Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Computer, Menschen, Emotionen: Neue Kommunikationstechnologien auf der CeBIT

27.02.2006


Computer, die auf Gefühle programmiert sind, Behördengänge, die Bürger virtuell am Computer erledigen können und komplexe Sachverhalte, die auf bildhafte Weise veranschaulicht werden - Das Fraunhofer IGD Rostock und das ZGDV Rostock stellen diese zukunftsweisenden Computertechnologien auf der CeBIT in Hannover vor.



Die Arbeit mit dem Computer löst verschiedene Emotionen aus. Sei es der Ärger über eine immer wieder kehrende Büroklammer auf dem Bildschirm, der Frust über den unüberschaubaren Datenwust auf der Festplatte oder die Freude beim Betrachten von Urlaubsfotos. Das Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung in Rostock (Fraunhofer IGD Rostock) präsentiert auf der CeBIT eine im wahrsten Sinne hochemotionale Entwicklung - Ein Handschuh mit dem der Computer die momentane Gefühlslage des Anwenders erkennt. Ein mit Sensoren bestückter Handschuh erfasst pysiologische Daten wie Hauttemperatur, Hautwiderstand und Herzfrequenz und übermittelt diese dem Computer, der daraus den emotionalen Zustand des Benutzers ableiten kann. Ziel ist es, dem Rechner zu ermöglichen, auf die Gefühlslage des Nutzers einzugehen und beispielsweise die Art und Weise der Informationsdarstellung auf dem Bildschirm anzupassen. Einsatz finden könnte die Technologie-Lösung in stressigen Berufsbranchen wie z.B. bei Fluglotsen oder Nautikern in Seeverkehrsleitzentren. Stellt der Rechner eine emotionale oder auch mentale Überlastung fest, können kritische Informationen hervorgehoben oder Routineanfragen an andere Kollegen weitergeleitet werden.



Das Zentrum für Graphische Datenverarbeitung Rostock (ZGDV Rostock) stellt zwei innovative Projekte auf der weltgrößten Computermesse vor. VESUV (verteilte Software-Agenten für sichere, rechtsverbindliche Aufgabendelegation in mobilen, kollaborativen Anwendungen) ermöglicht den Bürgern ihre Behördengänge in die "Amtsstube" künftig über das Internet zu erledigen - unabhängig von Ort und Zeit. In Zusammenarbeit mit der Hansestadt Rostock und weiteren Partnern werden digitale Helfer erstellt, die den Einwohner unterstützend bei seinen behördlichen Erledigungen im Netz begleiten. Sie helfen ihm bei immer wiederkehrenden Behördengängen wie beispielsweise im gewerblichen Meldewesen oder bei der Organisation von Großveranstaltungen. Diese Entwicklung aus dem Bereich eGovernment hilft, amtliche Angelegenheiten mit einem deutlich verringerten Zeitaufwand und mit erheblichen Kosteneinsparungen zu erledigen.

Eine weitere Kommunikationstechnologie des ZGDV ist das Projekt VIDAMO, das Wissensmanagement-Techniken entwickelt und bildhaft darstellt. Die visuelle Illustration von Daten und Modellen ist in verschiedenen Anwendungsgebieten der Medizin, Medizintechnik und der Biotechnologie notwendig. Die graphische Veranschaulichung von Informationen und Sachverhalten deckt dabei bestimmte Muster auf, die beispielsweise die Diagnosequalität im medizinischen Bereich verbessern.

Die veranschaulichten Daten oder abstrakten Modelle können auch interaktiv erkundet werden, um komplexe Sachverhalte besser zu veranschaulichen und mehr Verständnis für Zusammenhänge und Strukturen zu fördern. VIDAMO wurde für "Klinische Studien" gemeinsam mit der Gambro AG (Teraklin), der Riemser Arzneimittel AG und dem Landesforschungsschwerpunkt "Biosystemtechnik" durchgeführt.

Die Technologien und Projektergebnisse werden in Halle 9, Stand C 15 auf dem Gemeinschaftstand des Landes Mecklenburg-Vorpommern vorgestellt.

Kontakt:
Kathleen Christochowitz
Fraunhofer IGD Rostock
Telefon: 0381-4024-255
E-Mail: kathleen.christochowitz@igd-r.fraunhofer.de

Kurzprofil INI-GraphicsNet

Das internationale Netzwerk der Graphischen Datenverarbeitung (INI-GraphicsNet) besteht aus dem Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung IGD, dem Zentrum für Graphische Datenverarbeitung ZGDV e.V., beide in Darmstadt und Rostock, und dem Fachgebiet Graphisch-Interaktive Systeme (GRIS) der Technischen Universität Darmstadt sowie weiteren acht Institutionen in sechs Ländern: dem Centre for Advanced Media Technology (CAMTech), dem Centre for Graphics and Media Technology (CGMT), beide in Singapur, dem Centro de Computação Gráfica (CCG) in Guimarães und Coimbra (Portugal), The imedia Academy in Providence, Rhode Island (USA), dem Omaha Graphics and Media Laboratory (OGM) in Nebraska (USA), dem Centre for Visual Interaction and Communication Technologies (VICOMTech) in San Sebastian (Spanien), dem Institute for Graphic Interfaces (IGI) in Seoul (Süd-Korea) und dem Center for Advanced Computer Graphics Technologies (GraphiTech) in Trento (Italien). Diese Institutionen bilden das weltweit größte und leistungsfähigste Forschungs-Netzwerk der Graphischen Datenverarbeitung. Ihre Kernkompetenz ist die Visualisierung und interaktive Verarbeitung von Daten, Informationen und Wissen. Sie erforschen und entwickeln neue Interaktions- und Dialogformen für digitale Medien und realisieren innovative Systeme zur Kommunikation und graphisch-interaktiven Kooperation über Rechnernetzwerke. Innerhalb des Forschungsverbundes sind an den zehn Standorten über 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie mehr als 500 wissenschaftliche Hilfskräfte beschäftigt. Der Etat betrug 2005 über 38 Millionen EURO.

Bernad Lukacin | idw
Weitere Informationen:
http://www.igd.fhg.de/
http://www.rostock.igd.fhg.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie CeBIT 2006:

nachricht Zum Abschluss der CeBIT 2006 Hannover: Trends und Themen der CeBIT 2006
16.03.2006 | Deutsche Messe AG, Hannover

nachricht Eine elektronische Umarmung
16.03.2006 | Bauhaus-Universität Weimar

Alle Nachrichten aus der Kategorie: CeBIT 2006 >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Im Focus: Exotic quantum states made from light: Physicists create optical “wells” for a super-photon

Physicists at the University of Bonn have managed to create optical hollows and more complex patterns into which the light of a Bose-Einstein condensate flows. The creation of such highly low-loss structures for light is a prerequisite for complex light circuits, such as for quantum information processing for a new generation of computers. The researchers are now presenting their results in the journal Nature Photonics.

Light particles (photons) occur as tiny, indivisible portions. Many thousands of these light portions can be merged to form a single super-photon if they are...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

Sensibilisierungskampagne zu Pilzinfektionen

15.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Graduiertenschule HyPerCells entwickelt hocheffiziente Perowskit- Dünnschichtsolarzelle

17.08.2017 | Energie und Elektrotechnik

Forschungsprojekt zu optimierten Oberflächen von Metallpulver-Spritzguss-Werkzeugen

17.08.2017 | Verfahrenstechnologie

Fernerkundung für den Naturschutz

17.08.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz