Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Jetzt kommt der UMTS-Durchbruch in Deutschland

08.03.2006


  • Handy-TV und mobiles Highspeed-Surfen heizen die Nachfrage an
  • CeBIT zeigt die neuesten Innovationen aus der multimedialen Mobilfunkwelt
  • Branchenverband BITKOM erwartet Vervierfachung der UMTS-Nutzerzahlen

Via Handy unterwegs im DSL-Tempo surfen: Mit den mobilen Tausendsassas, die in wenigen Tagen auf der CeBIT präsentiert werden, ist das kein Traum mehr. Bis zu 1,8 Megabit pro Sekunde schafft die neue Handygeneration mit dem Datenturbo HSDPA (High Speed Downlink Packet Access) - und ist damit rund fünfmal schneller als im derzeitigen UMTS-Netz. Dank HSDPA gehen künftig umfangreiche Mail- oder Musik-Downloads in Geschwindigkeiten vonstatten, wie sie bisher dem Festnetz vorbehalten waren. Später sollen sogar noch höhere Datenraten möglich sein. Die beiden größten deutschen Mobilfunkanbieter T-Mobile und Vodafone wollen zur CeBIT voll in die Vermarktung von HSDPA einsteigen; die Telekom-Tochter wird zudem ein Smartphone auf Basis des MDA Vario zeigen, das den neuen Datenschnelldienst unterstützen soll. Auch Handyhersteller wie Samsung, BenQ Siemens oder LG Electronics wollen in Hannover serienreife Multimedia-Modelle mit HSDPA und weiteren Top-Features vorstellen. Verfügbar sollen sie spätestens im Sommer 2006 sein.

... mehr zu:
»Digital »HSDPA »Handy »Samsung »UMTS-Durchbruch

Mobiles Breitbandgeschäft kommt auf Touren

Die Zeit ist reif für die mobile Internet-Offensive: Der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V. (BITKOM) rechnet für 2006 fest mit dem Durchbruch der UMTS-Technik. ’Leistungsfähige Netze, attraktive Geräte und interessante Dienste - jetzt ist alles da, um den mobilen Breitbandmarkt anzuschieben’, freut sich BITKOM-Präsident Willi Berchtold. Endlich sei das ’Henne-Ei-Problem’ gelöst. ’Ende 2005 gab es in Deutschland rund 2,3 Millionen UMTS-Handys und -karten. Bis zum Ende dieses Jahres erwarten wir etwa neun Millionen.’


Datenturbo HSDPA bald auch im Durchschnittshandy

Chiphersteller wie Infineon wollen dafür sorgen, dass auch HSDPA kein Privileg der Business-Klasse bleibt. Ein neuer Basisbandprozessor soll dem Datenturbo ab 2007 im mittleren Handy-Preissegment zum Durchbruch verhelfen und später Download-Raten bis zu 7,2 Megabit pro Sekunde möglich machen. Außerdem unterstützt Infineons Wunder-Chip Assisted-GPS, WLAN und Bluetooth. Auch beim Telecomausrüster Ericsson setzt man voll auf das mobile Breitbandgeschäft. ’Mobiles Fernsehen ist ein Service, den viele von uns künftig nutzen werden’, prognostiziert Firmenchef Carl-Henric Svanberg.

Bundeswirtschaftsminister Glos: Handy-TV zur Fußball-WM

In Deutschland soll der Fernsehempfang mit dem Handy bis zur Fußball-WM in diesem Jahr möglich sein. Dies verkündete Bundeswirtschafts-minister Michael Glos im Februar bei der Eröffnung des Forums Digitale Medien in Berlin. In verschiedenen Bundesländern laufen derzeit noch Pilotprojekte mit den konkurrierenden Übertragungsstandards DMB (Digital Multimedia Broadcast) und DVB-H (Digital Video Broadcasting via Handheld). Zur Erteilung einer bundesweiten DMB-Lizenz ’für mindestens drei Jahre’ hat die Gemeinsame Stelle Programm, Werbung und Medienkompetenz (GSPWM) der Landesmedienanstalten vor wenigen Tagen eine Empfehlung herausgegeben. Favorisiert wird das Düsseldorfer Unternehmen Mobiles Fernsehen Deutschland GmbH (MFD), das als unabhängig von den großen Mobilfunknetzbetreibern gilt. Die Zustimmung der 15 Landesmedienanstalten steht aber noch aus.

