Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Internet der Zukunft: Wie Multimedia-Daten besser übertragen werden

25.02.2008
CeBIT 2008: Saarbrücker Nachrichtentechniker forschen an neuen Internet-Protokollen, die Vorteile für alle audiovisuellen Dienste bringen

Die heutige Struktur des Internets stammt aus einer Zeit, als man nur Texte und Bilder zwischen Computern austauschte. Für viele audiovisuelle Dienste wie die Internet-Telefonie, die Videokommunikation, Netzwerkspiele oder das Internet-Fernsehen ist die Übertragung über das heute übliche Transportprotokoll TCP nur schlecht geeignet.

Denn schon kleine zeitliche Verzögerungen oder der Verlust wichtiger Datenpakete haben bei Multimedia-Anwendungen fatale Folgen. Das Team von Prof. Dr. Thorsten Herfet, Lehrstuhl für Nachrichtentechnik, forscht daher an neuen Transport-Protokollen für das Internet, die auch bei mobiler Übertragung Datenverluste ausgleichen und zeitkritische Anwendungen wie etwa die Telemedizin bewältigen können. Am Beispiel einer drahtlosen Multicast-Fernsehübertragung, bei der Filme in hoher Qualität auf mehrere Laptops gesendet werden, demonstrieren die Wissenschaftler ihre Ergebnisse am saarländischen Forschungsstand (Halle 9, Stand B 35) vom 4. bis 9. März auf der CeBIT 2008.

Heute bestehen bereits mehr als ein Zehntel der Daten, die täglich über das Internet geschickt werden, nicht mehr aus Texten. Der Anteil des Live-Streaming, also von Audio- und Videodaten, die empfangen und gleichzeitig wiedergegeben werden, dürfte im kommenden Jahrzehnt auf mehr als die Hälfte aller Datenpakete im Internet anwachsen. Dafür bietet die bisher verwendete TCP-Übertragung keine zufriedenstellende Grundlage. Denn dort werden die Datenpakete so verschickt, dass der empfangende Rechner immer quittieren muss, ob die Pakete angekommen sind. Tauchen Probleme auf, bleibt die gesamte Übertragung hängen, da der Sender immer von neuem Pakete auf die Reise schickt. Das dämpft zum Beispiel bei Netzwerkspielen das Spielvergnügen. Auch Alternativen wie die RTP/UDP-Protokolle sichern Übertragungsfehler nicht ab und sind daher für Multimediadaten ungeeignet.

... mehr zu:
»Datenpaket »Exzellenzcluster

Das Forscherteam von Prof. Herfet entwickelt deshalb neue Protokolle, die anders mit der Fehlerrate und dem Zeitverhalten des Internets umgehen. Sie sollen unabhängig vom Übertragungsweg die Mediadaten in optimaler Qualität zum Empfänger bringen. Über neue Algorithmen versucht man Redundanzen zu vermeiden, also nur so viele Daten zu übertragen, wie wirklich für die Anwendung notwendig sind - heutige Protokolle würden einen Großteil der genutzten Bandbreite einfach verschenken. Außerdem gehen die Wissenschaftler flexibel mit der Fehlerrate um. Beim Telefonieren über VoIP stört es zum Beispiel nicht, wenn jedes tausendste Datenpaket nicht beim Empfänger ankommt, beim Internetfernsehen darf es nur noch eines von einer Million sein, um keine Störungen auf dem Bildschirm zu erzeugen.

Auf der CeBIT 2008 steht Prof. Dr. Thorsten Herfet am 4. März am Messestand der Universität des Saarlandes (Halle 9, Stand B 35) für Interviews zur Verfügung. Er hält außerdem am Sonntag, 9. März, um 10 Uhr im Future Talk (Halle 9, Stand A 30) einen Vortrag zum Thema "Exzellenzcluster Multimodal Computing: Natürliche Kommunikation mit Computern" sowie um 11 Uhr zum Thema "Exzellente Chancen für exzellente Studenten: Internationale Graduiertenschule für Informatik".

Hintergrund: Das neue Exzellenzcluster "Multimodal Computing and Interaction" und die internationale Graduiertenschule für Informatik in Saarbrücken

Die Informatikforschung in Saarbrücken konnte im Exzellenzwettbewerb der Bundesregierung gleich zwei Erfolge aufweisen. Zum einen überzeugte der Antrag für ein Exzellenzcluster zum Thema "Multimodal Computing and Interaction" die internationale Jury der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). Darüber hinaus wurde auch das Konzept einer internationalen Graduiertenschule für die Informatik als exzellent bewertet. Damit werden in den kommenden fünf Jahren rund 40 Mio. Euro für das Exzellenzcluster und die Graduiertenschule ins Saarland fließen. Neben der Universität des Saarlandes sind das Max-Planck-Institut für Informatik, das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz sowie das neu gegründete Max-Planck-Institut für Softwaresysteme am Cluster beteiligt.

Fragen beantworten Ihnen:

Prof. Dr. Thorsten Herfet
Tel.: 0681/302-6541
E-Mail: herfet@nt.uni-saarland.de
Friederike Meyer zu Tittingdorf
Kompetenzzentrum Informatik an der Universität des Saarlandes
Tel. 0681/302-58099 oder
CeBIT-Stand: Tel. 0511/8959-7083
E-Mail: presse@cs.uni-sb.de
Presse- und Informationszentrum der Universitaet des Saarlandes
Referat 7, Gebäude A2 3,
Postfach 151150, 66041 Saarbrücken
Fon: 0681/302-4138
Fax: 0681/302-2609
E-Mail: presseteam@univw.uni-saarland.de
Aktuelle Informationen rund um die Universitaet
finden Sie auch in unserem Uni-Magazin campus
http://www.uni-saarland.de/de/profil/veroeffentlichungen/campus

| idw
Weitere Informationen:
http://www.nt.uni-saarland.de
http://www.informatik-saarland.de
http://www.uni-saarland.de/de/medien

Weitere Berichte zu: Datenpaket Exzellenzcluster

Weitere Nachrichten aus der Kategorie CeBIT 2008:

nachricht Verbesserte Diagnostik von Herzrhythmusstörungen
10.03.2008 | Vitaphone GmbH

nachricht Professionelles Drucken für Windows Server 2008
10.03.2008 | ThinPrint GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: CeBIT 2008 >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Im Focus: Making lightweight construction suitable for series production

More and more automobile companies are focusing on body parts made of carbon fiber reinforced plastics (CFRP). However, manufacturing and repair costs must be further reduced in order to make CFRP more economical in use. Together with the Volkswagen AG and five other partners in the project HolQueSt 3D, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) has developed laser processes for the automatic trimming, drilling and repair of three-dimensional components.

Automated manufacturing processes are the basis for ultimately establishing the series production of CFRP components. In the project HolQueSt 3D, the LZH has...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Ballungsräume Europas

26.04.2017 | Veranstaltungen

200 Weltneuheiten beim Innovationstag Mittelstand in Berlin

26.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Wie digitale Technik die Patientenversorgung verändert

26.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Akute Myeloische Leukämie: Ulmer erforschen bisher unbekannten Mechanismus der Blutkrebsentstehung

26.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Naturkatastrophen kosten Winzer jährlich Milliarden

26.04.2017 | Interdisziplinäre Forschung

Zusammenhang zwischen Immunsystem, Hirnstruktur und Gedächtnis entdeckt

26.04.2017 | Biowissenschaften Chemie