Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

CeBIT 2007: Fraunhofer IESE präsentiert die mitdenkende Wohnung

09.02.2007
Intelligente Lebensassistenzsysteme stehen im Mittelpunkt der Präsentation des Fraunhofer IESE auf der diesjährigen CeBIT in Hannover. Eine Miniaturausgabe des institutseigenen Assisted-Living-Labors gibt Besucherinnen und Besuchern interessante Einblicke in den aktuellen Stand der Forschung auf diesem hoch praxisrelevanten Gebiet.

Ziel ist es, älteren und hilfsbedürftigen Menschen mit Unterstützung modernster Informationstechnologie länger ein selbst bestimmtes Leben in den eigenen vier Wänden zu ermöglichen. Zu finden ist das Fraunhofer IESE in Halle 9 auf dem Stand B36 (Fraunhofer-Gesellschaft) und auf dem Stand des Bundesministeriums für Bildung und Forschung B40.

Es geschieht, wenn niemand damit rechnet: Eine plötzliche Kreislaufschwäche führt bei einem älteren Menschen zum Schwindelanfall und schließlich zum Sturz. Doch die intelligente Wohnung greift sofort ein: Besucher erleben in einer realitätsnahen Simulation über zwei Messestände hinweg, wie der Gehstock des Seniors den Unfall erkennt, das haustechnische System selbständig versucht, den Patienten anzusprechen, und schließlich die „Rettungsleitstelle“ alarmiert. Laut medizinischer Schätzungen könnte diese Technik im regionalen Umfeld des IESE bereits heute täglich einen Verunglückten vor schwerwiegenderen Folgen eines Unfalls bewahren.

Das im kleineren Maßstab auf den Ständen der Fraunhofer-Gesellschaft und des BMBF vorgestellte Assisted-Living-Labor ist in der Tat eine Laborumgebung der besonderen Art. Was sich auf den ersten Blick kaum von einem üblichen Wohnumfeld unterscheidet, ist durchgehend mit ausgeklügelter Sensorik und elektronischer Datenverarbeitung ausgestattet. Ziel dieses Aufwands: Eine Wohnung, die „mitdenkt“ und einer Bewohnerin oder einem Bewohner situationsabhängig genau im richtigen Moment die richtige Hilfestellung anbietet.

Daten erfassende Einbauten wie z.B. RFID-Chips im Bodenbelag oder Bewegungssensoren in den Räumen oder mit Sensoren ausgestattete Alltagsgegenstände sind dabei nur Teile eines weitaus komplexeren Gesamtsystems. Den eigentlichen Kern der Anlage bildet die softwaregestützte Verknüpfung und Interpretation der gelieferten Sensordaten gemäß des aktuellen medizinischen Erkenntnisstands. Erst damit wird die praktische, kontextsensitive Unterstützung seitens des haustechnischen Systems möglich.

Die Forschungen des Fraunhofer IESE auf dem Gebiet der Lebensassistenzsysteme konzentrieren sich auf das Systems Engineering von Umgebungen, die Situationen aufgrund verknüpfter Sensordaten selbständig erkennen und bewerten. Für den Menschen bedeutet das ganz allgemein eine Entlastung von Routineaufgaben und dadurch mehr Zeit für Kreativität. Zudem können Gefahren abgewendet werden. Nicht nur im Gesundheitswesen dürfte dies zur Kostenersparnis führen. Ältere und hilfsbedürftige Menschen profitieren davon durch bessere Betreuung in besonderer Weise – eine gesellschaftliche Verpflichtung, die aufgrund des demographischen Wandels an Bedeutung gewinnen dürfte.

Das Fraunhofer-Institut für Experimentelles Software Engineering IESE

Das Fraunhofer IESE in Kaiserslautern forscht mit derzeit 199 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auf den Gebieten Software-Entwicklung, Software-Qualitätsmanagement und Software-Kompetenzmanagement. Zusammen mit seinem Schwesterinstitut in den USA bietet das Fraunhofer IESE Prozesse, Methoden und Techniken an, um softwarebasierte Systeme nach ingenieurwissenschaftlichen Prinzipien zu entwickeln. Dabei verfolgt es einen empirischen Ansatz: Durch erprobte innovative Lösungen können Produkte, die auf Software basieren, messbar effizienter zur Marktreife geführt werden.

Die Auftraggeber des Fraunhofer IESE kommen aus Bereichen, in denen die Produkte wesentlich durch Software bestimmt werden: Automobil- und Transportsysteme, Telekommunikation, Telematik und Service-Provider, Medizinsysteme sowie Informationssysteme und Anwendungen im öffentlichen Sektor. Das Institut unterstützt Firmen jeder Größe – vom international tätigen Großkonzern bis hin zu mittleren und kleinen Unternehmen. Zugleich spielt die öffentliche Hand als Projektpartner eine wichtige Rolle.

