Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

CeBIT 2009: Freier Eintritt in virtuelle Welten

16.02.2009
Wer sich in komplexen virtuellen Welten frei bewegen wollte, brauchte bisher einen Computer mit sehr hoher Rechenleistung. Viele interaktive Anwendungen in virtuellen Räumen wurden daher nur in der Industrie breit eingesetzt, zum Beispiel beim Entwurf von neuen Autos oder Flugzeugen.

Informatiker der Universität des Saarlandes und des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI) haben jetzt ein Verfahren entwickelt, bei dem komplexe dreidimensionale Szenen zentral auf vielen leistungsstarken Servern im Netz gespeichert werden.

Der Nutzer verbindet sich über einen normalen Web-Browser mit dem Server und kann sich dann auch von einem ganz einfachen PC ohne leistungsstarke Graphikkarte interaktiv in der virtuellen Welt bewegen. Die neue Technologie wird das Team um Philipp Slusallek, Professor für Computergraphik der Universität des Saarlandes und Direktor am DFKI, auf der CeBIT 2009 vom 3. bis 8. März in Hannover am Forschungsstand des Saarlandes (Halle 9, Stand B 43) vorstellen.

Damit Internetnutzer auf diese Weise dreidimensionale Anwendungen besser interaktiv nutzen können, werden beim so genannten "Server-Based Rendering" die einzelnen Bilder auf dem Server in Echtzeit berechnet und als Video-Datenstrom an den heimischen Rechner gesendet. Diese Videos erscheinen am Bildschirm wie Filme der Internet-Plattform YouTube, mit dem Unterschied, dass der Video-Strom von dem Server dynamisch und in Echtzeit erst erzeugt wird. Der Benutzer kann dann flexibel und interaktiv die 3D-Szene mit der Maus und anderen Eingabegeräten verändern. Dazu werden die Eingaben des Benutzers wiederum über das Internet an den Server zurück geschickt. So kann der Benutzer sich zum Beispiel frei durch eine 3D-Welt bewegen, Objekte in der Welt verschieben oder mit anderen virtuellen Besuchern kommunizieren. Er muss dazu weder neue Software installieren noch teure Graphikkarten oder schnellere Prozessoren kaufen, denn die aufwändigen Berechnungen finden vollständig auf den Servern im Netz statt.

Das "Server-Based Rendering" kann auch genutzt werden, um Zugriff auf 3D-Szenen zu gewähren, ohne die Daten der 3D-Modelle selbst im Internet zu verteilen. Das spielt zum Beispiel eine Rolle, wenn die Daten dazu viel zu groß sind oder aus rechtlichen Gründen nicht aus der Hand gegeben werden können. Die neue Technologie ist ein wesentlicher Baustein des so genannten "Future 3D Internet" und entwickelt sich im Moment zu einem der wichtigsten neuen Trends. So haben etwa die Unternehmen ATI und OTOY vor kurzem die erste hardware-spezifische Lösung speziell für Computerspiele angekündigt. Die Technologie der Universität kann im Gegensatz dazu sehr flexibel eingesetzt und für viele Anwendungsgebiete genutzt werden.

Die Grundlage für die neue Technik ist die "Netzwerk-Integrierte Multimedia Middleware (NMM)", eine Technologie, die in den vergangenen Jahren an der Universität des Saarlandes entwickelt wurde. NMM ermöglicht es, Multimedia-Anwendungen, im Netz verteilte Geräte und Rechenleistung synchronisiert und flexibel zu komplexen Anwendungen zu verbinden. Auch wird die Bild- und Tonqualität automatisch an die verfügbare Bandbreite von Netzwerken angepasst. Neben Windows XP und verschiedenen Linux-Systemen werden auch Windows Vista, Mac OS X sowie der Cell-Prozessor der Playstation 3 unterstützt. Für die schnelle Darstellung komplexer 3D-Szenen kann NMM die Darstellung auf viele verschiedene Rechner verteilen und die berechneten Teilbilder am Ende wieder zu einem Video-Strom zusammenfügen und ins Netzwerk oder auf einen Bildschirm streamen.

Die Möglichkeiten der serverbasierten Bilderzeugung auf Basis der ISReal-Software-Architektur werden vom 3. bis 8. März auf der CeBIT 2009 in Hannover am Forschungsstand des Saarlandes (Halle 9, Stand B 43) demonstriert. Am 3. März um 14.20 Uhr hält Prof. Philipp Slusallek im Rahmen des future talks (Halle 9, Stand A54) einen Vortrag zum Thema "Unsere Welt im Rechner: Simulierte Realität statt Second Life".

Die neue Forschungsgruppe "Agenten und Simulierte Realität" von Prof. Philipp Slusallek am DFKI entwickelt diese 3D-Internet-Technologie in Kooperation mit dem Exzellenzcluster der Universität und setzt sie in verschiedenen Industrie- und Forschungsprojekten ein. Die NMM-Software, die das Team von Prof. Philipp Slusallek am Lehrstuhl für Computergraphik der Universität des Saarlandes entwickelt hat, wird seit 2005 von der Firma Motama GmbH vermarktet. Durch die flexiblen Lizenzierungsmöglichkeiten ist die entwickelte Multimedia-Architektur sowohl in Open-Source- und Forschungsprojekten als auch kommerziellen Produkten einsetzbar.

Weitere Informationen finden Sie im Internet unter:

http://graphics.cs.uni-sb.de/
http://www.networkmultimedia.org/
http://www.motama.com/
Auf folgender Internetseite gibt es zudem weitere Pressefotos:
http://www.informatik-saarland.de/06.Presse/03.Pressefotos/
Fragen beantworten Ihnen:
Prof. Dr. Philipp Slusallek
Forschungsgruppe "Agenten und Simulierte Realität" am DFKI
Lehrstuhl für Computergraphik, Universität des Saarlandes
Tel.: 0681/302-5377
Email: slusallek@dfki.de
Friederike Meyer zu Tittingdorf
Kompetenzzentrum Informatik der Universität des Saarlandes
Tel. 0681/302-58099
Tel. 0511/8959-7075 (Standtelefon CeBIT)
Email: presse@cs.uni-sb.de
Reinhard Karger
Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI)
Tel. 0681/302-5253
Email: karger@dfki.de

Saar - Uni - Presseteam | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-saarland.de
http://www.cebit.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie CeBIT 2009:

nachricht Hybrid-Scanner ordnet Dokumente nach Chaos-Prinzip
09.03.2009 | Xamance

nachricht Zum Abschluss der CeBIT 2009: Trends und Themen
09.03.2009 | Deutsche Messe

Alle Nachrichten aus der Kategorie: CeBIT 2009 >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Im Focus: Neuer Ionisationsweg in molekularem Wasserstoff identifiziert

„Wackelndes“ Molekül schüttelt Elektron ab

Wie reagiert molekularer Wasserstoff auf Beschuss mit intensiven ultrakurzen Laserpulsen? Forscher am Heidelberger MPI für Kernphysik haben neben bekannten...

Im Focus: Wafer-thin Magnetic Materials Developed for Future Quantum Technologies

Two-dimensional magnetic structures are regarded as a promising material for new types of data storage, since the magnetic properties of individual molecular building blocks can be investigated and modified. For the first time, researchers have now produced a wafer-thin ferrimagnet, in which molecules with different magnetic centers arrange themselves on a gold surface to form a checkerboard pattern. Scientists at the Swiss Nanoscience Institute at the University of Basel and the Paul Scherrer Institute published their findings in the journal Nature Communications.

Ferrimagnets are composed of two centers which are magnetized at different strengths and point in opposing directions. Two-dimensional, quasi-flat ferrimagnets...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Diabetes Kongress 2017:„Closed Loop“-Systeme als künstliche Bauchspeicheldrüse ab 2018 Realität

23.05.2017 | Veranstaltungen

Aachener Werkzeugmaschinen-Kolloquium 2017: Internet of Production für agile Unternehmen

23.05.2017 | Veranstaltungen

14. Dortmunder MST-Konferenz zeigt individualisierte Gesundheitslösungen mit Mikro- und Nanotechnik

22.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Medikamente aus der CLOUD: Neuer Standard für die Suche nach Wirkstoffkombinationen

23.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Diabetes Kongress 2017:„Closed Loop“-Systeme als künstliche Bauchspeicheldrüse ab 2018 Realität

23.05.2017 | Veranstaltungsnachrichten

CAST-Projekt setzt Dunkler Materie neue Grenzen

23.05.2017 | Physik Astronomie