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Die Riesenhand am Forschungsstand

10.03.2006


Forschungszentrum Karlsruhe präsentiert sich bei der CeBIT auf Stand des BMBF


Zehnmal größer als eine menschliche Hand, aber mit Fluidaktor-Technologie genauso beweglich: die Riesenhand aus dem Forschungszentrum Karlsruhe. Foto: Forschungszentrum Karlsruhe



Die künstliche Hand ist zehnmal größer als eine Menschenhand, aber genauso beweglich: Neben den üblichen Greifmustern kann sie die Buchstaben des Fingeralphabets für Taubstumme darstellen und ist damit die weltgrößte humanoide Roboterhand. Bei der CeBIT vom 09. bis 15. März 2006 wird sie auf dem Stand des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (Halle 9, Stand A60) erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt.



Sie ist der Blickfang in Halle 9: Die Riesenhand steht auf einem drei Meter hohen Sockel. Die Handfläche misst einen Meter im Durchmesser, der größte Finger ist ebenfalls einen Meter lang. Mit 20 Gelenken stellen die Finger verschiedene Greifmuster wie Pinzetten-, Zylinder- oder Hakengriff dar. Als Besonderheit können auch die Buchstaben des Fingeralphabets für Taubstumme erzeugt werden. Eingabemedien sind Datenhandschuh oder Tastatur.

Technische Grundlage der künstlichen Riesenhand sind im Forschungszentrum Karlsruhe entwickelte so genannte Fluidaktoren. Die einzelnen Funktionselemente, die Aktoren, bestehen jeweils aus einer Kammer, die über einen Steuerkanal mit Luft befüllt wird. Die Kammer verformt sich beim Befüllen und erzeugt damit eine mechanische Bewegung. Flexible Fluidaktoren werden im Forschungszentrum Karlsruhe meist in Mikroausführung für verschiedene Anwendungen in der Prothetik, der Automatisierungstechnik und der Robotik eingesetzt. Sie zeichnen sich durch hohe Kraftwirkung, Robustheit und geringes Eigengewicht aus. So kann die Karlsruher Handprothese mit Hilfe der miniaturisierten Fluidaktoren alle Griffe der menschlichen Hand ausführen und kommt dem natürlichen Vorbild in Gewicht und Aussehen sehr nahe.

"Die Riesenhand ist ein Spin-off unserer täglichen Arbeit", freut sich Professor Dr. Georg Bretthauer, Leiter des Instituts für Angewandte Informatik im Forschungszentrum Karlsruhe. "Wir haben sie entwickelt, um das Potenzial der neuen Technologie für die Kommunikation an der Schnittstelle Mensch-Technik zu demonstrieren. Gleichzeitig ist damit ein eigenständiges Kunstwerk entstanden."

Das Forschungszentrum Karlsruhe ist Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft, die mit ihren 15 Forschungszentren und einem Jahresbudget von rund 2,1 Milliarden Euro die größte Wissenschaftsorganisation Deutschlands ist. Die insgesamt 24000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Helmholtz-Gemeinschaft forschen in den Bereichen Struktur der Materie, Erde und Umwelt, Verkehr und Weltraum, Gesundheit, Energie sowie Schlüsseltechnologien.

Dr. Joachim Hoffmann | idw
Weitere Informationen:
http://www.fzk.de

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