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Neue Telematik-Technologien zeigen intelligente Wege aus dem Stau

02.02.2007
  • Initiative der Automobil- und IT-Industrie will Verkehrssicherheitsforschung vorantreiben
  • Bundesregierung macht E-Safety auf europäischer Ebene zum Top-Thema

Auf der CeBIT 2007 (15. bis 21. März) spielen neue Telematik-Technologien eine herausragende Rolle. Und das aus gutem Grund, denn bis zum Jahr 2020 wird der Güterverkehr in Europa um 45 Prozent zunehmen. Dies gab Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee bei der Vorstellung seines Programms für die deutsche EU-Ratspräsidentschaft bekannt. Damit rücken für Tiefensee 'Fragen der ökologischen und ökonomischen Effizienz sowie der Sicherheit des europäischen Verkehrssystems' in den Vordergrund. Bei der Lenkung des Verkehrs will man mit dem künftigen europäischen Satelliten-Navigationssytem Galileo (geplanter Start: 2011) neue Wege gehen. Daneben wird sich die Bundesregierung auch um die Verbesserung der Sicherheit im Straßenverkehr bemühen. So sollen modernste E-Safety-Konzepte den Einsatz intelligenter Technologien beschleunigen.

Mit rund 27 Millionen Euro fördert das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie bis 2010 ein viel versprechendes Forschungsprojekt führender High-Tech-Firmen. 28 Partner aus den Branchen Automobil, Elektronik, Telekommunikation und Software haben sich in der Initiative AKTIV (Adaptive und Kooperative Technologien für den Intelligenten Verkehr) zusammengeschlossen, darunter Bosch, Ericsson, PTV, Siemens, TeleAtlas, die Uni Hannover, Vodafone und VW.

Gemeinsame Sensorentechnik als Zielvorgabe
Mobilfunk für den Datenaustausch zwischen den Fahrzeugen
'Wir wollen neuartige Fahrerassistenz-Systeme entwickeln, damit sich die Verkehrsteilnehmer künftig sicherer auf den Straßen bewegen können', erläutert Eberhard Hipp, AKTIV-Programmkoordinator und Leiter der Vorentwicklung beim Nutzfahrzeughersteller MAN. Für sämtliche Anwendungen soll eine gemeinsame Sensorik entwickelt werden, mit der sich die Fahrzeugumgebung und die Aufmerksamkeit des Fahrers zuverlässig erfassen lassen. 'Außerdem werden wir Verkehrs­management-Technologien erarbeiten, um die Leistungsfähigkeit des Straßennetzes zu steigern', berichtet Hipp. Das Staurisiko soll um 15 Prozent verringert und die Kapazität der Straßen um zehn Prozent erhöht werden. Schließlich will man auch noch erforschen, wie sich Mobilfunknetze in den Versand von Verkehrsdaten einbinden lassen. Dazu dient das Projekt 'Cooperative Cars'. So könnten beispielsweise vom Auto erfasste Daten über die Verkehrsdichte oder den Straßenzustand an andere Verkehrsteilnehmer oder eine Leitstelle gefunkt werden.

Marktforschungsinstitut erwartet Telematik-Umsätze in Milliardenhöhe Interessante neue Anwendungen

Bei der Steuerung von Fahrzeugflotten gewinnt die Telematik zunehmend an Bedeutung. Nach einer aktuellen Studie des Marktforschungs­unternehmens Frost & Sullivan wird der Umsatz mit Telematik-Lösungen in den kommenden Jahren um jährlich 7,2 Prozent auf 1,6 Milliarden Euro im Jahr 2011 steigen. Dabei werden vor allem integrierte Lösungen gefragt sein, die Unternehmen den Zugriff auf die Bordcomputer ihres Fuhrparks ermöglichen, um beispielsweise Auftragsdaten einzuspielen.

So arbeiten IBM und der Karlsruher Spezialist PTV an einer Telematik-Box, die mit einem GPS-basierten Map-Matching-Verfahren Informationen über den Standort des Fahrzeugs, die Geschwindigkeit und die zurückgelegte Strecke liefert. Darüber hinaus sind weitere Anwendungs­bereiche geplant - etwa zur Abrechnung von nutzungsabhängigen Kfz-Versicherungstarifen für Gewerbekunden und Privatfahrer (Pay as you drive) oder Mautgebühren. Eine weitere Neuheit sind Karten-Updates in einzelnen Segmenten: Bei einem Update werden lediglich diejenigen ausgetauscht, die sich seit der letzten Aktualisierung geändert haben. Das spart Zeit und Geld, da nur geringe Datenmengen übertragen werden müssen, die man problemlos herunterladen kann - etwa per UMTS.

Assistenzsysteme im Auto vor dem Durchbruch
CeBIT als größte Telematik-Schau weltweit
Experten erwarten 2007 einen weiteren Nachfrageschub für Assistenzsysteme im Fahrzeugbau. Nachtsichtgeräte mit Infrarot­scheinwerfern werden bald ebenso zur Serienausstattung in der Oberklasse zählen wie radar- und kameragestützte Spurhalte-Assistenten, intelligente Abstandsregler oder elektronische Beifahrer, die in einer Gefahrensituation selbstständig eine Notbremsung einleiten. Auch automatische Einparksysteme sind inzwischen serienreif. Auf der CeBIT wird das Trendthema 'Telematik und Navigation' umfassender dargestellt als auf jeder anderen Veranstaltung. Namhafte Unternehmen wie Blaupunkt, Falk Marco Polo, Garmin Europe, Harmann/Becker, Navigon und TomTom präsentieren ihre Neuheiten für den boomenden Markt, und das Galileo-Konsortium läutet ein neues Zeitalter bei der Satelliten-Navigation ein.

Gabriele Dörries | Deutsche Messe AG
Weitere Informationen:
http://www.cebit.de

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