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CeBIT 2008: Sprechende Lego-Roboter für Schulen

26.02.2008
Die Roboter von Lego Mindstorms können sich nicht nur bewegen und über verschiedenen Sensoren ihre Umgebung wahrnehmen. Wissenschaftler der Universität des Saarlandes haben ihnen auch das Sprechen beigebracht und dafür ein einfach zu bedienendes Sprachdialogsystem entwickelt, das sich besonders für den Schulunterricht eignet.

Am Stand der Universität des Saarlandes (Halle 9, Stand B 35) zeigen die Saarbrücker Computerlinguisten, wie man mit Hilfe der sprechenden Roboter auf spielerische Weise moderne Sprachtechnologie vermitteln kann.

Die Schüler erfahren dabei, dass man mit Computern nicht nur über Tastendruck, sondern ganz natürlich über Sprache kommunizieren kann. Die bei den Lego-Robotern eingesetzte Sprachsteuerungssoftware "Dialog OS" stammt von der CLT Sprachtechnologie GmbH, einem Spin-off-Unternehmen der Universität des Saarlandes.

Am CeBIT-Stand wird ein Roboter auf mündliche Anweisung bunte Gegenstände ansteuern, greifen und dem Messebesucher bringen. Dieses Beispielszenario kann auch im Schulunterricht oder von Hobbytechniker einfach nachgebaut werden. Es macht deutlich, welche komplexen Aufgaben ein Computer lösen muss, wenn er sowohl dem menschlichen Seh- und Tastsinn als auch der gesprochenen Sprache nacheifern will. Das Sprachdialogsystem Dialog OS bietet das dafür nötige Handwerkszeug und ist über graphische Benutzeroberflächen genauso einfach zu bedienen wie die Steuerungssoftware der Roboter von Lego Mindstorms. Es kann Sprache ohne spezielles Training erkennen und ausgeben und damit im Dialog flexibel reagieren.

Über verschiedene Schnittstellen können auch alle möglichen anderen Geräte an das Dialogsystem angeschlossen und über Spracheingaben gesteuert werden. Im System bereits eingebaut ist die Schnittstelle zu den Robotern von Lego Mindstorms. Der Nutzer kann die Roboter auch mit eigenen Datenbanken füttern, um sie zu einem Thema seiner Wahl dialogfähig zu machen. Ein Musiktitel-Archiv oder die Namen von Kollegen oder Mitschülern, die im Dialog eine Rolle spielen sollen, sind denkbare Beispiele.

Die CLT Sprachtechnologie GmbH ist 1999 aus dem Saarbrücker Lehrstuhl für Computerlinguistik von Prof. Dr. Manfred Pinkal hervorgegangen. Dialog OS wird seit mehreren Jahren in Forschungs- und Entwicklungsprojekten vor allem mit der Automobilindustrie fortlaufend optimiert. Es wurde zudem in unterschiedlichen Veranstaltungen in der akademischen Lehre erprobt.

Auf der CeBIT 2008 wird die Technologie am Messestand der Universität des Saarlandes (Halle 9, Stand B 35) erläutert. Manfred Pinkal, Professor für Computerlinguistik und Gründer der CLT Sprachtechnologie, wird dort am 4. und 5. März für Interviews zur Verfügung stehen.

Hintergrund: Das neue Exzellenzcluster Multimodal Computing and Interaction und die internationale Graduiertenschule für Informatik in Saarbrücken

Die natürliche Kommunikation mit Computern über Sprache, Gestik und Mimik ist auch das Thema des neuen Exzellenzclusters "Multimodal Computing and Interaction" in Saarbrücken, das von der Bundesregierung im Rahmen der Exzellenzinitiative gefördert wird. Prof. Manfred Pinkal wird dort im Team mit anderen Wissenschaftlern erforschen, wie die Mensch-Maschine-Interaktion noch einfacher und effektiver gestaltet werden kann. Darüber hinaus wurde auch das Konzept einer internationalen Graduiertenschule für die Informatik in Saarbrücken als exzellent bewertet. Damit werden in den kommenden fünf Jahren rund 40 Mio. Euro für das Exzellenzcluster und die Graduiertenschule ins Saarland fließen. Neben der Universität des Saarlandes sind das Max-Planck-Institut für Informatik, das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz sowie das neu gegründete Max-Planck-Institut für Softwaresysteme am Cluster beteiligt.

Fragen beantworten Ihnen:

Prof. Manfred Pinkal
Telefon: 0681 / 3 02-4344
Email:pinkal@coli.uni-sb.de
oder
Friederike Meyer zu Tittingdorf
Telefon: 0681 / 302-5 80 99
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