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Lernen am Computer - Spaß und Nutzen verbinden

26.02.2009
Elektronische Lernsysteme müssen leicht zu bedienen, flexibel und dialogfähig sein, um Wissen erfolgreich zu vermitteln. Forscher der Fraunhofer-Gesellschaft stellen auf der CeBIT vom 03. bis 08. März Software vor, mit der sich solche Lernprogramme erstellen lassen (Halle 9, B36).

Sie arbeiten außerdem daran, spezielle Wissenszugänge für Interessierte in verschiedenen Berufsgruppen zu schaffen, etwa für Architekten.

Elektronische Medien spielen in Bildung und Ausbildung eine zunehmend größere Rolle. Schulen und Universitäten bedienen sich der neuen Vermittlungskanäle, und auch die berufliche Weiterbildung findet vermehrt auf dem Computer statt.

Crayons - Neues lernen, schnell und individuell
Lehrer können das Software-Werkzeug "Crayons" nutzen, das Experten des Fraunhofer-Instituts für Informations- und Datenverarbeitung IITB in Karlsruhe entwickelt haben. Mit der Software erstellen sie "Profikurse", mit dem die Schüler den Stoff zu Hause wiederholen und mit Aufgaben vertiefen können. Verschiedene Bausteine lassen sich miteinander verknüpfen: Texte, Bilder, Videos und Aufgaben. "Ein Vorteil von Crayons ist, dass es sich ganz intuitiv bedienen lässt", sagt Projektleiter Daniel Szentes. "Der Autor erhält Editoren für jede Aufgabe, die funktionieren wie vorhandene Programme, etwa Word. Man muss die Bedienung des Werkzeugs nicht mühsam neu erlernen." So war es für den Lehrer leicht, Informationen über physikalische Grundlagen zu verknüpfen mit bestimmten Anwendungen und Beispielen. Er hat den Profikurs so angelegt, dass er sich an die Vorlieben seiner Schüler anpasst, die gern im Internet surfen und Beispiele aus dem wirklichen Leben nachrechnen.

Da Crayons ohne Vorkenntnisse im Programmieren zu verwenden ist, benutzen auch Schüler die Software dazu, einen Nachhilfekurs für Freunde zu basteln. Crayons funktioniert wie ein komfortables Wikipedia. Texte, Formeln, Animationen oder Bilder aus dem Kurs des Lehrers lassen sich komplett oder als Vorlage verwenden. Man braucht als Autor oder als Lernender dabei nur Internet und einen Browser wie den Internet Explorer oder Firefox, um die Inhalte zu erstellen oder zu lernen.

"Crayons ist geeignet für Schulen, Universitäten und berufliche Weiterbildung", sagt Szentes. Der Autor kann mit diesem Werkzeug das Lernprogramm an die Neigungen des Lernenden anpassen und ihn optimal unterstützen. Er wählt zwischen verschiedenen didaktischen Konzepten: Soll ein möglichst schneller Lernerfolg erzielt werden? Ist der Lernende eher verspielt? Ist er mehr an Texten oder an Bildern interessiert?

EDMedia - Weiterbildung leicht gemacht
Um auf dem Laufenden zu bleiben, besuchen viele Arbeitnehmer regelmäßig Kurse für berufliche Weiterbildung. Verreisen müssen sie dazu nicht mehr: Sie können sich direkt am Arbeitsplatz, am eigenen Computer, weiterbilden. Zu diesem Zweck haben Forscher am Fraunhofer-Institut für Digitale Medientechnologie IDMT in Ilmenau ein Lern-Content-Management-System entwickelt: Educational Media (EDMedia). "Es ermöglicht Autoren von Lehrmaterialien, Kurse flexibel und bedienerfreundlich modular aufzubauen ", erklärt Projektleiterin Dr. Fanny Klett. "Anwender können alle Medien einbeziehen, etwa Texte, Bilder, Grafiken, Videofilme, virtuelle Welten und Simulationen."

Der Autor benötigt dazu keine eigene Programmiersprache, sondern gibt auf einer einfach zu bedienenden Benutzeroberfläche Inhalte ein und stellt Verknüpfungen her. Die Inhalte werden dabei absatzweise gestaltet, zu jedem Punkt gibt der Autor Texte ein und wählt die passende Visualisierung oder akustische Information. Der Stoff lässt sich entweder Kapitel für Kapitel durchnehmen oder explorativ erarbeiten: Also auch frei im Lehrstoff herumsurfen und sich die Lehrinhalte je nach Interesse gruppieren ist möglich. Auf der CeBIT demonstrieren die Forscher des IDMT u.a. ein Lehrprogramm über Bildverarbeitung. Es illustriert mit Beispielen, wie sich Bilder digital bearbeiten lassen. Andere Lehrprogramme, die vorgeführt werden, befassen sich mit optischen und akustischen Phänomenen.

"Unsere Software ist universell", sagt Fanny Klett, "sie ist unabhängig vom Browser und von der Plattform. Sie umfasst alle wichtigen Standards und ermöglicht, Inhalte in einem anderen Zusammenhang wieder zu verwenden." Zudem ist sie auch behindertengerecht: Es existieren Versionen für Blinde und für Hörgeschädigte - ein Service, der bisher einmalig auf der Welt ist.

Auf der CeBIT, der Messe für Informations- und Kommunikationstechnik, stellen die Forscher ihre Entwicklungen vom 03. bis 08. März in Hannover vor (Halle 9, Stand B36).

Stefanie Heyduck | idw
Weitere Informationen:
http://www.fraunhofer.de

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