Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Elektronische Helfer sorgen für noch mehr Sicherheit und Komfort beim Autofahren

04.12.2006
  • Auf der CeBIT 2007 werden hochintelligente Systeme zur Vermeidung von Unfällen präsentiert
  • Industrie arbeitet an europaweitem Funkstandard für die Kommunikation von Fahrzeug zu Fahrzeug
  • Markt für mobile Navigation soll 2007 von 12 auf fast 19 Millionen verkaufte Geräte wachsen

Jedes Jahr erleidet die deutsche Volkswirtschaft durch Verkehrsbehinderungen einen Schaden von mehr als 100 Milliarden Euro. Pro Haushalt sind das rund 5 000 Euro - ein stolzer Betrag, der sich durch bessere Verkehrsleitsysteme, modernste, elektronische Assistenten und optimal vernetzte Navigations-Lotsen in den Fahrzeugen deutlich verringern ließe.

Und das Verkehrsauf­kommen steigt weiter: Bis 2020 wird die Belastung der europäischen Straßen nach Prognosen der EU-Kommission um 55 Prozent (Güterverkehr) bezie­hungsweise 36 Prozent (Privatfahrzeuge) zunehmen. Deshalb arbeiten Auto­industrie und Zulieferer mit Hochdruck an intelligenten Lösungen, die das Autofahren sicherer und bequemer machen sollen. Die neuesten Trends für diesen wichtigen Wachstumsmarkt werden vom 15. bis 21. März 2007 auf der CeBIT zu sehen sein, die dem spannenden Thema 'Telematics & Navigation' mehr Platz einräumt als jede andere Messe weltweit. Technologieführer wie Blaupunkt, Falk Marco Polo, Garmin Europe, GPS-Buddy, Harman Becker, Map & Guide, Navteq Europe, Navigon, PTV, Siemens VDO, TeleAtlas und Tom Tom werden sich live in Hannover präsentieren.

Infrarot-Kameras, mitdenkende Airbags und WLAN-Schnittstelle auf dem Weg zum Serienstandard

Lag 1995 der Wert der eingebauten Elektronik im Auto noch bei durchschnitt­lich 1 338 Euro, waren es im vergangenen Jahr bereits 2 561 Euro. Das Anti­blockiersystem ABS, Airbags und ein Stabilitätsprogramm wie ESP sind heute in den meisten Neufahrzeugen Serie. Jetzt geht die Entwicklung zu elektronischen Helfern, die mögliche Unfallgefahren schon im Vorfeld erkennen und bannen. Im Mittelpunkt stehen Systeme, die beim Fahren nicht nur über den Abstand zum Vordermann wachen, sondern bei stockendem Verkehr auch auto­matisch abbremsen. Darüber hinaus wird der Fahrer per Head-Up-Display in der Windschutzscheibe über den Straßenverlauf sowie Tempolimits informiert. Dabei kommt neben dem Navigationsrechner eine Mini-Kamera zum Einsatz, die auch Verkehrszeichen erkennt.

Bereits im kommenden Jahr soll ein neuer Airbag-Sensor von Siemens VDO serienreif sein, der lediglich 15 Millisekunden benötigt, um einen Unfall anhand von Beschleunigungssignalen zu analysieren und die Schutzkissen auszulösen. Zudem steht 2007 die Rundumüberwachung im Fokus der Automobilindustrie. Schon bald kann die Bordelektronik aus den Bildern kleinster Sensoren in den Außenspiegeln, am Heck und unter der vorderen Stoßstange ein virtuelles Bild errechnen, das den Wagen und seine Umgebung aus der Vogelperspektive zeigt. Auf diese Weise lassen sich mögliche Hindernisse frühzeitig erkennen. Auch untereinander sollen sich die Autos der Zukunft per Wireless LAN über Gefahrenquellen, Staus oder Unfälle austauschen - ohne Zutun des Fahrers. Ein viel versprechendes Forschungsprojekt zu diesem Thema heißt 'Now - Network On Wheels' und wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützt. Partner sind DaimlerChrysler, BMW, Volkswagen, das Fraunhofer Institut für Offene Kommunikationssysteme sowie weitere Forschungs­einrichtungen. Schon im kommenden Jahr sollen serienreife Fahrzeuge mit WLAN-Schnittstelle vorgestellt werden, die je nach Verkehrssituation die Rolle eines Senders, Empfängers oder Vermittlers übernehmen können.

SOS-System eCall soll Menschenleben retten - glänzende Perspektiven für das europäische Satelliten-Navigationssystem Galileo

Die Umfeldsensorik ist ein wichtiger Schlüssel zum intelligenten Auto. Aber der Einbindung von Highspeed-Mobilfunk und Navigationsdiensten kommt eben­falls große Bedeutung zu. Nach dem Willen der EU sollen ab 2010 alle neu auf den Markt kommenden Pkw-Modelle mit einem eCall-Notrufsystem ausgerüstet werden. Kommt es zu einem Unfall, schickt das System automatisch per Mobil­funk einen Notruf an die zuständige Rettungsleitstelle und nennt dank GPS-Anbindung auch gleich den Standort des verunglückten Fahrzeugs. Laut ADAC könnten jedes Jahr bis zu 2500 Verkehrsopfer in Europa gerettet werden, wenn sämtliche Fahrzeuge über eine eCall-Funktion verfügen würden.

Nach Einschätzung des 'Eurospace-Report 2006' dürfte jedoch das von 2010 an verfügbare europäische Satelliten-Navigationssystem Galileo dem ameri­kanischen Konkurrenten GPS (Global Positioning System) binnen weniger Jahre den Rang ablaufen. Als Vorteile der Galileo-Empfänger führen die Experten der Beratungsgesellschaft Eurospace die präzisere Navigation (bis auf zehn Zenti­meter genau), kompaktere Maße, einen geringeren Stromverbrauch und attrak­tive Zusatzdienste ins Feld. Zum Galileo-Vermarktungsstart soll es zunächst Routenplaner geben, die beide Systeme unterstützen.

Schon die Verkehrslotsen der nächsten Generation, die auf der kommenden CeBIT gezeigt werden, können mit fotorealistischer Darstellung und interakti­ven Zusatzdiensten fürs Sightseeing glänzen. So hat TeleAtlas, Marktführer im Bereich digitales Kartenmaterial, intelligente Stadtpläne von 20 Metropolen mit mehr als 500 Sehenswürdigkeiten angekündigt. Unterdessen erreicht die Nachfrage nach Navi-Geräten immer neue Rekordhöhen: Für 2007 sagen die Marktforscher von Canalys Research den Absatz von 18,4 Millionen mobilen Verkehrslotsen voraus - ein Plus von mehr als 50 Prozent gegenüber den voraussichtlichen Verkäufen in diesem Jahr.

Gabriele Dörries | Deutsche Messe
Weitere Informationen:
http://www.cebit.de

Weitere Berichte zu: Airbag Autofahren Navigation VDO Verkehrslotse

Weitere Nachrichten aus der Kategorie CeBIT 2007:

nachricht Online: future talk CeBIT 2007, Videos, Fotos
04.04.2007 | Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz GmbH

nachricht CeBIT Highlights des Fraunhofer IAO
03.04.2007 | Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO

Alle Nachrichten aus der Kategorie: CeBIT 2007 >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Temperaturgesteuerte Faser-Lichtquelle mit flüssigem Kern

Die moderne medizinische Bildgebung und neue spektroskopische Verfahren benötigen faserbasierte Lichtquellen, die breitbandiges Laserlicht im nahen und mittleren Infrarotbereich erzeugen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien Jena (Leibniz-IPHT) zeigen in einer aktuellen Veröffentlichung im renommierten Fachblatt Optica, dass sie die optischen Eigenschaften flüssigkeitsgefüllter Fasern und damit die Bandbreite des Laserlichts gezielt über die Umgebungstemperatur steuern können.

Das Besondere an den untersuchten Fasern ist ihr Kern. Er ist mit Kohlenstoffdisulfid gefüllt - einer flüssigen chemischen Verbindung mit hoher optischer...

Im Focus: Temperature-controlled fiber-optic light source with liquid core

In a recent publication in the renowned journal Optica, scientists of Leibniz-Institute of Photonic Technology (Leibniz IPHT) in Jena showed that they can accurately control the optical properties of liquid-core fiber lasers and therefore their spectral band width by temperature and pressure tuning.

Already last year, the researchers provided experimental proof of a new dynamic of hybrid solitons– temporally and spectrally stationary light waves resulting...

Im Focus: Revolution der Rohre

Forscher*innen des Instituts für Sensor- und Aktortechnik (ISAT) der Hochschule Coburg lassen Rohrleitungen, Schläuchen oder Behältern in Zukunft regelrecht Ohren wachsen. Sie entwickelten ein innovatives akustisches Messverfahren, um Ablagerungen in Rohren frühzeitig zu erkennen.

Rückstände in Abflussleitungen führen meist zu unerfreulichen Folgen. Ein besonderes Gefährdungspotential birgt der Biofilm – eine Schleimschicht, in der...

Im Focus: Überdosis Calcium

Nanokristalle beeinflussen die Differenzierung von Stammzellen während der Knochenbildung

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universitäten Freiburg und Basel haben einen Hauptschalter für die Regeneration von Knochengewebe identifiziert....

Im Focus: Overdosing on Calcium

Nano crystals impact stem cell fate during bone formation

Scientists from the University of Freiburg and the University of Basel identified a master regulator for bone regeneration. Prasad Shastri, Professor of...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen im August 2018

20.06.2018 | Veranstaltungen

Hengstberger-Symposium zur Sternentstehung

19.06.2018 | Veranstaltungen

LymphomKompetenz KOMPAKT: Neues vom EHA2018

19.06.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen im August 2018

20.06.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Breitbandservices von DNS:NET erweitert

20.06.2018 | Unternehmensmeldung

Mit Parasiten infizierte Stichlinge beeinflussen Verhalten gesunder Artgenossen

20.06.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics