Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Hasso-Plattner-Institut macht CeBIT zur zentralen Sammelstelle für Technikfrust und Innovationsideen

19.02.2008
Zur zentralen Sammelstelle frischer Ideen für Innovationen in der Informations- und Kommunikations-Technologie macht das Hasso-Plattner-Institut für Softwaresystemtechnik GmbH (HPI) seinen Stand im "Future Parc" der diesjährigen CeBIT (Halle 9, C08). Deutschlands Exzellenz-Zentrum für IT-Systems Engineering präsentiert vom 4. bis 9. März nicht nur eigene Forschungsergebnisse, sondern provoziert Besucher auch zu kreativen Vorschlägen zur Verbesserung von IT-Produkten und Dienstleistungen. Ferner kann sich jeder mit eigenen Ideen an der im Internet geführten Live-Diskussion über die Zukunft des IT-Standorts Deutschland beteiligten - per Weblog.

Erstmals auf einer CeBIT stellt das HPI die Arbeitsweise seiner neuen Innovationsschule vor, der Potsdamer "HPI School of Design Thinking". Sie lehrt seit Oktober Studierende aller Fachrichtungen, mit der Methode des Design Thinking innovative IT-nahe Produkte und -Dienstleistungen für alle Lebensbereiche zu entwickeln. Ihr Partner und berühmtes Vorbild: die "d.school" an der US-Eliteuniversität Stanford im Silicon Valley.

Am HPI-Stand neue Ideen einbringen: Per Zettel-Block und IT-Blog

Die Professoren und Studenten machen die CeBIT-Besucher provokativ auf mangelnde Benutzerfreundlichkeit vieler IT-Anwendungen aufmerksam. In Sweatshirts mit der Aufschrift "Technikfrust-Hilfe" und ausgestattet mit Stiften sowie Haftnotizzetteln bitten die Studierenden die Messebesucher, spontan ein Problem mit Technik-Macken ("bugs") aus dem Alltag aufzuschreiben und ihnen an die Kleidung zu heften. Diese notierten Tücken der Technik werden am HPI-Stand gesammelt. Jeden Morgen suchen sich die Studenten und Dozenten eines dieser Probleme aus, für das sie nach öffentlichen Design-Thinking-Sessions mit Publikumsbeteiligung abends bereits einen innovativen Lösungsansatz präsentieren. Den kann man auch im Internet bestaunen unter http://www.hpi.uni-potsdam.de/d-school

... mehr zu:
»HPI-Stand »Lock-Keeper

Außerdem kann sich jeder CeBIT-Besucher am HPI-Stand auf der Internet-Diskussionsplattform http://www.it-gipfelblog.de live an der Diskussion über die Zukunft des IT-Standorts Deutschland beteiligen - im Nachgang zum zweiten nationalen IT-Gipfel in Hannover und in Vorbereitung des diesjährigen Spitzentreffens in Darmstadt. Der erste nationale IT-Gipfel hatte im Dezember 2006 am HPI in Potsdam stattgefunden. Seit dem Sommer 2007 betreibt das Institut den Weblog als Forum zwischen den IT-Gipfeln. Bislang haben mehr als 330.000 unterschiedliche Nutzer über 600.000 Mal auf die Diskussionsplattform der IT-Branche zugegriffen.

Neu: "Lernsehen" daheim und unterwegs - per iPod oder IP-TV

Innovatives Wissen nicht nur jederzeit sondern auch überall komfortabel aufnehmen zu können - dabei hilft eine vom Hasso-Plattner-Institut entwickelte neue E-Learning-Technologie. Sie wird ebenfalls am HPI-Stand in Halle 9, C08 präsentiert. Die Potsdamer Informatik-Wissenschaftler stellen seit dem Sommer 2007 Podcasts thematisch abgeschlossener Vorlesungs-Abschnitte ins Internet (http://www.tele-task.de). Sie zeigen neben dem Vortragenden auch dessen Bildschirm- oder Tafel-Präsentation. Die neue Bild-im-Bild-Technik ist auf das kleine Display des iPods und anderer mobiler Video-Abspielgeräte angepasst. Bislang übertragen herkömmliche Lernvideo-Podcasts lediglich Bilder vom Redner selbst plus seine Sprache. Wer sich die Podcasts aus dem Internet auf sein kleines, mobiles Abspielgerät lädt, kann sie dann im Bus, im Wartezimmer oder draußen im Park anschauen - immer, wenn Zeit und Lust dazu da sind. Ein weiteres Projekt, das auf der CeBIT präsentiert wird, ist das neue "tele-task-TV". Das komfortable Überall-Lernen des HPI geht über die Gruppe der Nutzer hinaus, die die Inhalte am Computer oder auf einem mobilen Videoplayer ansehen ("Lean forward" genannt). Künftig werden Informatik-Inhalte für den großen Fernseher im Wohnzimmer aufbereitet und über IP-TV ausgesendet. Mit diesem Lern-Fernsehen im Internet erreicht man auch den "Lean-Back-User", also Menschen, die sich auf der Couch entspannen, aber noch etwas für Ihre Bildung tun wollen. Fernsehen wird also zum Lernsehen.

