Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Im Internet hat der zweite Frühling längst begonnen

16.03.2007
International CeBIT Summit: Internationale Entscheider diskutieren vor dem Start der CeBIT 2007 über digitale Lebens- und Arbeitswelten

Die führenden Manager der ITK-Branche sind sich einig: Spring Time on the Web - der zweite Frühling des Internet hat längst begonnen. Noch vor dem Start der CeBIT 2007 vom 15. bis 21. März, der weltgrößten ITK-Messe, trafen sich auf Einladung der Deutschen Messe Entscheider und Führungskräfte zum 'International CeBIT Summit', um über zukunftsweisende Technologien, erfolgreiche Strategien sowie Lösungen für die digitale Arbeits- und Lebenswelt zu diskutieren.

In Kooperation mit dem BITKOM (Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien), der Euroforum Deutschland GmbH, der WirtschaftsWoche und dem Handelsblatt brachte die Deutsche Messe hochkarätige Referenten ans Rednerpult. Die Vortragenden - darunter CEOs von IBM, Microsoft, AOL und British Telecom - fanden einen großen Konsens: Das Internet hat eine neue Dimension bekommen. Aus Nutzern werden Anbieter, aus Lesern werden Autoren, aus Käufern werden Verkäufer. Die Herausforderungen, die sich mit diesem Wandel ergeben, sind nur global, innovativ und strategisch von den Unternehmen zu bewältigen.

Moderator Joachim Dorfs, Stellvertretender Chefredakteur des Handelsblatts, sprach von aufregenden Zeiten: 'Die Herausforderungen werden größer, aber auch der Druck auf die Unternehmen und die Erwartungen der Kunden.' BITKOM-Präsident Willi Berchtold unterstrich die Bedeutung der CeBIT als herausragende Messe der Branche. Der ITK-Sektor sei einer der führenden Wirtschaftszweige der Welt. Die Omnipräsenz des Internet bestimme die Lebens- und Arbeitswelt. Ein wesentlicher Beitrag komme durch die Nutzung des Highspeed-Breitbandnetzes. 'Doch Europa liegt noch deutlich hinter den anderen Ländern zurück', so Berchtold. 'Wir müssen mehr in Forschung und Entwicklung investieren, um mitzuhalten. Ebenso benötigen wir gut ausgebildete Spezialisten, die uns ganz speziell in Deutschland immer noch fehlen.'

... mehr zu:
»Arbeitswelt »Business Vision

Referent Peter Sondergaard, Senior Vice President und Global Head of Research von Gartner, zeichnete das Bild einer neuen Welt, in der der Verbraucher die Kontrolle habe. Dabei teilte er die IT-Nutzer in zwei Kategorien: 'die digitalen Einwanderer' (immigrants)' und 'digitalen Einheimischen' (natives). Die 'immigrants' hätten sich den Umgang mit den Technologien erarbeitet, für die 'natives' - die Generationen nicht älter als 30 Jahre - sei Technik etwas sehr Natürliches. So forderten sie auch mehr und seien durchaus schneller von Einschränkungen mancher Technologien frustriert. 'Nur Unternehmen, die es schaffen, beide Nutzer einzubinden, vor allem aber die ,natives', werden erfolgreich in die Zukunft gehen', so Sondergaard. Unternehmen müssten sich flexibel auf die geänderten Bedingungen einstellen, ihre IT-Infrastruktur anpassen. Die Gesellschaft erwarte mehr von der IT. Dabei gehe es nicht so sehr um technische Neuheiten, sondern um den Umgang mit den Technologien.

Menschen arbeiten Hand in Hand, obwohl sie 1 000 Kilometer räumlich getrennt sind: 'Das Internet hat es geschafft, dass wir Kreativität, Intelligenz und Knowledge dort einsetzen können, wo wir sie benötigen, ganz unabhängig von ihrem Standort', betonte Ben Verwaayen, CEO der British Telecom Group in seinem Vortrag. 'Wir können alles in kleine Stücke teilen und es wieder nahtlos zusammensetzen, so wie wir es an anderer Stelle eben wieder brauchen.' Jetzt sei es aber wichtig, die Zeitrahmen, in denen Dienstleistungen erfolgten, neu zu definieren. 'Bislang geben nicht die Verbraucher den Zeitrahmen vor, in dem etwas produziert oder geleistet wird, sondern die Anbieter. Das muss sich ändern. Der Kunde und seine Bedürfnisse müssen im Fokus stehen.' Verwaayen vermittelte seinem Publikum aber auch Management-Skills: 'Seien Sie in Ihrer Unternehmensführung und in Ihren Entscheidungen authentisch. Die CeBIT ist eine sehr gute Gelegenheit, sich dafür den Input zu holen.'

Zu den Trends im mobilen Business begrüßte der zweite Moderator Stefan Biskamp, Stellvertretender Chefredakteur der WirtschaftsWoche, zunächst den Geschäftsführer der ebay GmbH, Dr. Stefan Groß-Selbeck, der sich mit der Zukunft des Internet befasste. 'Dem Web geht es großartig', sagte Groß-Selbeck, 'auch, weil sich die traditionellen Grenzen verschieben.' Aus Lesern entwickeln sich Autoren, die nicht nur konsumieren, sondern selbst anbieten. Die Plattform 'Second Life', die virtuelle Parallelwelt, die Beziehungen der real existierenden Welt spiegelt, sei bereits zu einem erfolgreichen Marktplatz geworden, auf dem neue Ideen und Produkte getestet werden können. Auch das Thema E-Commerce gewinne an Bedeutung ebenso wie das mobile Web. Rund 990 Millionen Mobiltelefone seien 2006 weltweit verkauft worden. Allerdings: Leider gelinge es noch nicht, ein mobiles Netz uneingeschränkt nutzbar zu machen, so Groß-Selbeck.

Referent Torsten Ahlers, Geschäftsführer AOL Deutschland Medien GmbH, ging auf das veränderte Verhalten der Internetnutzer ein: 'Die User bewerten und kommentieren, sie gestalten aktiv mit.' Das mobile Netz scheitere derzeit leider an der fehlenden Geschwindigkeit. 'Die Nachfrage ist da, aber noch ist keiner in der Lage, den Nutzern einen bequemen, mobilen Zugang zu den Seiten zu ermöglichen.'

Eine Milliarde PCs weltweit, eine Milliarde Internetnutzer, drei Milliarden Mobiltelefon-Verträge und 650 Millionen Menschen, die regelmäßig E-Mails versenden: Achim Berg, Vorsitzender der Geschäftsführung Microsoft Deutschland GmbH, beeindruckte die Zuhörer mit erstaunlichen Zahlen. 'Multimedia ist überall präsent', sagte Berg. 'Auf allen Geräten, zu Hause, im Büro - die Lebens- und die Arbeitswelten vermengen sich.' Das Internet diene als universelle Plattform. Elementar sei dabei, die IT-Technologien fit für die Menschen zu machen und nicht umgekehrt. Auf der CeBIT 2007 stelle Microsoft, so ein Beispiel, den Windows Home Server vor, der Entertainment, Internetnutzung, Datenverarbeitung und TV in einer Umgebung vernetzt.

Matthias K. Hartmann, Geschäftsführer IBM Deutschland GmbH und Leiter der IBM Unternehmensberatung Global Business Services, legte den Fokus auf den strategischen Einsatz der Informationstechnologie zur Wertsteigerung eines Unternehmens. 'IT kann nicht mehr losgelöst betrachtet werden', betonte Hartmann, der in seinem Vortrag vier Schwerpunkte setzte. Oberste Priorität habe die Innovation, die nur mit Kollaboration optimal funktionieren könne. 'Es wäre kontraproduktiv, alles selbst erledigen zu wollen.' Neben der Spezialisierung und Differenzierung komme der Globalisierung eine große Bedeutung zu. Diese könne jedoch nur mit Technologien erreicht werden. Die Fusion von Business und Technologie sei schließlich der einzige Weg, den neuen Anforderungen gewachsen zu sein und die Chancen zu nutzen.

Gabriele Dörries | Deutsche Messe
Weitere Informationen:
http://www.cebit.de

Weitere Berichte zu: Arbeitswelt Business Vision

Weitere Nachrichten aus der Kategorie CeBIT 2007:

nachricht Online: future talk CeBIT 2007, Videos, Fotos
04.04.2007 | Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz GmbH

nachricht CeBIT Highlights des Fraunhofer IAO
03.04.2007 | Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO

Alle Nachrichten aus der Kategorie: CeBIT 2007 >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Im Focus: «Kosmische Schlange» lässt die Struktur von fernen Galaxien erkennen

Die Entstehung von Sternen in fernen Galaxien ist noch weitgehend unerforscht. Astronomen der Universität Genf konnten nun erstmals ein sechs Milliarden Lichtjahre entferntes Sternensystem genauer beobachten – und damit frühere Simulationen der Universität Zürich stützen. Ein spezieller Effekt ermöglicht mehrfach reflektierte Bilder, die sich wie eine Schlange durch den Kosmos ziehen.

Heute wissen Astronomen ziemlich genau, wie sich Sterne in der jüngsten kosmischen Vergangenheit gebildet haben. Aber gelten diese Gesetzmässigkeiten auch für...

Im Focus: A “cosmic snake” reveals the structure of remote galaxies

The formation of stars in distant galaxies is still largely unexplored. For the first time, astron-omers at the University of Geneva have now been able to closely observe a star system six billion light-years away. In doing so, they are confirming earlier simulations made by the University of Zurich. One special effect is made possible by the multiple reflections of images that run through the cosmos like a snake.

Today, astronomers have a pretty accurate idea of how stars were formed in the recent cosmic past. But do these laws also apply to older galaxies? For around a...

Im Focus: Pflanzenvielfalt von Wäldern aus der Luft abbilden

Produktivität und Stabilität von Waldökosystemen hängen stark von der funktionalen Vielfalt der Pflanzengemeinschaften ab. UZH-Forschenden gelang es, die Pflanzenvielfalt von Wäldern durch Fernerkundung mit Flugzeugen in verschiedenen Massstäben zu messen und zu kartieren – von einzelnen Bäumen bis hin zu ganzen Artengemeinschaften. Die neue Methode ebnet den Weg, um zukünftig die globale Pflanzendiversität aus der Luft und aus dem All zu überwachen.

Ökologische Studien zeigen, dass die Pflanzenvielfalt zentral ist für das Funktionieren von Ökosys-temen. Wälder mit einer höheren funktionalen Vielfalt –...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungen

Roboter für ein gesundes Altern: „European Robotics Week 2017“ an der Frankfurt UAS

17.11.2017 | Veranstaltungen

Börse für Zukunftstechnologien – Leichtbautag Stade bringt Unternehmen branchenübergreifend zusammen

17.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Latest News

NASA detects solar flare pulses at Sun and Earth

17.11.2017 | Physics and Astronomy

NIST scientists discover how to switch liver cancer cell growth from 2-D to 3-D structures

17.11.2017 | Health and Medicine

The importance of biodiversity in forests could increase due to climate change

17.11.2017 | Studies and Analyses