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Elektronische Helfer verhindern Autounfälle, bevor sie passieren können

22.01.2008
  • Innovative Navigationsdienste auf der CeBIT
  • Neue Features wie DVB-T-Empfänger und 3D-Karten auf der Ausstattungsliste
  • BITKOM: Mobile Verkehrslotsen erzielen 2008 Umsatzrekord
  • Auf der CeBIT vom 4. bis 9. März 2008 sind die neuesten Entwicklungen zum Thema Elektronik und Vernetzung im Auto zu sehen. Themen sind unter anderem Fahrer-Assistenz-Systeme, neue Ausstattungen mit DVB-T-Empfängern und 3D-Karten, Navigation ohne GPS über das WLAN-Netz und Handys mit Lotsen-Funktion. Entsprechende Angebote zeigen die Aussteller im CeBIT-Schwerpunkt "Telematics & Navigation, Automotive Solutions, Transport & Logistics" in den Hallen 14 und 15.

    Geht es nach den Entwicklern der Automobilindustrie, sieht das Auto bald besser als sein Fahrer: Die eingebaute Elektronik wird immer intelligenter. In der aktuellen Fahrzeuggeneration sorgen Assistenz­systeme vor allem für den Schutz an Bord. In Zukunft werden sie so vernetzt, dass sie wichtige Informationen austauschen, bündeln und zeitnah auswerten können. Im normalen Fahrbetrieb ermöglichen diese Hightech-Systeme ein entscheidendes Plus an Komfort und Sicherheit. Dabei überwachen Kamera-, Lidar- und Radarsensoren, ob der notwendige Sicherheitsabstand zum Vordermann und zur Leitplanke eingehalten wird, Gefahren beim Spurwechsel drohen oder etwa bei einer Nachtfahrt plötzlich ein schwer erkennbares Hindernis auftaucht. Ist dies der Fall, wird der Fahrer über ein Display sowie akustisch gewarnt. Parallel dazu ergreift die Elektronik Maßnahmen zur Entschärfung der Situation - beispielsweise durch vorsorglichen Aufbau von Bremsdruck. Lässt sich ein Unfall dennoch nicht abwenden, werden sämtliche Sicherheitssysteme an Bord aktiviert. Auch ein automatischer Eingriff in die Lenkung oder Bremsanlage ist möglich. Beschleunigungs-, Druck- und Schallsensoren ermitteln, wie schwer der Aufprall ausfällt, und ein Telematikmodul setzt über das Mobilfunknetz einen Notruf an den Rettungsdienst ab.

    Navi-Systeme weisen mit komfortablen Features den Weg in die Zukunft

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    Nach einer aktuellen Studie des Bundesverbandes Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (BITKOM) erreicht der Bereich Mobile Car Navigation 2008 ein Marktvolumen von 825 Millionen Euro - das sind 10,3 Prozent mehr als im vergangenen Jahr. Damit erzielen die Verkehrslotsen einen neuen Absatzrekord und zählen zu den erfolgreichsten Produkten im Consumer-Electronics-Markt. Jedes dritte Gerät verfügt laut BITKOM bereits über einen MP3-Player und wird damit zum mobilen Entertainer. Immer mehr Modelle empfangen Daten zur aktuellen Verkehrslage über die Infodienste TMC (Traffic Message Channel) und TMC-Pro, mit denen man Staus automatisch umfahren kann. Auch drahtlose Bluetooth-Freisprechanlagen zum komfortablen Telefonieren mit dem Handy sind in vielen Neuheiten eingebaut. Ein weiteres Extra einiger Plug&Play-Pfadfinder, die auf der CeBIT vorgestellt werden, ist der integrierte UKW-Transmitter. Damit kann man bequem seine Lieblingshits per Funk von einem mobilen Musikplayer oder Handy auf die Autolautsprecher übertragen. Und TV-Fans werden sich besonders über einen DVB-T-Empfangs-Chip freuen, mit dem sich der Navi-Bildschirm sogar als kompakter Pocket-Fernseher betreiben lässt.

    Doch auch bei der klassischen Navigation tut sich zur CeBIT etwas: Bei der digitalen Kartensoftware wird ein neues Zeitalter eingeläutet. Deren neue Generation, die ab Mitte 2008 verfügbar sein soll, zeigt ganze Städte in aufwendiger 3D-Grafik und erleichtert damit dem Fahrer die Orientierung. Darüber hinaus finden bei der Routenberechnung künftig auch Kurven, Gebirge und Geschwindigkeitsbegrenzungen Berücksichtigung: Vor scharfen Biegungen, gefährlichen Steigungen oder Überholverboten wird eine Warnung ausgegeben. Und dank der Zusammenarbeit eines Geräteherstellers mit der Mobilfunkbranche wird es ab Sommer 2008 sogar möglich sein, einem Stau wesentlich schneller auszuweichen. Die innovative Technologie basiert auf den Bewegungsmustern von Millionen Handys im Netz und ist auf der CeBIT zum ersten Mal zu sehen.

    CeBIT-Premiere: Navigation ohne GPS über das WLAN-Netz

    Navi-Profis kennen das Problem: In engen Großstadtschluchten ist das GPS-Satellitensignal manchmal nur schwach. Forscher des Fraunhofer-Instituts für Integrierte Schaltungen IIS setzen daher auf die Funktechnologie Wireless LAN: Die autarke WLAN-Lokalisierung, die in Gebäuden eine Ortung mit einer mittleren Genauigkeit von etwa drei Metern und im Freien von sieben bis zehn Metern ermöglichen soll, wird auf der CeBIT vorgestellt. Dabei berücksichtigt das System neben kommerziellen Hotspots auch private WLAN-Sender, funktioniert aber ohne Zugriff ins Datennetz und erfordert deshalb auch keine Anmeldung. "Wir machen uns zunutze, dass Städte sehr gut mit WLAN-Netzen versorgt und immer mehr Handys WLAN-fähig sind", erläutert Jürgen Hupp, Leiter der Abteilung Kommunikationsnetze am IIS.

    Experten: Mobiltelefonen mit Lotsen-Funktion gehört die Zukunft

    Nach Angaben der Telematics Research Group wurden 2007 weltweit rund 50 Millionen mobile Navigationsgeräte und Navi-Handys verkauft. Im Jahr 2015 sollen es schon zehnmal so viele sein. Dabei erwarten die Experten die zunehmende Verlagerung auf Mobiltelefone, da sie dank ihrer hervorragenden Connectivity in der Lage sind, ortsbezogene Dienste und User Generated Content in die Routenhinweise einzubinden, beispielsweise Bewertungen von Shops und Gastronomiebetrieben. Mit Spannung wird daher die Eröffnung der weltgrößten ITK-Messe erwartet, auf der die neuesten Navi-Handys und Plug&Play-Lotsen zu sehen sind.

    Gabriele Dörries | Deutsche Messe AG
    Weitere Informationen:
    http://www.cebit.de

    Weitere Berichte zu: Elektronik GPS Handy Navigation Stau

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