Innovationen bei 3D-Stadtmodellen und Navigationssoftware

Mit innovativen dreidimensionalen Stadtmodellen wollen Computergrafik-Wissenschaftler des Hasso-Plattner-Instituts die CeBIT-Besucher beeindrucken. So stellen Sie mit "SmartCity" erstmals eine neu entwickelte Software vor, mit der virtuelle 3D-Welten automatisch so detailreich und realitätsnah hergestellt werden können, wie das mit herkömmlichen Verfahren bisher nicht möglich war. Wer am Computerbildschirm einen virtuellen Stadtrundgang unternimmt, gerät ins Staunen darüber, wie präzise alles wiedergegeben wird, vor allem auch der Bodenraum. Vorteil der neuen Software: Selbst für große Städte lassen sich realitätsnahe 3D-Modelle auf diese Weise systematisch und kosteneffizient erzeugen. Bislang hatte die 3D-Modellierung realistischer virtueller Städte und Landschaften im Computer mit traditionellen Methoden einen sehr aufwändigen und daher kostenintensiven Prozess dargestellt.

Die zu Grunde liegende Basistechnologie, am HPI-Fachgebiet Computergrafische Systeme entwickelt, wird zum Beispiel von Städten genutzt, um sich auf dem virtuellen Globus Google Earth dreidimensional und realitätsnah im Internet zu präsentieren. Den Anfang damit hatte vor einem Jahr Berlin gemacht. Neuerdings dringen 3D-Stadmodelle auch in Navigationssysteme vor. Allerdings lenken allzu detaillierte Darstellungen Autofahrer oft ab. Um ihnen unangemessen komplexe Routendarstellungen zu ersparen, haben die Wissenschaftler des Hasso-Plattner-Instituts eine neue Software entwickelt, die aus fotorealistischen 3D-Stadtmodellen automatisch vereinfachte, abstraktere Varianten erzeugt. Beim Fahren kann dadurch der räumliche Bezug zur Stadtumgebung gezielter dargestellt und einfacher verstanden werden. Die erstmals auf der CeBIT präsentierte "SmartSimplification"-Software des HPI verbindet die gewohnte schematische Darstellung von zweidimensionalen Stadtplänen mit einer interaktiven 3D-Visualisierung, die für den Nutzer relevante Informationen besonders hervorhebt.

Hochsichere Datenschleuse Lock-Keeper gegen Internet-Spionage

Außerdem wird am HPI-Stand ein Hochsicherheitssystem vorgestellt, das Netzwerke von Unternehmen oder Behörden vor Angriffen und sensible Daten vor Internet-Spionage schützt. Es handelt sich um die Datenschleuse "Lock-Keeper", ein im Fachgebiet Internet-Technologien und -Systeme entwickeltes, Hardware-basiertes Rechnersystem, das sicheren Nachrichtenaustausch zwischen physikalisch völlig getrennten Netzen ermöglicht. Der Lock-Keeper beruht auf dem einfachen Prinzip, dass man ein Netzwerk am besten schützt, wenn man es von anderen getrennt hält. So kann vollständiger Schutz vor Online-Angriffen erreicht werden. Daten, die vom einen Netz ins andere wollen, werden zunächst in den Lock-Keeper übertragen, können dort auf bösartigen Code und Schadsoftware geprüft werden, bevor sie dann sicher in das geschützte Netz übermittelt werden. Dargestellt wird auf der CeBIT, wie der Lock-Keeper durch die Implementierung bestimmter Trusted Computing-Konzepte die Anforderungen von Institutionen mit höchstem Bedarf an Sicherheit vollständig erfüllt.

Innovations-Projekte zusammen mit Audi, Siemens und Uni Stanford

Ein weiteres Informationsangebot des HPI für CeBIT-Besucher ist ein Kurs, den das Fachgebiet des Stifters Prof. Hasso Plattner gemeinsam mit der renommierten Stanford University in Kalifornien veranstaltet: Studenten aus Potsdam und Palo Alto arbeiten zusammen an aktuellen Innovations-Projekten für die Unternehmen Audi und Siemens. Im Audi-Auftrag werden "smart handbooks", neuartige Fahrzeugdokumentationen für Kunden und Käufer, entwickelt. Für Siemens wird untersucht, wie Bedienkonzepte neuester Spielekonsolen (etwa "Nintendo Wii") im industriellen Umfeld eingesetzt werden können, zum Beispiel im Bereich der Robotiksteuerung.

Hans-Joachim Allgaier | idw
Weitere Informationen:
http://www.hpi-web.de
http://www.hpi.uni-potsdam.de/hpi/veranstaltungen/cebit_2008.html

Weitere Berichte zu: HPI-Stand Lock-Keeper

Weitere Nachrichten aus der Kategorie CeBIT 2008:

nachricht Professionelles Drucken für Windows Server 2008
10.03.2008 | ThinPrint GmbH

nachricht Verbesserte Diagnostik von Herzrhythmusstörungen
10.03.2008 | Vitaphone GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: CeBIT 2008 >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Im Focus: Shape matters when light meets atom

Mapping the interaction of a single atom with a single photon may inform design of quantum devices

Have you ever wondered how you see the world? Vision is about photons of light, which are packets of energy, interacting with the atoms or molecules in what...

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Flüssiger Wasserstoff im freien Fall

05.12.2016 | Maschinenbau

Forscher sehen Biomolekülen bei der Arbeit zu

05.12.2016 | Biowissenschaften Chemie

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungsnachrichten