Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Blickmessung für Röntgenärzte und Autofahrer - Lübecks Neuro- und Bioinformatiker auf der CeBIT

09.03.2006


Mit dem Thema "Blickmessung und Blickabhängiges Video" präsentiert sich die Universität zu Lübeck vom 9. - 15. März 2006 auf der Computermesse CeBIT. Auf dem Sonderstand "Mensch-Technik-Interaktion" des Bundesministeriums für Bildung und Forschung in Halle 9 zeigt das Lübecker Institut für Neuro- und Bioinformatik (Direktor: Prof. Dr. rer. nat. Thomas Martinetz) zwei Exponate aus aktuellen Forschungsprojekten.


Neuro- und Bioinformatik aus Lübeck: Für die Interpretation von Röntgenaufnahmen


Berührungsfreie Blickmessung: Gegen den Sekundenschlaf am Steuer



Beim ersten Exponat handelt es sich um ein blickabhängiges Video mit Applikation für die Ausbildung. Ausgestellt sind zwei Computer-Arbeitsplätze mit blickabhängiger Anzeige. Je nachdem, wohin der Benutzer sieht, passt sich die Darstellung entsprechend an. Ein so genannter Eye-Tracker misst dabei die Blickrichtung.



Der erste Arbeitsplatz demonstriert die technischen Prinzipien, die blickabhängige Bildänderungen auf bewegten Videos möglich machen. Als Beispiel werden störende Bewegungen am Rand des Sichtfeldes aus dem Video herausgefiltert. Der zweite Arbeitsplatz ist eine Lehrer-Schüler-Station und zeigt zwei Anwendungen für die Ausbildung: In der ersten Anwendung wird die Interpretation von Röntgenaufnahmen trainiert. Die zweite Anwendung zeigt, wie Kinder mit Lese-Schreibschwäche die zum Lesen nötigen Augenbewegungen lernen können.

Ziel einer blickabhängigen Anzeige ist es, die Blickrichtung des Betrachters zu beeinflussen, ihn durch die angezeigten Inhalte zu führen und somit sicherzustellen, dass die Information, die übermittelt werden soll, tatsächlich ankommt. Anwendbar ist diese Technologie überall dort, wo wir Information in visueller Form aufnehmen. Blickabhängige Grafik könnte so ein wesentlicher Bestandteil der visuellen Kommunikation der Zukunft werden.

Das zweite Exponat demonstriert das Remote Eye-Tracking. Es wird der Prototyp eines neuartigen Gerätes zur Messung der Blickrichtung gezeigt. Dieser so genannte Eye-Tracker arbeitet berührungsfrei ("remote"), der Benutzer muss also keine Messinstrumente am Kopf tragen und kann sich frei vor dem Gerät bewegen. Vorgeführt wird der Eye-Tracker mit einem Spiel, das allein durch Augenbewegungen und damit berührungsfrei gesteuert wird.

Bisher ist Eye-Tracking-Technologie fast ausschließlich in der Forschung angewendet worden. Der Grund dafür sind die Geräte, die umständlich in der Handhabung und teuer sind. Durch die neue Technik werden Eye-Tracker nun alltagstauglich und kostengünstig. Anwendungen ergeben sich beispielsweise in Fahrerassistenzsystemen zur Warnung vor Sekundenschlaf, Eingabegeräten für Behinderte und Spielen.

Bei der Entwicklung mussten eine Reihe technischer Probleme gelöst werden: Wie kann man hochauflösende Bilder von den Augen des Benutzers gewinnen und das schnell genug, um den Augenbewegungen zu folgen? Wie kann aus diesen Bildern die genaue Lage und Orientierung der Augen im Raum bestimmt werden? Wie kann man einen großen Arbeitsbereich ermöglichen, so dass die Bewegungsfreiheit des Benutzers nicht eingeschränkt ist?

Rüdiger Labahn | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-luebeck.de

Weitere Berichte zu: Augenbewegung Blickrichtung Exponat Video

Weitere Nachrichten aus der Kategorie CeBIT 2006:

nachricht Zum Abschluss der CeBIT 2006 Hannover: Trends und Themen der CeBIT 2006
16.03.2006 | Deutsche Messe AG, Hannover

nachricht Eine elektronische Umarmung
16.03.2006 | Bauhaus-Universität Weimar

Alle Nachrichten aus der Kategorie: CeBIT 2006 >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Im Focus: Making lightweight construction suitable for series production

More and more automobile companies are focusing on body parts made of carbon fiber reinforced plastics (CFRP). However, manufacturing and repair costs must be further reduced in order to make CFRP more economical in use. Together with the Volkswagen AG and five other partners in the project HolQueSt 3D, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) has developed laser processes for the automatic trimming, drilling and repair of three-dimensional components.

Automated manufacturing processes are the basis for ultimately establishing the series production of CFRP components. In the project HolQueSt 3D, the LZH has...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

Jenaer Akustik-Tag: Belastende Geräusche minimieren - für den Schutz des Gehörs

27.04.2017 | Veranstaltungen

Ballungsräume Europas

26.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Jenaer Akustik-Tag: Belastende Geräusche minimieren - für den Schutz des Gehörs

27.04.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Auf dem Gipfel der Evolution – Flechten bei der Artbildung zugeschaut

27.04.2017 | Biowissenschaften Chemie