Das Fraunhofer IESE steht unter der Leitung von Prof. Dieter Rombach und Prof. Peter Liggesmeyer. Es gehört zu den 57 Instituten der Fraunhofer-Gesellschaft, die als größte Organisation für angewandte Forschung in Europa zur nationalen und internationalen Wettbewerbsfähigkeit beiträgt. 1996 gegründet, feierte das Fraunhofer IESE im letzten Jahr sein zehnjähriges Jubiläum.

Frank Seelisch | Fraunhofer IESE
Weitere Informationen:
http://www.iese.fraunhofer.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie CeBIT 2007:

nachricht Online: future talk CeBIT 2007, Videos, Fotos
04.04.2007 | Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz GmbH

nachricht CeBIT Highlights des Fraunhofer IAO
03.04.2007 | Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO

Alle Nachrichten aus der Kategorie: CeBIT 2007 >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Why we need erasable MRI scans

New technology could allow an MRI contrast agent to 'blink off,' helping doctors diagnose disease

Magnetic resonance imaging, or MRI, is a widely used medical tool for taking pictures of the insides of our body. One way to make MRI scans easier to read is...

Im Focus: Fraunhofer ISE und teamtechnik bringen leitfähiges Kleben für Siliciumsolarzellen zu Industriereife

Das Kleben der Zellverbinder von Hocheffizienz-Solarzellen im industriellen Maßstab ist laut dem Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE und dem Anlagenhersteller teamtechnik marktreif. Als Ergebnis des gemeinsamen Forschungsprojekts »KleVer« ist die Klebetechnologie inzwischen so weit ausgereift, dass sie als alternative Verschaltungstechnologie zum weit verbreiteten Weichlöten angewendet werden kann. Durch die im Vergleich zum Löten wesentlich niedrigeren Prozesstemperaturen können vor allem temperatursensitive Hocheffizienzzellen schonend und materialsparend verschaltet werden.

Dabei ist der Durchsatz in der industriellen Produktion nur geringfügig niedriger als beim Verlöten der Zellen. Die Zuverlässigkeit der Klebeverbindung wurde...

Im Focus: BAM@Hannover Messe: Innovatives 3D-Druckverfahren für die Raumfahrt

Auf der Hannover Messe 2018 präsentiert die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM), wie Astronauten in Zukunft Werkzeug oder Ersatzteile per 3D-Druck in der Schwerelosigkeit selbst herstellen können. So können Gewicht und damit auch Transportkosten für Weltraummissionen deutlich reduziert werden. Besucherinnen und Besucher können das innovative additive Fertigungsverfahren auf der Messe live erleben.

Pulverbasierte additive Fertigung unter Schwerelosigkeit heißt das Projekt, bei dem ein Bauteil durch Aufbringen von Pulverschichten und selektivem...

Im Focus: BAM@Hannover Messe: innovative 3D printing method for space flight

At the Hannover Messe 2018, the Bundesanstalt für Materialforschung und-prüfung (BAM) will show how, in the future, astronauts could produce their own tools or spare parts in zero gravity using 3D printing. This will reduce, weight and transport costs for space missions. Visitors can experience the innovative additive manufacturing process live at the fair.

Powder-based additive manufacturing in zero gravity is the name of the project in which a component is produced by applying metallic powder layers and then...

Im Focus: IWS-Ingenieure formen moderne Alu-Bauteile für zukünftige Flugzeuge

Mit Unterdruck zum Leichtbau-Flugzeug

Ingenieure des Fraunhofer-Instituts für Werkstoff- und Strahltechnik (IWS) in Dresden haben in Kooperation mit Industriepartnern ein innovatives Verfahren...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Konferenz »Encoding Cultures. Leben mit intelligenten Maschinen« | 27. & 28.04.2018 ZKM | Karlsruhe

26.04.2018 | Veranstaltungen

Konferenz zur Marktentwicklung von Gigabitnetzen in Deutschland

26.04.2018 | Veranstaltungen

infernum-Tag 2018: Digitalisierung und Nachhaltigkeit

24.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Weltrekord an der Uni Paderborn: Optische Datenübertragung mit 128 Gigabits pro Sekunde

26.04.2018 | Informationstechnologie

Multifunktionaler Mikroschwimmer transportiert Fracht und zerstört sich selbst

26.04.2018 | Biowissenschaften Chemie

Berner Mars-Kamera liefert erste farbige Bilder vom Mars

26.04.2018 | Physik Astronomie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics