Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

CeBIT bietet IT-Start-Ups eine attraktive Bühne

10.12.2008
Erstmals zwei CeBIT-Start-Up-Plattformen in Halle 5 und 6
Krise bietet Chancen bei der Unternehmensgründung
Green IT und Internetbasierte Geschäftsmodelle haben gute Chancen auf Venture Capital Finanzierung

Wer derzeit ein IT-Unternehmen gründen will, braucht ein gesundes Selbstbewusstsein und das nötige Startkapital. Trotz der allgemeinen Verunsicherung in der Wirtschaft sind die Chancen auf eine Kapitalspritze nicht so schlecht wie man denkt.

Während Venture Capital Gesellschaften Kapital bereitstellen, fördert die CeBIT 2009 junge innovative Unternehmen erstmals mit zwei speziellen Start-Up- Plattformen.

Gerade jungen Technologieunternehmen bietet der Auftritt auf der CeBIT, vom 3. bis 8. März 2009, eine Gelegenheit, die Geschäftsidee einem internationalen Publikum zu präsentieren und neue Geschäftskontakte zu knüpfen. 'Unser Start-Up-Programm in den Hallen 5 und 6 ist für junge Unternehmen ideal, um Neukunden anzusprechen, interessante Kooperationen mit Branchenvertretern anzustoßen und die eigene Marke aufzubauen', erklärt Ernst Raue, Mitglied des Vorstandes der Deutschen Messe AG.

Jedoch kostet ein Messeauftritt Geld. Angesichts der hohen Investitionen, die für den Aufbau eines Unternehmens und dessen Etablierung am Markt nötig sind, stellt sich generell Frage, wie es Jungunternehmer schaffen, an Kapital zu kommen, vor allem vor dem Hintergrund der aktuellen Situation.

Die Kapitalsuche ist jedoch nicht so aussichtslos wie man im ersten Moment vermuten könnte, da die Banken bereits vor der Finanzkrise eher zögerlich waren. Sie scheuten das Risiko, in Unternehmen zu investieren, die lediglich eine Idee und bestenfalls erste Entwicklungen aber wenige Sicherheiten zu bieten hatten. Auf Frühphasenfinanzierungen im Technologiesektor sind dagegen Venture Capital Gesellschaften (VC Gesellschaften) spezialisiert. Sie beteiligen sich an den Unternehmen und stellen neben Kapital auch Beratungsleistung bereit. Ziel ist, die Beteiligung nach ein paar Jahren gewinnbringend zu verkaufen. Das Kapital stammt nicht von Banken, sondern von selbst aufgelegten Fonds, die institutionelle Anleger und große Privatinvestoren speisen.

Laut dem Bundesverband Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften (BVK) flossen im ersten Halbjahr 2008 in Deutschland 446,4 Millionen Euro in Venture Capital Fonds. Im Vergleich dazu betrug die Summe im Vergleichszeitraum des Vorjahres 631,89 Millionen Euro. Da die Kapitaldecke zurzeit insgesamt dünner ist, finden sich auch weniger Investoren für Venture Capital. Der Rückgang wird sich dementsprechend vermutlich fortsetzen. Problematisch ist für VC Unternehmen zudem, dass sie sich in wirtschaftlich schwierigen Zeiten intensiver um ihre Beteiligungsunternehmen im Portfolio kümmern und sie länger finanzieren müssen. Da in vielen Fällen die Umsätze der Portfoliounternehmen zurückgehen, benötigen sie zusätzliches Kapital. Ausstiegsmöglichkeiten wie Firmenverkäufe oder Börsengänge bieten sich nur in seltenen Fällen.

Obwohl auch VC Gesellschaften aktuell mit Herausforderungen kämpfen müssen, ist ihre Lage insgesamt stabil. Der Beteiligungsprozess hängt nicht direkt von aktuellen Entwicklungen am Kapitalmarkt ab und bietet gewisse Spielräume, um günstige Gelegenheiten für bestimmte Vorgänge wie den Einstieg und Ausstieg aus den Unternehmen abzuwarten.

Einige VC Gesellschaften wie Wellington Partners, Earlybird und Nehaus Partners sind derzeit ideal positioniert, da sie noch vor der Finanzkrise neue Fonds aufgelegt haben und nun mit vollen Kassen bereit stehen. Gute Finanzierungschancen bestehen gerade für Unternehmen in der Frühphase auch durch den High-Tech-Gründerfonds, zu dessen Investoren namhafte deutsche Industriekonzerne wie Siemens, Bosch und Daimler sowie das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie zählen.

Vor allem auf Grund der momentanen Krise ist laut Frank Böhnke, General Partner von Wellington, nun der ideale Zeitpunkt, eine Firma aufzubauen: 'In einer wirtschaftlichen Tiefphase kann eine Firma in Ruhe entstehen. Zieht dann die Wirtschaft wieder an, trifft das gut strukturierte Unternehmen mit ausgereiften Produkten auf einen Markt, in dem es wenig Konkurrenz gibt.' Mit zahlreichen erfolgreichen Beteiligungen wie Astaro, Immobilien Scout24 sowie Xing und hohen Fonds-Renditen zählt Wellington zu den erfolgreichsten Venture Capital Unternehmen in Europa.

Thematisch stehen derzeit Green-IT-Unternehmen, die umweltschonende Technologien entwickeln, bei VC-Gesellschaften hoch im Kurs. IT- und selbst Internet-Themen, die nach dem Untergang der New Economy 2000/2001 verschmäht wurden, sind heute ebenfalls stark gefragt. Die Gründe erklärt Böhnke: 'Während sich das Internet zu einer soliden Plattform entwickelt hat, auf der sich Wertschöpfungsketten etablieren konnten, ist auch die Internetnutzung über die gesamte Zeit angestiegen, so dass sich interessante neue Geschäftsmodelle ergeben.'

Ein gutes Beispiel für eine erfolgreiche Unternehmensgründung im Web 2.0-Bereich stellt KontextWork dar, die professionelle Wiki-Lösungen für das Unternehmensumfeld entwickelt. Das am CeBIT-Standort Hannover ansässige Unternehmen gehört ebenso wie die Firma hiStream Systems aus Berlin, die unter anderem Open-Source-Telefonanlagen entwickelt, zu den CeBIT-Neulingen. KontextWork ist im Bereich 'Learning and Knowledge Solutions' der Halle 6 und hiStream im Start-Up-Bereich der Halle 5 zu finden. Zur Finanzierung des Messeauftritts haben beide Unternehmen eine Zusage im Rahmen eines Messeförderungsprogramms vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) erhalten. Dieses übernimmt 80 Prozent der Kosten bei maximal 7500 Euro pro Aussteller und Messe.

Sowohl KontextWork als auch hiStream haben sich bislang aus Eigenmitteln finanziert. Beide Unternehmen ziehen aber für die Finanzierung des künftigen Wachstums die Einbeziehung von weiterem Eigenkapital durch Investoren in Betracht.

Den Mut sollten sie bei der Kapitalsuche nicht verlieren, denn häufig sind die erfolgreichsten Unternehmen in der globalen IT-Industrie während einer Rezession entstanden.

Anne-Kathrin Seibt | Deutsche Messe
Weitere Informationen:
http://www.cebit.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie CeBIT 2009:

nachricht Hybrid-Scanner ordnet Dokumente nach Chaos-Prinzip
09.03.2009 | Xamance

nachricht Zum Abschluss der CeBIT 2009: Trends und Themen
09.03.2009 | Deutsche Messe

Alle Nachrichten aus der Kategorie: CeBIT 2009 >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: GRACE Follow-On erfolgreich gestartet: Das Satelliten-Tandem dokumentiert den globalen Wandel

Die Satellitenmission GRACE-FO ist gestartet. Am 22. Mai um 21.47 Uhr (MESZ) hoben die beiden Satelliten des GFZ und der NASA an Bord einer Falcon-9-Rakete von der Vandenberg Air Force Base (Kalifornien) ab und wurden in eine polare Umlaufbahn gebracht. Dort nehmen sie in den kommenden Monaten ihre endgültige Position ein. Die NASA meldete 30 Minuten später, dass der Kontakt zu den Satelliten in ihrem Zielorbit erfolgreich hergestellt wurde. GRACE Follow-On wird das Erdschwerefeld und dessen räumliche und zeitliche Variationen sehr genau vermessen. Sie ermöglicht damit präzise Aussagen zum globalen Wandel, insbesondere zu Änderungen im Wasserhaushalt, etwa dem Verlust von Eismassen.

