Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

CeBIT 2008: So spricht ein Dolmetscher mit 100 "Männern im Ohr"

19.02.2008
Bluetooth-Konferenzsystem der TU Chemnitz nutzt verschiedene Mobilfunkgeräte der Teilnehmer an mehrsprachigen Veranstaltungen

Wer internationale Kongresse durchführt, benötigt oft nicht nur Dolmetscher, sondern auch die dazugehörige Dolmetscheranlage. Und da der Mietpreis dieser umfangreichen Technik für mehrtägige Konferenzen schnell vierstellige Summen erreicht, soll ein ehrgeiziges Projekt an der Technischen Universität Chemnitz das Dolmetschen auf Veranstaltungen merklich preiswerter machen und vereinfachen.

Wie das gehen soll, zeigen Mitarbeiter der Professur Technische Informatik auf der diesjährigen CeBIT in Hannover vom 4. bis 9. März 2008 in Halle 9 am Gemeinschaftsstand "Forschung für die Zukunft" (Stand D04). Ihr System braucht keine teure Spezialhardware und auch keine große Steuerzentrale. "Lediglich ein paar handelsübliche Bluetooth-Headsets und modifizierte WLAN-Router wären künftig bei internationalen Tagungen noch nötig", erklärt Projektleiter Prof. Dr. Wolfram Hardt. Auch WLAN-fähige Handys der Konferenzgäste können einfach in das System eingebunden werden und für die nötige Verständlichkeit sorgen.

"Unser Ziel war es, vorhandene Technologien für neue Anwendungsgebiete nutzbar zu machen", erklärt Matthias Vodel, Mitarbeiter der Professur. "WLAN und Bluetooth können bereits leisten, was wir benötigen. Wir mussten die Technologien nur zueinander bringen." Das geschah mittels Technik, die man in jedem Elektronikmarkt kaufen kann. Daran nahmen die IT-Fachleute der TU einige kleine Modifikationen vor und entwickelten die passende Software. Im fertigen Prototyp sendet nun ein einfacher PC die mehrsprachigen Audiodaten der Dolmetscher per Wireless LAN in den Veranstaltungsraum.

... mehr zu:
»Dolmetscher »Headset

Eine kleine Softwareapplikation ermöglicht es den Handys der Konferenzteilnehmer, die gewünschte Übersetzung an die Headsets am Ohr der Besitzer weiterzuleiten. Wer kein WLAN-fähiges Mobiltelefon besitzt, greift einfach auf ein Bluetooth-Headset zurück, welches kostengünstig vom Veranstalter gestellt werden kann. Dieses erhält die Audiodaten direkt von einem der verfügbaren WLAN-Router, die das eingehende Audiosignal verzögerungsfrei konvertieren und mittels angestecktem Bluetooth-Adapter zum Veranstaltungsteilnehmer weiterleiten. Dabei sind durch die Anpassungen der Chemnitzer Informatiker erstmals auch mehrere Headsets über ein Bluetooth-Modul ansprechbar. "So haben wir eine kostengünstige Lösung für kleine und mittelgroße Konferenzen bis zu 100 Teilnehmer geschaffen", verspricht Hardt.

Die Chemnitzer Informatiker entwickeln jedoch nicht nur Lösungen für Konferenzsysteme. Sie nutzen auch für andere Anwendungen die optimierten Eigenschaften vieler verfügbarer Funkstandards. "Dabei vereinen wir die Vorteile unterschiedlicher Funktechnologien und überwinden zugleich Grenzen ihrer Inkompatibilität", so Vodel. So soll beispielsweise bei minimalem Energiebedarf eine definierte Reichweite erzielt werden. "Dies ist etwa in drahtlosen Sensornetzwerken bei der Gebäudeüberwachung oder im Katastrophenschutz sehr wichtig", ergänzt Vodel.

Weitere Informationen erteilen Prof. Dr. Wolfram Hardt, Telefon 03 71 531-25550, E-Mail hardt@informatik.tu-chemnitz.de und Matthias Vodel, Telefon 0371 531-36499, E-Mail vodel@informatik.tu-chemnitz.de

Mario Steinebach | idw
Weitere Informationen:
http://www.tu-chemnitz.de/

Weitere Berichte zu: Dolmetscher Headset

Weitere Nachrichten aus der Kategorie CeBIT 2008:

nachricht Verbesserte Diagnostik von Herzrhythmusstörungen
10.03.2008 | Vitaphone GmbH

nachricht Professionelles Drucken für Windows Server 2008
10.03.2008 | ThinPrint GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: CeBIT 2008 >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Innovatives Hochleistungsmaterial: Biofasern aus Florfliegenseide

Neuartige Biofasern aus einem Seidenprotein der Florfliege werden am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP gemeinsam mit der Firma AMSilk GmbH entwickelt. Die Forscher arbeiten daran, das Protein in großen Mengen biotechnologisch herzustellen. Als hochgradig biegesteife Faser soll das Material künftig zum Beispiel in Leichtbaukunststoffen für die Verkehrstechnik eingesetzt werden. Im Bereich Medizintechnik sind beispielsweise biokompatible Seidenbeschichtungen von Implantaten denkbar. Ein erstes Materialmuster präsentiert das Fraunhofer IAP auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vom 20.1. bis 29.1.2017 in Halle 4.2 am Stand 212.

Zum Schutz des Nachwuchses vor bodennahen Fressfeinden lagern Florfliegen ihre Eier auf der Unterseite von Blättern ab – auf der Spitze von stabilen seidenen...

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Im Focus: Traffic jam in empty space

New success for Konstanz physicists in studying the quantum vacuum

An important step towards a completely new experimental access to quantum physics has been made at University of Konstanz. The team of scientists headed by...

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mittelstand 4.0 – Mehrwerte durch Digitalisierung: Hintergründe, Beispiele, Lösungen

20.01.2017 | Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

21.500 Euro für eine grüne Zukunft – Unserer Umwelt zuliebe

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

innovations-report im Interview mit Rolf-Dieter Lafrenz, Gründer und Geschäftsführer der Hamburger Start ups Cargonexx

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

Niederlande: Intelligente Lösungen für Bahn und Stahlindustrie werden gefördert

20.01.2017 | Förderungen Preise