Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

CeBIT 2009: Indoor-Navi - einfach, informativ und kostengünstig

15.01.2009
Weg(e)weisend: Interaktives Gebäudeleit- und Infotainmentsystem der TU Chemnitz nutzt RFID-Technologie - Premiere vom 3. bis 8. März 2009 auf der CeBIT in Hannover

Dass Satelliten Autos über Straßen und Fußgänger durch Städte führen, ist Stand der Technik. Sobald wir jedoch in Gebäude kommen, wo der Kontakt zum Satelliten abreißt, stoßen diese Systeme an ihre Grenzen.

Wer dennoch auf kürzestem Weg in einem unbekannten Gebäude sein Ziel finden will oder innerhalb weniger Stunden eine Messe oder ein Museum speziell nach seinen Intentionen erkunden möchte und zusätzlich noch individuelle Infos zu Exponaten oder aktuelle Nachrichten wünscht, benötigt Hilfe.

Ein von Informatikern der Technischen Universität Chemnitz entwickeltes interaktives Gebäudeleit- und Infotainmentsystem kann diese Nutzer künftig unterstützen. Wie das Chemnitzer System genau funktioniert und welche Anwendungsgebiete noch möglich sind, zeigen Mitarbeiter der Professur Technische Informatik auf der diesjährigen CeBIT in Hannover vom 3. bis 8. März 2009 in Halle 9 am Gemeinschaftsstand "Forschung für die Zukunft" (Stand D04).

Ihre Indoor-Navigation basiert ausschließlich auf der RFID (Radio Frequency Identification)-Technologie. "Im Gebäude werden RFID-Tore an Schlüsselpositionen installiert, mit deren Hilfe nun Besucher oder Objekte nicht nur berührungslos identifiziert, sondern auch orts- und personenabhängige Informationen angeboten werden können. Herkömmliche, kostengünstige RFID-Tags reichen dazu als Ausstattung völlig aus. Kombiniert mit berührungsempfindlichen Displays entsteht so ein intelligentes und interaktives Gebäudeleit- und Infotainmentsystem", erklärt Projektleiter Prof. Dr. Wolfram Hardt und ergänzt: "Auch mobile Endgeräte wie PDAs oder Smartphones können in das System integriert werden und bieten den Nutzern zusätzlichen Komfort. Eine zentrale Managementeinheit kann so einzelne Displays personenbezogen, selektiv, räumlich begrenzt oder auch global ansteuern und dadurch Richtungsangaben für den angegebenen Bestimmungsort oder den Tourenvorschlag visualisieren sowie das Endgerät mit weiterführenden Informationen versorgen." Matthias Vodel, Mitarbeiter der Professur, erklärt: "Unser Ziel ist es, vorhandene Technologien für neue Anwendungsgebiete nutzbar zu machen. Durch die Kombination aus handelsüblichen Hardwarekomponenten und innovativen Softwarelösungen ergeben sich ständig neue Ideen und Ansatzpunkte." So biete auch die RFID-Technologie enormes Potenzial und die Hardware werde von Jahr zu Jahr immer kostengünstiger.

Zurzeit erlebt das System an der TU Chemnitz seine ersten Testläufe. Im Hauptgebäude der TU Chemnitz wurden mehrere Büros mit berührungsempfindlichen Displays ausgerüstet und erste RFID-Tore installiert. Durch die zentrale Verwaltung der RFID-basierten Identifikationen können nun Rückschlüsse zum Beispiel auf Position und Bewegungsrichtung von Personen gezogen werden. Dabei sind keine absoluten Positionsangaben notwendig. Angaben zum aktuellen Gebäudeabschnitt, Flur oder der aktuellen Etage reichen unter Umständen aus, um Informationen gezielt an relevante Displays auszugeben. Zusätzliche Infoterminals können personalisierte Themen von einer Begrüßung bis zu Wunsch-Nachrichten oder den Speiseplan der Mensa darstellen.

Weitere Anwendungsszenarien sind unter anderem im Katastrophen-Managements vorstellbar. Entsprechend ausgerüstete Hardware verfügt hier über zusätzliche, drahtlose Kommunikationsschnittstellen sowie über eine unabhängige Energieversorgung und ist folglich sehr robust gegen äußere Einflüsse und Störungen. Im Falle eines Brandes können beispielsweise mögliche Fluchtwege visualisiert werden. Sind Ausgänge versperrt, reagiert ein solches System schnell und intelligent. In bestimmten Gebäudeteilen eingeschlossene Personen können konkrete Informationen über die Displays ins System einspeisen. Den Einsatzkräften wird ein schnelles und gezieltes Retten ermöglicht. Besonders in großflächigen Bürogebäuden könnten so Paniken vermieden und Menschenleben gerettet werden.

Auch in öffentlichen Gebäuden wie Flughäfen oder Bahnhöfen könnten auf dieser Basis völlig neue Dienste zur Verfügung. Senioren oder Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen kann so zum Beispiel bei der Wegfindung schnell und individuell geholfen werden. Da die Installation der Hardware in jedem Gebäude nur einmalig und meist statisch erfolgt, bleiben die Kosten überschaubar und der Wartungsaufwand relativ gering. "Die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten eines solchen Systems bieten großes Potenzial für zukünftige Forschungen", meint Hardt.

Weitere Informationen erteilen Prof. Dr. Wolfram Hardt, Telefon 0371 531-25550, E-Mail hardt@informatik.tu-chemnitz.de, und Matthias Vodel, Telefon 0371 531-36499, E-Mail vodel@informatik.tu-chemnitz.de.

Mario Steinebach | Technische Universität Chemnitz
Weitere Informationen:
http://www.tu-chemnitz.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie CeBIT 2009:

nachricht Hybrid-Scanner ordnet Dokumente nach Chaos-Prinzip
09.03.2009 | Xamance

nachricht Zum Abschluss der CeBIT 2009: Trends und Themen
09.03.2009 | Deutsche Messe

Alle Nachrichten aus der Kategorie: CeBIT 2009 >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Im Focus: Neutron star merger directly observed for the first time

University of Maryland researchers contribute to historic detection of gravitational waves and light created by event

On August 17, 2017, at 12:41:04 UTC, scientists made the first direct observation of a merger between two neutron stars--the dense, collapsed cores that remain...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungen

Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm

19.10.2017 | Veranstaltungen

Bauphysiktagung der TU Kaiserslautern befasst sich mit energieeffizienten Gebäuden

19.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Aufräumen? Nicht ohne Helfer

19.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Neue Biotinte für den Druck gewebeähnlicher Strukturen

19.10.2017 | Materialwissenschaften

Forscher studieren molekulare Konversion auf einer Zeitskala von wenigen Femtosekunden

19.10.2017 | Physik Astronomie