Potsdam, 22. Mai 2018: Die deutsch-amerikanische Satellitenmission GRACE-FO (Gravity Recovery And Climate Experiment Follow On) ist erfolgreich gestartet. Am...

Im Focus: Faserlaser mit einstellbarer Wellenlänge

Faserlaser sind ein effizientes und robustes Werkzeug zum Schweißen und Schneiden von Metallen beispielsweise in der Automobilindustrie. Systeme bei denen die Wellenlänge des Laserlichts flexibel einstellbar ist, sind für spektroskopische Anwendungen und die Medizintechnik interessant. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien (Leibniz-IPHT) haben, im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projekts „FlexTune“, ein neues Abstimmkonzept realisiert, das erstmals verschiedene Emissionswellenlängen voneinander unabhängig und zeitlich synchron erzeugt.

Faserlaser bieten im Vergleich zu herkömmlichen Lasern eine höhere Strahlqualität und Energieeffizienz. Integriert in einen vollständig faserbasierten...

Im Focus: LZH zeigt Lasermaterialbearbeitung von morgen auf der LASYS 2018

Auf der LASYS 2018 zeigt das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) vom 5. bis zum 7. Juni Prozesse für die Lasermaterialbearbeitung von morgen in Halle 4 an Stand 4E75. Mit gesprengten Bombenhüllen präsentiert das LZH in Stuttgart zudem erste Ergebnisse aus einem Forschungsprojekt zur zivilen Sicherheit.

Auf der diesjährigen LASYS stellt das LZH lichtbasierte Prozesse wie Schneiden, Schweißen, Abtragen und Strukturieren sowie die additive Fertigung für Metalle,...

Im Focus: Achema 2018: Neues Kamerasystem überwacht Destillation und hilft beim Energiesparen

Um chemische Gemische in ihre Einzelbestandteile aufzutrennen, ist in der Industrie die energieaufwendige Destillation gängig, etwa bei der Raffinerie von Rohöl. Forscher der Technischen Universität Kaiserslautern (TUK) entwickeln ein Kamerasystem, das diesen Prozess überwacht. Dabei misst es, ob es zu einer starken Tropfenbildung kommt, was sich negativ auf die Trennung der Komponenten auswirken kann. Die Technik könnte hier künftig automatisch gegensteuern, wenn sich Messwerte ändern. So ließe sich auch Energie einsparen. Auf der Prozesstechnik-Messe Achema in Frankfurt stellen sie die Technik vom 11. bis 15. Juni am Forschungsstand des Landes Rheinland-Pfalz (Halle 9.2, Stand A86a) vor.

Bei der Destillation werden Flüssigkeiten durch Verdampfen und darauffolgende Kondensation des Dampfes in ihre Bestandteile getrennt. Ein bekanntes Beispiel...

Im Focus: Vielseitige Nanokugeln: Forscher bauen künstliche Zellkompartimente als molekulare Werkstatt

Wie verleiht man Zellen neue Eigenschaften ohne ihren Stoffwechsel zu behindern? Ein Team der Technischen Universität München (TUM) und des Helmholtz Zentrums München veränderte Säugetierzellen so, dass sie künstliche Kompartimente bildeten, in denen räumlich abgesondert Reaktionen ablaufen konnten. Diese machten die Zellen tief im Gewebe sichtbar und mittels magnetischer Felder manipulierbar.

Prof. Gil Westmeyer, Professor für Molekulare Bildgebung an der TUM und Leiter einer Forschungsgruppe am Helmholtz Zentrum München, und sein Team haben dies...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

22. Business Forum Qualität: Vom Smart Device bis zum Digital Twin

22.05.2018 | Veranstaltungen

48V im Fokus!

21.05.2018 | Veranstaltungen

„Data Science“ – Theorie und Anwendung: Internationale Tagung unter Leitung der Uni Paderborn

18.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Rotierende Rugbybälle unter den massereichsten Galaxien

23.05.2018 | Physik Astronomie

Invasive Quallen: Strömungen als Ausbreitungsmotor

23.05.2018 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Matrix-Theorie als Ursprung von Raumzeit und Kosmologie

23.05.2018 | Physik Astronomie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics