Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Intelligentes Wissensmanagement durch semantische Technologien

04.03.2008
Uni Ulm erwartet auf der CeBIT Kooperationspartner aus der Wirtschaft

Ein effizientes Wissensmanagement wird für die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen zunehmend wichtiger. Wachsende Bedeutung gewinnen dürften dabei so genannte semantische Technologien. Sie ermöglichen, Wissen automatisch zu interpretieren sowie daraus neues Wissen abzuleiten.

So gehen Methoden und Verfahren weit über die herkömmliche Speicherung und Verwaltung von Daten hinaus. Und nicht die Daten alleine stehen im Vordergrund, sondern ihre Bedeutung und ihr Zusammenhang. Versteckte Zusammenhänge zum Beispiel werden durch Schlussfolgerungen automatisch erschlossen und übersichtlich visualisiert.

Möglichkeiten und Chancen im Umfeld dieser von der Bundesregierung geförderten Technologie sowie innovative Lösungsansätze für eine intelligente Informationsverarbeitung der Zukunft präsentiert auf der CeBIT in Hannover vom 4. bis 9. März das Institut für Künstliche Intelligenz der Universität Ulm. Die Wissenschaftler, erst kürzlich in Sacramento/USA für ein anspruchsvolles Referenzprojekt auf diesem Gebiet ausgezeichnet, versprechen sich von ihrem Auftritt auf dem Gemeinschaftsstand des Landes Baden-Württemberg neue Kooperationspartner aus der Wirtschaft.

... mehr zu:
»Wissensmanagement

Ihr sollen die Vorteile dieser Technologie noch im gleichen Monat bei einer Reihe weiterer Großveranstaltungen vermittelt werden, unter anderem in den USA und in Frankfurt.

"Im Prinzip sind semantische Technologien für kleinere und mittlere Unternehmen ebenso interessant wie für große", ist Dr. Thorsten Liebig überzeugt, der das Projekt an der Ulmer Uni gemeinsam mit seinen Kollegen Olaf Noppens und Timo Weithöner betreut. Das Informatiker-Trio hatte sich Ende vergangenen Jahres bei einem international renommierten Wettbewerb im Rahmen einer Konferenz in Kalifornien für einen Spitzenplatz qualifiziert und zwar mit einer noch jungen Kombination semantischer Technologien mit grafischer Analyse und Exploration. Informationen einer frei zugänglichen Filmdatenbank haben die jungen Wissenschaftler zu einem aussagekräftigen Beziehungsnetzwerk verarbeitet: Titel, Genre, Autoren, Regisseure, Schauspieler, Premiere-Daten, Nominierungen, Preise, Einspielergebnisse und einige weitere Fakten mehr.

"Schon der relativ kleine Ausschnitt an Filmen der vergangenen sieben Jahre enthält 160 000 Einträge", berichtet Liebig und verweist nicht ohne Stolz auf die Ulmer Beispiel-Lösung: Mittels derer nämlich ließen sich nun vielfältige Fragestellungen quasi auf Knopfdruck beantworten. "Aus welchen Genres etwa kommen tendenziell Oscar-prämierte Filme?" Oder: "Welche Regisseure führten bei ausgezeichneten Filmen Regie und spielten auch selbst mit?"

Innovative Lösungsansätze parat haben die Uni-Informatiker indes primär für Alltagsprobleme der Wirtschaft. Ob Kundendienst-Optimierung, Krankenhaus-Informationssysteme oder vernetzte Nachrichtenrecherche für Politik, Wirtschaft und Medien - die Ulmer Spezialisten offerieren ein komplettes Leistungsspektrum von der Analyse und Beratung über individuelle Konzepte bis zur Implementierung. Ein entscheidender Schritt dabei: Die Verknüpfung selbst großer Datenmengen mit einem auf die jeweiligen Anforderungen abgestimmten Wissensnetz.

Ein semantisches Finanzportal für private Investoren zum Beispiel verbindet Nachrichten der Wirtschaftspresse mit Börsendaten und ermöglicht damit einen effektiven Zugriff auf zugrunde liegende Wissenszusammenhänge nach inhaltlichen Kriterien. Konventionelle Informationssysteme dagegen können weder Daten in einen Kontext einordnen noch Zusammenhänge erkennen oder Dokumente verstehen.

Semantische Technologien indes ermöglichen den Ulmer Informatikern zufolge neben der Integration heterogener und verteilter Datenquellen unter anderem qualitativ deutlich verbesserte Suchergebnisse insbesondere in großen Datenbeständen. Zudem verweisen die kreativen Wissenschaftler auf ihr spezielles Visualisierungssystem, das auch komplizierte Abhängigkeiten einfach und übersichtlich darstelle.

Weitere Informationen: Dr. Thorsten Liebig, Tel. 0731/50-24207

Willi Baur | idw
Weitere Informationen:
http://www.informatik.uni-ulm.de/ki/semservices.html

Weitere Berichte zu: Wissensmanagement

Weitere Nachrichten aus der Kategorie CeBIT 2008:

nachricht Professionelles Drucken für Windows Server 2008
10.03.2008 | ThinPrint GmbH

nachricht Verbesserte Diagnostik von Herzrhythmusstörungen
10.03.2008 | Vitaphone GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: CeBIT 2008 >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Quantenkommunikation: Wie man das Rauschen überlistet

Wie kann man Quanteninformation zuverlässig übertragen, wenn man in der Verbindungsleitung mit störendem Rauschen zu kämpfen hat? Uni Innsbruck und TU Wien präsentieren neue Lösungen.

Wir kommunizieren heute mit Hilfe von Funksignalen, wir schicken elektrische Impulse durch lange Leitungen – doch das könnte sich bald ändern. Derzeit wird...

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Organisch-anorganische Heterostrukturen mit programmierbaren elektronischen Eigenschaften

29.03.2017 | Energie und Elektrotechnik

Klein bestimmt über groß?

29.03.2017 | Physik Astronomie

OLED-Produktionsanlage aus einer Hand

29.03.2017 | Messenachrichten