Handybranche rüstet sich für den Fernseh-Massenmarkt

Die Hardware-Hersteller stehen bereits in den Startlöchern. Wenn in den Stadien die Fußball-WM angepfiffen wird, sollen die auf der CeBIT ausgestellten TV-Telefone von BenQ Siemens und Samsung mit DMB-Technik in den Handyshops verfügbar sein. Samsung hält auch ein DVB-H-Gerät bereit; Nokia und Sony Ericsson setzen voll auf diesen Standard und wollen bei dessen Weiterentwicklung kooperieren. Unterdessen hat der Grafikprozessor-Spezialist Nvidia einen neuen Multimediachip angekündigt, der die Darstellung von digitalen Fernsehinhalten auf dem Handydisplay entscheidend verbessern soll. Der Prozessor verspricht zudem 24-Bit-Musikwiedergabe mit Surround-Sound und soll ab der zweiten Jahreshälfte in größeren Stückzahlen erhältlich sein.

Damit das Fernsehvergnügen aber auch die Konsumenten in Massen erreicht, sind global einsetzbare Technologien notwendig. Die Alcatel-Inititative ’Unlimited Mobile TV for Mass Market’ schlägt eine Kombination von terrestrischen und Satelliten gestützten Übertragungen vor, um auch weniger stark besiedelte Regionen zu versorgen. Neben DVB-H soll dabei auch das für Satellitenübertragungen reservierte S-Band zum Einsatz kommen, das sich unmittelbar an das UMTS-Spektrum anschließt und einen problemlosen Empfang über Ländergrenzen hinweg gewährleisten würde. Als erstes großes Unternehmen hat Sagem die Entwicklung entsprechender Handys angekündigt. Die Marktforscher von Goldmedia sind überzeugt, dass sich das Engagement der Branche lohnt: Nach Einschätzung der Beratungsfirma lassen sich bereits 2010 in Deutschland 450 Millionen Euro Umsatz mit mobilen TV-Angeboten erzielen.

Gabriele Dörries | Deutsche Messe AG
Weitere Informationen:
http://www.cebit.de

Weitere Berichte zu: Digital HSDPA Handy Samsung UMTS-Durchbruch

Weitere Nachrichten aus der Kategorie CeBIT 2006:

nachricht Zum Abschluss der CeBIT 2006 Hannover: Trends und Themen der CeBIT 2006
16.03.2006 | Deutsche Messe AG, Hannover

nachricht Eine elektronische Umarmung
16.03.2006 | Bauhaus-Universität Weimar

Alle Nachrichten aus der Kategorie: CeBIT 2006 >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Im Focus: Neuer Sensor: Was im Inneren von Schneelawinen vor sich geht

Ein neuer Radarsensor erlaubt Einblicke in die inneren Vorgänge von Schneelawinen. Entwickelt haben ihn Ingenieure der Ruhr-Universität Bochum (RUB) um Dr. Christoph Baer und Timo Jaeschke gemeinsam mit Kollegen aus Innsbruck und Davos. Das Messsystem ist bereits an einem Testhang im Wallis installiert, wo das Schweizer Institut für Schnee- und Lawinenforschung im Winter 2016/17 Messungen damit durchführen möchte.

Die erhobenen Daten sollen in Simulationen einfließen, die das komplexe Geschehen im Inneren von Lawinen detailliert nachbilden. „Was genau passiert, wenn sich...

Im Focus: Neuer Rekord an BESSY II: 10 Millionen Ionen erstmals bis auf 7,4 Kelvin gekühlt

Magnetische Grundzustände von Nickel2-Ionen spektroskopisch ermittelt

Ein internationales Team aus Deutschland, Schweden und Japan hat einen neuen Temperaturrekord für sogenannte Quadrupol-Ionenfallen erreicht, in denen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

Die Perspektiven der Genom-Editierung in der Landwirtschaft

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Parkinson-Krankheit und Dystonien: DFG-Forschergruppe eingerichtet

02.12.2016 | Förderungen Preise

Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave

02.12.2016 | Studien Analysen

Nach der Befruchtung übernimmt die Eizelle die Führungsrolle

02.12.2016 | Biowissenschaften Chemie