Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Blitzschnell Bilder im Internet finden mit einer neuen Multimedia-Suchmaschine

27.02.2009
Im Laufe der Jahre hat sich der Heim-Computer vom reinen Schreibmaschinenersatz zur umfangreichen Multimedia-Plattform entwickelt. Man archiviert Digitalfotos am Heim-PC, ersetzt CDs durch MP3-Dateien und legt nur noch beiläufig Textdateien auf der Festplatte ab.

Was für den Endanwender viele Vorteile mit sich bringt, stellt Suchmaschinen vor ganz neue Aufgaben. Mussten diese früher einfache Textdateien durchsuchen, stehen sie heute vor der Aufgabe, bestimmte Inhalte in komplexen Audio- und Videodateien zu finden - und das möglichst schnell.

Auf der CeBIT 2009 in Hannover zeigen Forscher des Max-Planck-Instituts Informatik nun, wie dieses Problem effizient gelöst werden kann.

Als Ergebnis eines europäischen Gemeinschaftsprojekts haben sie eine beliebig erweiterbare Peer-To-Peer-Suchmaschine (SAPIR) entwickelt, die blitzschnell Multimedia-Dateien anhand von Beispieldaten findet. Der Anwender kann zum Beispiel eine Melodie summen, um das zugehörige Lied im Netzwerk zu finden.

Wer heute im Internet nach Bildern oder Videos sucht, der greift in der Regel auf bekannte Suchdienste wie Google, Yahoo oder MSN zurück. Derartige Suchmaschinen finden die gewünschten Dateien mit Hilfe sogenannter Meta-Tags. Das sind Begriffssammlungen, die zum Beispiel den Inhalt eines Bildes in Worten beschreiben. Diese Meta-Tags werden von den Suchmaschinen in regelmäßigen Abständen erfasst, aktualisiert und in einem zentralen Index, ähnlich einem Nachschlagewerk, abgespeichert.

Die SAPIR-Suchmaschine verfolgt einen neuartigen Ansatz, um multimediale Inhalte im Netz zu finden. Anstelle von Textinformationen durchforstet sie tatsächliche Merkmale der Daten. Das kann bei einem Lied etwa die Melodie sein. Sucht man also nach einem bestimmten Lied, reicht es, dessen Melodie zu summen. Die Suchmaschine analysiert die gesummte Melodie und findet Dateien mit vergleichbaren Merkmalen im Netzwerk. Dieses neuartige Suchverfahren kann außerdem mit den herkömmlichen Methoden kombiniert werden. So kann man auch nach einer Sehenswürdigkeit suchen, indem man nach dem Namen sucht und zusätzlich ein Handy-Foto in die Suchmaske eingibt.

Um nicht langsamer zu sein, als herkömmliche Suchmaschinen, speichert SAPIR das Nachschlagewerk, also den Such-Index, dezentral ab. Während rein textbasierte Suchmaschinen noch mit zentralen Servern arbeiten können, sprengt das Speichern von audio-visuellem Inhalt schnell die Kapazität üblicher Rechner. Deshalb macht sich SAPIR die Vorteile von Peer-To-Peer-Netzwerken zunutze. Solche Netzwerke bestehen aus einem großen Verbund von Rechnern, die alle gleichermaßen berechtigt sind, Daten zu senden und zu empfangen. Sapir nutzt diese verteilte Struktur, um den Suchindex dezentral zu speichern und zu durchsuchen. Das macht das Suchverfahren nicht nur flexibler und stabiler, sondern auch noch beliebig skalierbar. Sogar Handys können in das Netzwerk integriert werden.

Vom 3. bis 8. März können Besucher der CeBIT 2009 die SAPIR Suchmaschine am Forschungsstand des Saarlandes, Halle 9, Stand B 43 ausprobieren. Die Funktionsweise von SAPIR wird dort am Beispiel von Bildern demonstriert. Es wird gezeigt wie man mit einem Foto als Eingabe ähnliche Fotos finden kann.

Kontakt:

Mouna Kacimi
Max-Planck-Institut Informatik
mkacimi@mpi-inf.mpg.de
Tel. +49 681 9325-516
Kristina Scherbaum
Max-Planck-Institut Informatik
press@mpi-inf.mpg.de
Tel. +49 681 9325-454

Kristina Scherbaum | Max-Planck-Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.sapir.eu/
http://www.sapir.eu/demos.html

Weitere Nachrichten aus der Kategorie CeBIT 2009:

nachricht Hybrid-Scanner ordnet Dokumente nach Chaos-Prinzip
09.03.2009 | Xamance

nachricht Zum Abschluss der CeBIT 2009: Trends und Themen
09.03.2009 | Deutsche Messe

Alle Nachrichten aus der Kategorie: CeBIT 2009 >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Software mit Grips

Ein computergestütztes Netzwerk zeigt, wie die Ionenkanäle in der Membran von Nervenzellen so verschiedenartige Fähigkeiten wie Kurzzeitgedächtnis und Hirnwellen steuern können

Nervenzellen, die auch dann aktiv sind, wenn der auslösende Reiz verstummt ist, sind die Grundlage für ein Kurzzeitgedächtnis. Durch rhythmisch aktive...

Im Focus: Der komplette Zellatlas und Stammbaum eines unsterblichen Plattwurms

Von einer einzigen Stammzelle zur Vielzahl hochdifferenzierter Körperzellen: Den vollständigen Stammbaum eines ausgewachsenen Organismus haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Berlin und München in „Science“ publiziert. Entscheidend war der kombinierte Einsatz von RNA- und computerbasierten Technologien.

Wie werden aus einheitlichen Stammzellen komplexe Körperzellen mit sehr unterschiedlichen Funktionen? Die Differenzierung von Stammzellen in verschiedenste...

Im Focus: Spider silk key to new bone-fixing composite

University of Connecticut researchers have created a biodegradable composite made of silk fibers that can be used to repair broken load-bearing bones without the complications sometimes presented by other materials.

Repairing major load-bearing bones such as those in the leg can be a long and uncomfortable process.

Im Focus: Verbesserte Stabilität von Kunststoff-Leuchtdioden

Polymer-Leuchtdioden (PLEDs) sind attraktiv für den Einsatz in großflächigen Displays und Lichtpanelen, aber ihre begrenzte Stabilität verhindert die Kommerzialisierung. Wissenschaftler aus dem Max-Planck-Institut für Polymerforschung (MPIP) in Mainz haben jetzt die Ursachen der Instabilität aufgedeckt.

Bildschirme und Smartphones, die gerollt und hochgeklappt werden können, sind Anwendungen, die in Zukunft durch die Entwicklung von polymerbasierten...

Im Focus: Writing and deleting magnets with lasers

Study published in the journal ACS Applied Materials & Interfaces is the outcome of an international effort that included teams from Dresden and Berlin in Germany, and the US.

Scientists at the Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) together with colleagues from the Helmholtz-Zentrum Berlin (HZB) and the University of Virginia...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Internationale Konferenz zur Digitalisierung

19.04.2018 | Veranstaltungen

124. Internistenkongress in Mannheim: Internisten rücken Altersmedizin in den Fokus

19.04.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Juni 2018

17.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Grösster Elektrolaster der Welt nimmt Arbeit auf

20.04.2018 | Interdisziplinäre Forschung

Bilder magnetischer Strukturen auf der Nano-Skala

20.04.2018 | Physik Astronomie

Kieler Forschende entschlüsseln neuen Baustein in der Entwicklung des globalen Klimas

20.04.2018 | Geowissenschaften

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics