnen können. Mit diesen Technologien können Computerprogramme intelligent nachvollziehen, in welchem Kontext Daten abgespeichert wurden. Darüber hinaus können Computer durch Anwendung von Regeln und Ordnungsprinzipien aus den Inhalten logische Schlüsse ziehen und selbständig Zusammenhänge zwischen unterschiedlichen Informationen aus mehreren Quellen erkennen und herstellen.

Stefanie Heyduck | Fraunhofer Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.fraunofer.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie CeBIT 2009:

nachricht Hybrid-Scanner ordnet Dokumente nach Chaos-Prinzip
09.03.2009 | Xamance

nachricht Zum Abschluss der CeBIT 2009: Trends und Themen
09.03.2009 | Deutsche Messe

Alle Nachrichten aus der Kategorie: CeBIT 2009 >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wissenschaftler entdecken seltene Ordnung von Elektronen in einem supraleitenden Kristall

In einem Artikel der aktuellen Ausgabe des Forschungsmagazins „Nature“ berichten Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für Chemische Physik fester Stoffe in Dresden von der Entdeckung eines seltenen Materiezustandes, bei dem sich die Elektronen in einem Kristall gemeinsam in einer Richtung bewegen. Diese Entdeckung berührt eine der offenen Fragestellungen im Bereich der Festkörperphysik: Was passiert, wenn sich Elektronen gemeinsam im Kollektiv verhalten, in sogenannten „stark korrelierten Elektronensystemen“, und wie „einigen sich“ die Elektronen auf ein gemeinsames Verhalten?

In den meisten Metallen beeinflussen sich Elektronen gegenseitig nur wenig und leiten Wärme und elektrischen Strom weitgehend unabhängig voneinander durch das...

Im Focus: Wie ein Bakterium von Methanol leben kann

Bei einem Bakterium, das Methanol als Nährstoff nutzen kann, identifizierten ETH-Forscher alle dafür benötigten Gene. Die Erkenntnis hilft, diesen Rohstoff für die Biotechnologie besser nutzbar zu machen.

Viele Chemiker erforschen derzeit, wie man aus den kleinen Kohlenstoffverbindungen Methan und Methanol grössere Moleküle herstellt. Denn Methan kommt auf der...

Im Focus: Topologische Quantenzustände einfach aufspüren

Durch gezieltes Aufheizen von Quantenmaterie können exotische Materiezustände aufgespürt werden. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommen Theoretische Physiker um Nathan Goldman (Brüssel) und Peter Zoller (Innsbruck) in einer aktuellen Arbeit im Fachmagazin Science Advances. Sie liefern damit ein universell einsetzbares Werkzeug für die Suche nach topologischen Quantenzuständen.

In der Physik existieren gewisse Größen nur als ganzzahlige Vielfache elementarer und unteilbarer Bestandteile. Wie das antike Konzept des Atoms bezeugt, ist...

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

International führende Informatiker in Paderborn

21.08.2017 | Veranstaltungen

Wissenschaftliche Grundlagen für eine erfolgreiche Klimapolitik

21.08.2017 | Veranstaltungen

DGI-Forum in Wittenberg: Fake News und Stimmungsmache im Netz

21.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer IPM präsentiert »Deep Learning Framework« zur automatisierten Interpretation von 3D-Daten

22.08.2017 | Informationstechnologie

Globale Klimaextreme nach Vulkanausbrüchen

22.08.2017 | Geowissenschaften

RWI/ISL-Containerumschlag-Index erreicht neuen Höchstwert

22.08.2017 | Wirtschaft Finanzen